In dieser Folge sprechen wir über Dynamic Shared Ownership (DSO) bei Bayer und darüber, wie sich das Organisationsdesign von einer stark hierarchischen Struktur hin zu mehr Selbstorganisation verändert hat. Wir ordnen ein, dass es sich um einen weitreichenden Umbau des Konzerns handelt, der in vielen Bereichen und Ländern relevant ist. Wir, das sind dieses Mal als Gast Marcus Paul Grün, Head Crop Protection Innovation, VP at Bayer AG unf Holger Schlichting, Geschäftsführer PRAXISFELD GmbH. Wir haben 2023 und 2024 in einem globalen Projekt zusammengearbeitet. In dieser Zeit ist auch DSO eingeführt worden. PRAXISFELD hat 2024 und 2025 Teams und Standorte bei der Einführung von DSO unterstützt. Um so spannender war für uns die Frage, wie sich heute, im August 2026, die Lage darstellt. Marcus führt ein Team von rund 300 Kolleginnen und Kollegen, das Herstellverfahren für Pflanzenschutzprodukte ermöglicht und verbessert, neue Prozesse erarbeitet und bestehende Abläufe in chemisch-technologischen und biotechnologischen Anlagen weiterentwickelt. Er hat Einblick in zentrale Unternehmensentwicklungen und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Ein zentrales Thema ist der Grundgedanke von DSO: Entscheidungen sollen näher an die Orte des Problems verlagert werden. Dazu wurden Führungsebenen reduziert und Entscheidungswege verkürzt. Gleichzeitig ist aber wichtig, dass dafür auch die nötigen Ressourcen, das Know-how, die Erfahrung und das Netzwerk vor Ort vorhanden sein müssen. Wir sprechen darüber, dass DSO in einem Innovations- und Konzernumfeld anders funktioniert als in einem Produktionsunternehmen. Für Bayer mit langen Entwicklungszyklen und großen Investitionen bedeutet das, dass nicht jede Entscheidung dezentral getroffen werden kann, sondern klare Leitplanken und Sicherheitsanforderungen bestehen bleiben. Außerdem thematisieren wir die konkreten Auswirkungen auf Mitarbeitende und Führungskräfte. Einige erleben mehr Gestaltungsspielraum und mehr Wirksamkeit, andere empfinden die Veränderung als Einschränkung. Für Führung bedeutet das auch, stärker Kontext zu schaffen, Fragen anders zu stellen und Teams mehr zuzutrauen. Zum Schluss gehen wir auf erste Beobachtungen zu künstlicher Intelligenz ein. KI kann die individuelle Wirksamkeit von Mitarbeitenden zusätzlich erhöhen und neue Unterschiede in Produktivität und Teamdynamik erzeugen. Dadurch entstehen neue Fragen für Führung, Bewertung und Vergütung. 00:00:00 Intro 00:00:25 Einführung und DSO-Kontext 00:02:41 Markus’ aktuelle Rolle 00:04:56 Was DSO eigentlich ist 00:13:20 Vom Start zur Reife 00:19:57 DSO in der Produktion 00:24:37 Machtverlust und Reibung 00:30:40 Führung neu verstehen 00:35:56 Mitarbeitende und KI 00:43:00 Lernen als Zukunftschance
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