Deine Zeit für ein gutes Gespräch
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Episoden
11.07.2026
1 Stunde 5 Minuten
«Wir leben schon im Paradies – das ist die schlechte Nachricht», sagt Elisabeth von Samsonow. Die Künstlerin, Philosophin und Theologin ist 2026 Trägerin des Österreichischen Staatspreises für Kulturpublizistik. Als Autorin bekannt geworden ist sie mit «Anti-Elektra», ihr neuestes Buch - «Konfuses Denken. Was der Geist schon immer konnte und was der KI fehlt» - dreht sich um die überlegende OI, Organische Intelligenz. Gemeinsam mit einem Kreis Gleichgesinnter hat sie vor sechs Jahren ein Stück Land in der Nähe von Wien gekauft, um es den Göttinnen zu überlasen. Das «Götinnenland» ist Lernort, Labor und Care-Station für die von Dürre und Extraktion geplagte Mutter Erde. Aber es sollte ausgerechnet dort ein riesiger Windpark kommen ... Im Hintergrund des Gesprächs schüttelt der Dackel Romeo sein Fell, während wir Wermut trinken, Chips knabbern und über die Erde reden, die antwortet, das Mysterium der Mütter, den hohen Ton der Kirchenväter und den Kampf gegen Windmühlen. Das nächste Göttinnenfest ist am 15. August 2026. Ort: Göttinnenland in Niederösterreich nahe Wien. – Elisabeth von Samsonow https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Samsonow Götinnenland https://wissensart.at/2025/06/das-goettinnenland/ The Dissident Godesses Network https://www.tdgn.at/ Ein früheres Podcastgespräch von Johanna Di Blasi mit Elisabeth Samsonow «Technik ist ein Mädchen» https://www.reflab.ch/elisabeth-von-samsonow-technik-ist-ein-maedchen/
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27.06.2026
39 Minuten
Eine Podcastepisode, die ich vor einiger Zeit mit der Künstlerin Philosophin und Theologin aufgenommen habe - die nun hochverdient mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik geehrt wird. Und ein Nachfolgegespräch habe ich mit ihr vor wenigen Tagen im „Götinnenland“ nahe Wien aufgezeichnet. Erscheint am 11. Juli als „Himmel & Erdung“-Episode. Elisabeth von Samsonow ist neben Donna Haraway eine der wichtigsten ökofeministischen Denkerinnen.
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20.06.2026
38 Minuten
Was sehen wir auf Bildern von «Paradiesen» – und was wurde sorgfältig daraus entfernt? Über Jahrhunderte entwarf der Westen seine Vorstellung vom Paradies in der Ferne: tropische Landschaften, unberührte Natur, vermeintlich ursprüngliche Kulturen. Noch heute sprechen wir beispielsweise von «Südseeparadiesen». Doch hinter diesen Bildern standen Gewalt, Ausbeutung und ein kolonialer Blick, der Realität systematisch ausblendete. Heute geschieht weltweit etwas Bemerkenswertes: Künstler:innen aus der sogenannten Mehrheitswelt kehren zu genau diesen Archiven zurück. Erstmals widmet sich eine Museumsausstellung dem Phänomen: «Fast ein Paradies» im Museum Rietberg in Zürich. Künstler:innen schneiden Bilder heraus, bearbeiten sie, nähen Fragmente neu zusammen – und holen verdrängte Geschichten zurück ins Sichtbare. Oder sie stellen Bilder nach und korrigieren sie wie hier die indigene Künstlerin Wendy Red Star. Wendy Red Star, Spring – Four Seasons, 2006 Wendy Red Star, courtesy the artist; collection of the Newark Museum of Art. Es ist eine künstlerische Form der Erinnerung und manchmal auch eine Form der Heilung. Denn Fotografien sind nie nur Dokumente. Sie tragen Spuren von Macht, Trauma und vielleicht auch von etwas Geistigem in sich. In dieser Episode mit der Kuratorin Janina Guyer geht es um die Frage, wer Geschichte erzählen darf – und wie Kunst dem Verdrängten Sichtbarkeit und eine Stimme verleihen kann. Die Fragen stellt Johanna Di Blasi (RefLab). Nanina Guyer hat Ethnologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte studiert und mit einer Arbeit über historische Fotografien des Frauenbunds Sande in Sierra Leone und Liberia an der Universität Basel promoviert. Seit 2018 ist die Schweizer Forscherin Kuratorin für Fotografie und Leiterin des Fotoarchivs des Museum Rietberg in Zürich. «Fast ein Paradies. Kolonialzeitliche Fotografie in der Gegenwartskunst», Museum Rietberg Züich, bis 6. September 2026. Der Link zur Ausstellung: https://rietberg.ch/ausstellungen/fast-ein-paradies Der Link des im Gespräch erwähnten millionenfach aufgerufenen Ted Talks der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Adichie: «The danger of a Single Story» ist hier. https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg
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23.05.2026
56 Minuten
Ein Tsunami kündigt sich an, indem sich erst einmal das Meer zurückzieht, um dann umso heftiger die Ufer zu überspülen. Künstliche Intelligenz ist wie eine mächtige Tsunamiwelle, deren Wucht immer spürbarer wird – ohne dass die vollen Ausmasse bereits bekannt wären. Die Fundamente unserer Bildungskultur, die Erziehung zum Benutzen des eigenen Verstandes, aber auch religiöse Traditionen drohen unterspült zu werden. Gleichzeitig bergen gerade die humanistische Kultur und die spirituellen und religiösen Traditionen Mittel der Resilienz. Benutze deinen eigenen Verstand! Für Pfingstmontag hat Papst Leo XIV. eine Enzyklika angekündigt. Der Titel «Magnifica humanitas» appelliert explizit an die Humanität. Es geht in dem Lehrschreiben um die «Bewahrung des Menschen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz». In Zürich wird bereits seit mehreren Jahren einschlägige Grundlagenforschung betrieben: im interdisziplinären Forschungsschwerpunkt «Digital Religion(s)»; ein in dieser Form einzigartiges Projekt im deutschsprachigen Raum. Im Podcastgespräch geben Professor Thomas Schlag und die Doktoratsstudentin Sina Horner exklusiv Einblicke in eine aktuelle Studie zur Nutzung von künstlicher Intelligenz für persönliche Lebensfragen. Befragt wurden rund 500 junge Erwachsene in der Schweiz. Einbrüche religiöser Zugehörigkeit Die Ergebnisse der Pilotstudie bestätigen: KI wird immer stärker nicht nur als Werkzeug, sondern als Gesprächspartner und Lebensratgeber genutzt. Existenzielle Fragen spielen auch im KI-Zeitalter eine grosse Rolle. Die Verankerung in traditionellen christlichen Kirchen und Milieus aber erfährt bei Jüngeren regelrechte Einbrüche. Thomas Schlag und Sina Horner erzählen, was sie überrascht hat – und was die aktuellen Verschiebungen für Kirche, Seelsorge und unsere Vorstellung von Menschlichkeit bedeuten könnten. Die Züricher Studie stimm nachdenklich. Die Forscher:innen appellieren, die Bedürfnisse heutiger Menschen ernst zu nehmen und Personen, die bei KI Hilfe suchen, nicht vorschnell zu verurteilen. Gleichzeitig gelte es, kritisches Bewusstsein und Resilienz zu stärken. In diese Richtung zielt auch die päpstliche Enzykika: «Wir müssen die Gabe der Kommunikation als tiefste Wahrheit des Menschen bewahren, an der sich auch jede technologische Neuerung orientieren muss.» Das päpstliche Schreiben warnt vor erheblichen Risiken KI-gesteuerter Inhalte, menschenähnlichen ChatBots, gewinnorientierter algorithmischer Inhaltssteuerung und drohender Erosion des Denkvermögens durch einseitige Informationen. Triloge «Im Spiegel der KI» Die Podcastepisode ist Teil drei der Trilogie «Im Spiegel der KI»: Im ersten Teil klärt der Deep-Learning-Researcher Simon Baur (Fraunhofer Gesellschaft) über Realität und Mythen von ChatGPT & Co. auf. Er erläutert auch, wo die Grenzen der Sprachmodelle liegen. Im zweiten Teil spricht Johanna Di Blasi mit Jonas Simmerlein, der mit ChatGPT-Gottesdiensten international bekannt wurde. Im Podcastgespräch erklärt der Theologe und Phänomenologe, weshalb echte Begegnung mehr braucht als einen guten Output.
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02.05.2026
57 Minuten
Im Spiegel der KI Himmel & Erdung-Reihe zu Künstlicher Intelligenz und wie sie das Menschsein neu reflektieren lässt. Wahrscheinlich haben Menschen noch nie so nachdrücklich nach dem genuin Menschlichen gefragt wie heute. Danach, was uns ausmacht, was uns unersetzlich macht. Und wo wir vielleicht zu sicher waren, dass uns Maschinen nicht übertrumpfen. In dieser Folge von Himmel & Erdung geht es um die Frage: Was geschieht mit Spiritualität, wenn Maschinen in Räume eindringen, die einmal von Präsenz, Offenheit und leiblicher Begegnung lebten? Der Theologe Jonas Simmerlein, international bekannt durch seine ChatGPT-Gottesdienste und Experimente mit religiöser Robotik, zieht Bilanz, auch ganz persönlich: Wo Maschinen in religiöse Praktiken treten, befällt ihn «eine Schwere der Belanglosigkeit». Warum ist das so? Was fehlt der Maschinenwelt? Im Gespräch wird deutlich: Das Problem ist nicht nur, dass KI halluziniert oder unzuverlässig bleibt. Tiefer liegend ist ein Mangel an Zeitlichkeit, an echter Offenheit, an Fleischlichkeit. Maschinen haben keine Endlichkeit, sie riskieren nichts, sie schenken keine Lebenszeit, sie sind auf Funktionieren angelegt. Gerade deshalb, so die These, erzeugen sie oft keine Resonanz, sondern Indifferenz. Widerstand statt Reibungslosigkeit Das Gespräch führt mitten hinein in eine Frage, die selten gestellt wird: Braucht Spiritualität vielleicht gerade das Widerständige? Nicht das System, das uns jederzeit bestätigt, sondern das Gegenüber, das sich nicht völlig verfügbar macht. Nicht die glatte Antwort, sondern Herausforderung und echte Begegnung. Von Levinas bis Michel Henry, von KI-Chatbots bis zur christlichen Inkarnation kreist diese Folge um die Einsicht, dass Bedeutung nicht einfach erzeugt werden kann. Was rettet uns vor der Belanglosigkeit? Es geht auch um die konkrete Gegenwart: um Kinder, die mit Maschinen aufwachsen, um die Versuchung, Denken auszulagern, um ökologische und politische Kosten von KI. Und es geht um die Gegenbewegung: um Offline-Räume, um analoge Präsenz, um Gespräche, in denen wirklich etwas auf dem Spiel steht. Einen solchen Offline-Raum, das Schenkhaus in Zürich, leitet Jonas Simmerlein. Kürzlich veröffentlichte er einen Beitrag zu religiösen Robotern in dem Buch: «Instrumente Gottes Werkzeuge. Soziale Roboter und KI-Tools in religiösen Kontexten». RefLab bietet weitere Podcast-Formate zu Spiritualität, Philosophie, Kultur, Psychologie und Popkultur. Zudem erscheinen wöchentlich neue Blogbeiträge. Wenn du informiert bleiben möchtest, abonniere den RefLab-Newsletter.
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Über diesen Podcast
Der Podcast für eine Spiritualität, die Himmel und Erde in
Berührung bringt; Host: Johanna Di Blasi. Ich spreche mit meinen
Gästen darüber, wie wir in der digitalen Gegenwart spirituell leben
können – zeitgemäss, Offline wie auch Online.
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