Benjamin Höhne: Was eine AfD-Regierung bedeuten würde

Benjamin Höhne: Was eine AfD-Regierung bedeuten würde

vor 4 Tagen
Der Mutmacher-Podcast
49 Minuten
1
0
Podcast
Podcaster
Der Mutmacher-Podcast

Beschreibung

vor 4 Tagen

Der 6. September 2026 ist kein abstraktes Datum.
An diesem Tag wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag — und die
Umfragen sehen die AfD mit rund 41 Prozent als klare Favoritin.
Das wäre mehr als eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2021.
Erstmals seit 1945 steht Deutschland vor der Möglichkeit, dass
eine Partei, deren Landesverband vom Verfassungsschutz als
gesichert rechtsextrem eingestuft ist, Regierungsverantwortung
auf Landesebene übernimmt.


Michael Reinhard und Thomas Kirchberg sprechen in dieser Folge
mit Benjamin Höhne, Politikwissenschaftler an
der TU Chemnitz und einem der profiliertesten Kenner ostdeutscher
Politik. Höhne forscht zu Parteien, Populismus und dem
Regierungssystem der Bundesrepublik — mit besonderem Fokus auf
Ostdeutschland. Er ist in Lutherstadt Wittenberg geboren, kennt
Sachsen-Anhalt von innen — und analysiert die Lage nüchtern, ohne
zu dramatisieren oder zu verharmlosen.


Was ihr in dieser Folge erfahrt:


Wie wahrscheinlich ist eine AfD-Regierung — und in
welcher Form?
Höhne erklärt, warum die AfD trotz 41 Prozent Stimmenanteil keine
absolute Stimmenmehrheit braucht, um eine absolute
Mandatsmehrheit zu erringen — und welche Rolle das BSW dabei
spielt. Er schildert drei mögliche Szenarien:
AfD-Alleinregierung, AfD mit BSW-Unterstützung,
CDU-Minderheitsregierung — und was jeweils dafür und dagegen
spricht.


Was eine AfD-Regierung konkret verändern
würde:
Nicht die Migrationspolitik — die ist Bundesangelegenheit.
Sondern die Bereiche, die tatsächlich Ländersache sind: innere
Sicherheit, Bildung, Kultur, Wissenschaft. Höhne benennt konkret:
geplante „Bürgerwehren“ beim Ordnungsamt, ein „Corona-Tribunal"
für Richter und Beamte, Abschaffung der Schulpflicht, Eingriffe
in Hochschulberufungen, Kürzung der
Zivilgesellschaftsfinanzierung — und den erklärten Angriff auf
den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.


Schützt uns das Grundgesetz — oder droht der
Ungarn-Effekt?
Höhne differenziert: Deutschland ist eine Konsensdemokratie mit
vielen Vetospielern — das macht schnelle Machtübernahmen
schwierig. Aber: Verfassungsinstitutionen sind nur so stark wie
ihr Rückhalt in der Bevölkerung. Und der ist im Osten strukturell
schwächer — nicht weil Ostdeutsche per se rechtsextremer
eingestellt wären, sondern weil Zivilgesellschaft, Kirchen und
Gewerkschaften dort weniger tief verwurzelt sind.


Was die Demokratie stark macht — und was jetzt zu tun
ist:
Höhne plädiert für eine deutlich stärkere Brandmauer, kritisiert
Medien für die Normalisierung der AfD durch zu viele
Talkshow-Einladungen und warnt davor, AfD-Themen zu übernehmen —
das stärkt die Originale, nicht die Kopien. Und er macht einen
konkreten Vorschlag: Wer noch Zeit hat, soll nach Sachsen-Anhalt
fahren und vor Ort für demokratische Parteien werben.


Der Mutmacher-Ausblick:
Höhne glaubt, dass viele Menschen — auch solche, die Rechtsaußen
gewählt haben — spüren, dass einfache Konzepte die großen
Herausforderungen nicht lösen. Eine vielfältige Gesellschaft
bringt die besten Voraussetzungen für neue Ideen. Parteien müssen
mutiger werden. Und die Zivilgesellschaft muss sie dabei
begleiten — und darf sie nicht allein lassen.


Unser Buch zur Staffel:
„2 alte wei(s)se Männer: Mutmacher für schwere Zeiten — was
hoffen lässt" ist im Buchhandel und auf allen gängigen
Plattformen erhältlich.


Folgt uns, abonniert uns, teilt diese Folge —
und bleibt streitlustig, kritisch und zuversichtlich.
15
15
Episode teilen
Benjamin Höhne: Was eine AfD-Regierung bedeuten würde
Benjamin Höhne: Was eine AfD-Regierung bedeuten würde

Close