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Episoden

45 Minuten
Reden Boomer und Gen Z eigentlich noch miteinander – oder nur übereinander? In dieser Mutmacher-Folge ist die junge Journalistin Angelika Melcher zu Gast und diskutiert mit Michael und Thomas über den Generationenvertrag: über Rente, Klima, Arbeit und die Frage, wie die beiden Generationen gemeinsam Zukunft gestalten können.

Angelika Melcher gehört zur Gen Z (für sie: die Jahrgänge 1995 bis 2010). Sie erzählt, warum sie sich als Journalistin selbstverständlich online und in den sozialen Medien bewegt, warum sie KI nutzt, statt sie zu verteufeln – und warum sich ihre Generation schon früh Gedanken um die eigene Rente machen muss, weil immer gesagt wird: „Es wird nicht reichen."

Im Gespräch geht es um die großen Baustellen: ein Rentensystem, bei dem bis 2039 die größte Kohorte in den Ruhestand geht; bezahlbarer Wohnraum und ein BAföG-Satz, der nicht für die meisten nicht reicht; die widersprüchliche Kommunikation rund um die Wehrpflicht, bei der sich junge Menschen übergangen fühlten; und die Idee, das Wahlalter auf 16 zu senken. Angelika macht deutlich: Die Belange junger Menschen werden politisch oft zu wenig berücksichtigt, weil sie die kleinere Wählergruppe sind.

Thomas und Michael entdecken auch viele Gemeinsamkeiten. Denn wer Kinder und Enkel hat, hat ein eigenes Interesse an einer guten Zukunft der Jüngeren. Einig sind sich alle drei: Es braucht Dialog statt moralisches Gegeneinander, echte Teilhabe statt Entscheidungen über die Köpfe hinweg – und ein Ende des „Okay, Boomer".

Angelikas Zuversicht zum Schluss: dass junge Menschen sich organisieren und am 31. Oktober bei den bundesweiten Demos gemeinsam mit Älteren für eine bessere Zukunft auf die Straße gehen. „Wir brauchen einander", sagt sie – und genau darin liegt die Hoffnung dieser Folge.

Das Buch unserer Gästin

Angelika Melcher hat zu diesem Thema gemeinsam mit Daniel Goffart das Buch „Boomer gegen Zoomer – Der neue Generationenkonflikt und wie wir uns besser verstehen können" (Berlin Verlag, 2024) geschrieben.

Über „2 alte weiße Männer"

Michael Reinhard und Thomas Kirchberg reden in ihrem Podcast über das, was viele umtreibt – streitlustig, kritisch und zuversichtlich. Kein Generationenkrach löst ein einziges der Probleme, die uns alle angehen. Aber ein neuer Generationenvertrag könnte es.

Unser Buch

„Zwei alte weiße Männer – Mutmacher für schwere Zeiten" ist inzwischen erschienen und im Buchhandel sowie auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

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48 Minuten
Vor fünf Jahren hat Daniel Dettling Wetten auf die Zukunft abgeschlossen: Die Welt werde friedlicher, Wirtschaft und Ökologie ließen sich versöhnen, die Demokratie werde sich behaupten. Seitdem gab es Krieg in Europa und neue Konflikte im Nahen Osten. Würde er diese Wetten heute noch einmal eingehen? Ja – weil Dettling in Zeiträumen von 15 bis 20 Jahren denkt, nicht in Nachrichtentagen.

Possibilismus statt Pessimismus. Pessimisten haben immer recht – entweder, weil es eintrifft, oder weil sie sagen, ihre Warnung habe es verhindert. Optimisten sind oft naiv. Der Possibilist liegt dazwischen: Er fragt nicht, ob die Zukunft gut wird, sondern was möglich ist – und was wir dafür tun müssen.

Deutschland, Weltmeister im Pessimismus. International liegt Deutschland beim Thema Zuversicht ganz unten. Dettling nennt das den „Immerschlimmerismus" — und hält ihn für unverantwortlich gegenüber der nächsten Generation.

Die Wette: Die Welt wird friedlicher. Dettling sieht im Ukraine-Krieg das letzte Aufbäumen eines Imperiums. Europa sei heute stärker und einiger als vor dem Krieg, das Vertrauen in die EU gestiegen.

Die Wette: Die Demokratie gewinnt. Aktuell überwiegen autoritäre Trends. Aber die Sehnsucht nach Freiheit lässt sich nicht dauerhaft unterdrücken. Dettling zitiert Tocqueville: Wer gegen die Demokratie kämpft, kämpft gegen Gott.

AfD und Brandmauer. Die Brandmauer allein helfe nicht, wenn das Feuer größer werde. Entscheidend sei, die Probleme zu lösen, die Menschen beschäftigen. Die AfD profitiere vom Versagen der demokratischen Mitte.

Migration als Erfolgsgeschichte. Ohne Zuwanderung hätte Deutschland keinen Beschäftigungszuwachs der letzten Jahre gehabt. Diese Seite der Debatte komme viel zu kurz.

Der Mutmacher. Was ihm persönlich Zuversicht gibt? Seine drei Kinder, Gespräche mit Menschen – und die Erkenntnis, dass man sich auch mit 55 noch verändern kann.

Über den Gast: Dr. Daniel Dettling ist Jurist, Politikwissenschaftler und Zukunftsforscher. Er gründete das Institut für Zukunftspolitik und leitet das Berliner Büro des Zukunftsinstituts. Sein Buch „Eine bessere Zukunft ist möglich" erschien 2021 im Kösel-Verlag.

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52 Minuten
Der 21. September 2026 — einen Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse sind noch frisch, die Eindrücke noch ungefiltert. Genau in diesem Moment sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Ranga Yogeshwar über den großen Umbruch. Und das Gespräch beginnt dort, wo es niemand erwartet: beim Podcasttitel selbst.

Yogeshwar — Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Künstlerin — sagt offen, dass er in Zeiten wie diesen manchmal frage, ob seine Hautfarbe anfange, plötzlich relevant zu werden. Es ist ein Moment, der das Gespräch sofort auf eine andere Ebene hebt. Nicht Theorie, sondern gelebte Realität.

Was ihr in dieser Folge erfahrt:

Veränderung wollen — aber was loslassen?

Wir wollen, dass vieles besser wird: wie wir arbeiten, lernen, leben. Aber sobald sich der eigene Alltag verändern soll, wird es schwieriger. Yogeshwar erklärt, warum Veränderung immer auch Verlust bedeutet — und warum das kein Fehler ist, sondern menschlich.

Die Wahlergebnisse als Spiegel.

Die AfD stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Linke als Wahlsieger in Berlin. Yogeshwar ordnet den AfD-Erfolg ein: Das sei kein isoliertes deutsches Phänomen, sondern Teil einer breiteren europäischen Tendenz — von Frankreich bis Italien. Ein Teil der Bevölkerung sehne sich nach etwas. Nach Stabilität. Nach gesehen werden. Nach nationaler Sortenreinheit. Er nennt es befremdlich — aber nicht überraschend.

Der blinde Fleck der Toleranz.

Yogeshwar rechnet auch mit einer naiven Selbstwahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft ab: Wir dachten, wir seien so multikulturell und tolerant — aber wer wie er einen empfindlicheren Seismographen habe, spürte schon lange, was sich zusammenbraut. Das sei kein Angriff, sondern ein Hinweis.

Die Update-Gesellschaft.

Yogeshwars Kernbegriff: Wir müssen lernen, uns permanent zu aktualisieren — nicht als Selbstzweck, sondern weil die Welt sich verändert, ob wir wollen oder nicht. Auch Werte bekommen ein Update. Die junge Generation hat andere Werte als die Generation der weißen und weisen Männer. Und das, sagt Yogeshwar, ist völlig okay.

Haftung statt Freistempel.

Was im Umgang mit KI fehlt: Verantwortung. Niemand dürfe sich einen Freifahrtschein holen und einfach weitermachen. Vom Landesgesetz bis zur europäischen Regulierung — Yogeshwar fordert klare Regeln, Prüfung und Konsequenz.

Der Mutmacher-Ausblick.

Yogeshwar ist kein ängstlicher Mensch — das betont er selbst. Er glaubt an die Kraft der Offenheit, der Neugier, des Mitgestaltens. Nicht zuschauen, nicht reagieren, wenn andere handeln. Sondern selbst anfangen. Im Kleinen. Jetzt.

Über den Gast:

Ranga Yogeshwar, geboren 1959 in Luxemburg, ist Diplom-Physiker, Wissenschaftsjournalist und Autor. Bekannt durch „Quarks & Co", „Kopfball" und „Die große Show der Naturwunder". Über 60 Auszeichnungen, darunter Bundesverdienstkreuz und Ehrendoktorwürde der Universität Wuppertal. Vier Kinder, vier Enkelkinder.

Über uns

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43 Minuten
Zwei Drittel der Deutschen finden, dass es in ihrem Land ungerecht zugeht. Jutta Allmendinger wundert sich, dass es nicht mehr sind. Denn wer die Daten kennt — zu Bildung, Einkommen, Chancen, Erbschaft — der weiß: Ungleichheit in Deutschland ist kein Zufall. Sie ist die Summe politischer Entscheidungen. Und sie wächst.

Was ihr in dieser Folge erfahrt:

Der Wahltag als Ausgangspunkt. Das Gespräch beginnt mit dem Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt. Allmendinger ist besorgt – wegen möglicher Folgen für Bildung, Wissenschaft, Geschlechtergerechtigkeit und die offene Gesellschaft. Und sie warnt vor einem weiteren Effekt: Andere Parteien könnten sich Sprache und Ton der AfD zunehmend zu eigen machen. Wer glaube, man müsse „mit gleichen Mitteln“ zurückschlagen, begehe einen Fehler. Solche Sprachformen, sagt Allmendinger, könnten sehr schnell zu Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten führen.

Warum Ungleichheit wächst. Ungleichheit vererbt sich – über Bildung, aber zunehmend auch über Vermögen. Weil Familien kleiner werden, verteilt sich das Erbe auf weniger Kinder. Immobilien und Vermögen verstärken damit Unterschiede zwischen den Generationen. Allmendinger nennt das „intergenerationale Schließung“ – und hält diesen Zusammenhang für unterthematisiert. Auch im Ost-West-Vergleich spielt das Erbe aus ihrer Sicht eine wichtige Rolle.

Warum Kinder keine Lobby haben. Das politisch stärkste Argument: Eltern junger Kinder haben keine politische Macht. Es gibt keine starken Interessensverbände, die so gehört werden wie die Rentenlobby. Auf kaum einem Wahlplakat des letzten Wahlkampfs war die Familie zu sehen.

Was jetzt getan werden müsste. Allmendingers klare Forderung: Investitionen in frühe Bildung, nicht in späte Reparatur. Nur 36 Prozent der unter Zweijährigen seien in einer Kita — ausgerechnet die Kinder, die es am meisten bräuchten, seien es am wenigsten. Sprache, Selbstwirksamkeit, Freude am Lernen entstehen in den ersten Lebensjahren.

Der Mutmacher-Ausblick. Allmendinger erzählt von Berliner Problemschulen, die in fünf Jahren zu Vorzeigeprojekten wurden. Von einem Land, das alle Ressourcen hätte, gerechter zu werden. Ihr Schlussgedanke: Wir haben keine Erkenntnisdefizite. Wir haben ein Umsetzungsdefizit. Das ist keine schlechte Nachricht — das ist eine Einladung.

Über die Gästin: Prof. Dr. Jutta Allmendinger ist Soziologin und Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2007 bis 2024 war sie Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Mitherausgeberin der ZEIT. Autorin von „Es geht nur gemeinsam!" (Ullstein).

Unser Buch zur Staffel:

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55 Minuten
Ein Datum, ein Ort, eine Frage, die nicht loslässt. Christopher Street Day, Berlin, Juli 2026. Ein islamistisch motivierter Anschlag auf Menschen, die feiern wollten. Der Täter war bekannt, galt als Hochrisikogefährder — und war trotzdem auf freiem Fuß. Unser heutiger Gast Ahmad Mansour hat anschließend gefragt: Wie lange wollen wir noch wegsehen?

Was ihr in dieser Folge erfahrt:

Der Anschlag und das Systemversagen. Mansour war nach dem CSD-Anschlag nicht überrascht — er war enttäuscht. Enttäuscht, weil er seit Jahren vor einer Radikalisierungswelle warnt, die für alle sichtbar ist. Er analysiert, was auf mehreren Ebenen gleichzeitig schiefgelaufen ist: Ein Attentäter, der in Berlin aufgewachsen ist und unsere Schulen besucht hat. Ein Hochrisikogefährder, der nach einem versuchten IS-Anschluss mit einer Bewährungsstrafe davonkam. Deradikalisierungskurse als Ersatz für Haft — ein Konzept, das laut Mansour grundlegend falsch gedacht ist. Seine klare These: Deradikalisierung funktioniert nur parallel zur Strafe, nicht als Alternative.

Wie Radikalisierung wirklich entsteht — und Mansours eigene Geschichte. Der bewegende Moment dieser Folge: Mansour erzählt, wie er selbst mit 13 Jahren in eine islamistische Gruppe geriet. Er war Streber, wurde gemobbt, saß in seinem Zimmer und weinte. Der Einzige, der es merkte, war der Imam von nebenan — der ihm Halt, Zugehörigkeit und das Gefühl gab, zu einer Elite zu gehören. In fünf Jahren in dieser Gruppe hatte er nicht eine Sekunde das Gefühl, radikal zu sein. Erst an der Universität Tel Aviv, umgeben von Menschen, die nicht seinen Vorurteilen entsprachen, begann der Weg zurück. Seine Botschaft: Radikalisierung entsteht in Leerstellen — dort, wo jemand sucht und niemand antwortet. Außer den Falschen.

Das persönliche Gewicht: Leben unter Polizeischutz. Seit über zehn Jahren lebt Mansour unter Personenschutz. Er beschreibt, was das wirklich bedeutet: eine Tochter, die zwei Jahre lang nicht alleine in ihrem Zimmer schlafen wollte. Die tägliche Frage, ob es sich lohnt. Energie, die es jeden Tag kostet, weiterzumachen. Und doch: Er ist dankbar für einen Rechtsstaat, der ihn schützt — und findet Kraft in den Begegnungen mit jungen Menschen in Schulen, die am Ende einer Veranstaltung noch länger bleiben wollen, um weiterzudiskutieren.

Der Mutmacher-Ausblick. Krisenzeiten, sagt Mansour, sind auch Zeiten, in denen Chancen entstehen. Demokratie ist nicht selbstverständlich und wird nicht vererbt — sie muss jeden Tag neu erkämpft werden. Wenn Schulen Medienkompetenz lehren, wenn Kinder lernen, zwischen Desinformation und Wahrheit zu unterscheiden, wenn wir wieder anfangen, eine positive Geschichte über dieses Land zu erzählen — dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Über den Gast: Ahmad Mansour ist Diplom-Psychologe, Extremismusforscher und Autor. Er wurde 1976 als arabischer Israeli geboren, lebt seit 2004 in Berlin. Mansour ist Mitglied des Expertengremiums zur Islamismus-Bekämpfung beim Bundesinnenministerium und Gründer von Mind Prevention. Sein neues Buch „Haltung ohne Hass" ist gerade erschienen. Für seine Arbeit wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Moses-Mendelssohn-Preis und dem Johanna-Eck-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Heute begleitet er Familien von radikalisierten Jugendlichen, Aussteiger und verurteilte Terroristen.

Unser Buch zur Staffel: „2 alte wei(s)se Männer: Mutmacher für schwere Zeiten — was hoffen lässt" ist im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

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Über diesen Podcast

Sie nennen sich selbstironisch „2 alte weis(s)e Männer“, die noch etwas zu sagen haben: Dr. Thomas Kirchberg, bis zu seinem Ruhestand Vorstandsmitglied eines Industrieunternehmens, und Michael Reinhard, zuletzt 21 Jahre lang Chefredakteur der Main-Post in Würzburg. In ihrer aktuellen Mutmacher-Staffel geht es jeden Freitag um das, was in aufgewühlten Zeiten besonders kostbar ist: Orientierung, Zuversicht und Mut. Wo liegen Lösungen? Was macht Mut? Was gibt konkreten Anlass zur Zuversicht? Antworten darauf suchen die beiden alten wei(s)sen Männer bei Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die klug einordnen, Orientierung geben – und für die eine hoffnungsvolle Zukunft keine Utopie ist. Wir lehnen Häme und Verunglimpfung gegenüber Andersdenkenden ab und werben in „2alte wei(s)se Männer“ für Respekt, Toleranz und Offenheit.
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„2 alte wei(s)se Männer“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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