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Werkstatt Mittelstand
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vor 1 Woche
WERKSTATT-DOKUMENT ZUR FOLGE — „Meine Beirats-Matrix –
Kompetenz vor Herkunft" Selbstdiagnose mit Ampelsystem, drei
Sofortmaßnahmen und Gesprächseinladung. Kostenlos anfordern auf
der Folgenseite: https://werkstatt-mittelstand.de/folgen/f10.html
Beschreibung
Freitagabend, 18:20 Uhr. Sonst klingelt um diese Zeit Svens
Telefon – diesmal hat er selbst gewählt. Der Anlass liegt auf
seinem Tisch: eine Beiratsausschreibung. Familienunternehmen,
Konsumgüter, dreistelliger Millionenumsatz, gesucht wird ein
Beiratsmitglied mit Expertise im strategischen Vertrieb. So weit,
so vernünftig. Dann die Voraussetzung, wörtlich: aktive
Geschäftsführungsrolle in einem Unternehmen mit mindestens 700
Mitarbeitenden. Nur – was hat strategischer Vertrieb mit 700
Mitarbeitern zu tun? Die Zahl prüft die Visitenkarte, nicht das
Können. Gesucht wird eine Kompetenz, gefiltert wird nach
Herkunft.
In dieser Folge sortieren Sven und Max erst die Begriffe –
Aufsichtsrat gesetzlich geregelt, Beirat freiwillig und
gestaltbar von rein beratend bis zu echten Kontrollrechten – und
dann die Frage, was ein Gremium leisten muss: Außensicht,
Kontrolle, Kontinuität über den Generationswechsel. Dazu zwei
Rechnungen aus der Praxis: die Beirätin aus der Logistik – kein
Geschäftsführungstitel, dreißig Jahre Lieferketten –, die mit
zwei Fragen einen 1,2-Millionen-Standortkauf stoppte und damit
ihr Gremium für Jahre bezahlt hat. Und das Deko-Gremium aus
Steuerberater und zwei alten Weggefährten, das in fünfzehn Jahren
keine einzige Vorlage abgelehnt hat – teurer als gar kein Beirat,
weil es Sicherheit vorgaukelt, wo keine ist. Am Ende die drei
Schritte, mit denen Sie Ihr Gremium richtig besetzen: erst die
Aufgabe, dann die Kompetenzmatrix, dann die Namen – und
mindestens ein Unbequemer dazu.
Die Pointe ist dabei nicht: Werft die Geschäftsführer aus den
Gremien. Der Status-Filter ist ein brauchbarer Anfang – aber kein
vollständiges Auswahlkriterium. Wer bei ihm stehen bleibt,
besetzt Herkunft, wo Bedarf sitzt. Und wer sicher ist, dass ihm
jemand immer zustimmen wird, hat den falschen Kandidaten:
Außensicht, die nie wehtut, ist keine.
Quellen zur Folge
PwC/INTES-Studie „Nur richtig wird er wichtig. Der Beirat in
Familienunternehmen 2024" (über 550 befragte
Familienunternehmen): 78 % haben heute einen Beirat, Aufsichtsrat
oder Verwaltungsrat – 2002 waren es 39 %.
Digitalisierungsspezialisten sitzen nur in 27 % der Beiräte,
kaufmännisches/strategisches Know-how in 93 %.
Kienbaum-Studie „Beirat und Aufsichtsrat im Mittelstand"
(Erhebung 2021/22): Vergütung im Schnitt ca. 25.000 Euro pro Jahr
je ordentliches Mitglied, häufigster Wert 10.000 Euro; 61 % der
Unternehmen halten vier Sitzungen pro Jahr. Strategie (92 %) und
Finanzen (61 %) sind die meistgefragten Gremien-Kompetenzen.
Mehr von uns
Web: https://werkstatt-mittelstand.de
Wer das bei sich prüfen will: Quickcheck auf
https://10finance.de/quickcheck
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