VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

vor 6 Tagen
Wie Medien in der Migrationskrise, der Corona-Pandemie und im Ukrainekrieg zwischen Aktivismus, Gefälligkeit und Verantwortung schwankten und immer noch schwanken.
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Podcast
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Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.

Beschreibung

vor 6 Tagen
Medienkritik: Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus Die 4.
Gewalt – die Medien – steht in der Kritik. Richard David Precht und
Harald Welzer analysieren in ihrem Buch Die vierte Gewalt, wie
Journalismus in Krisenzeiten oft in Gefälligkeitsjournalismus
verfällt oder aktivistisch wird. Doch was bedeutet das konkret?
Gefälligkeitsjournalismus meint die Tendenz, unangenehme Wahrheiten
zu ignorieren, um Konflikte zu vermeiden oder bestimmte Narrative
zu bedienen. Aktivismus hingegen beschreibt das
Sich-Zu-Eigen-Machen von Themen und Haltungen und dadurch die
gesellschaftliche Verantwortung als "4. Gewalt" zu verraten. Die
Migrationskrise 2015: Einseitige Berichterstattung und ihre Folgen
2015 prägte der Satz „Wir schaffen das“ die deutsche
Medienlandschaft. Die Berichterstattung war zunächst überwiegend
positiv und betonte die Willkommenskultur. Doch kritische Stimmen –
etwa zu Integrationsproblemen oder finanziellen Belastungen für
Kommunen – fanden kaum Gehör. Erst nach der Silvesternacht in Köln
kippte die Stimmung. Plötzlich rückte die Debatte um Sicherheit und
Integration in den Fokus. Die Medien hatten sich zunächst zu sehr
auf die politische Linie von Angela Merkel eingestimmt und die
komplexen Realitäten ausgeblendet. Eine wichtige Frage bleibt:
Haben Medien hier ihre Kontrollfunktion vernachlässigt?
Corona-Pandemie: Wissenschaft, Politik und die Rolle der Medien In
der Corona-Krise orientierten sich Medien stark an
wissenschaftlichen Empfehlungen – vor allem an Stimmen wie
Christian Drosten oder Karl Lauterbach. Doch diese Ausrichtung war
nicht immer ausgewogen. Alternative Positionen, etwa von Hendrik
Streeck oder Alexander Kekulé, wurden oft marginalisiert oder sogar
lächerlich gemacht. Die Ständige Impfkommission STIKO stand
plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik, obwohl sie eigentlich für ihre
evidenzbasierte Arbeit bekannt ist. Hier zeigt sich ein Dilemma:
Sollten Medien in einer Krise Einigkeit vermitteln – oder Vielfalt
abbilden, selbst wenn das Unsicherheit schafft? Ukrainekrieg:
Zwischen öffentlicher Meinung und journalistischer Verantwortung
Beim Ukrainekrieg wird den Medien vorgeworfen, zu einseitig zu
berichten – diesmal jedoch nicht im Sinne von Gefälligkeit, sondern
von Aktivismus. Viele Medien forderten mehr Waffenlieferungen oder
härtere Sanktionen, während kritische Stimmen, die etwa eine
diplomatische Lösung forderten, kaum Gehör fanden. Precht selbst
geriet hier in die Kritik, als er früh eine Kapitulation der
Ukraine ins Spiel brachte. Die Frage ist: Dürfen Medien Haltung
zeigen und was bedeutet das überhaupt – oder müssen sie neutral
bleiben, um den Diskurs offen zu halten? Twitter, Algorithmen und
die Blasen der Meinungsbildung Social Media – besonders das
ehemalige Twitter – hat die Medienlandschaft stark geprägt. Doch
nicht zum Guten. Journalisten nutzten Twitter lange als
Recherchetool, doch die Plattform spiegelte nie die gesamte
Gesellschaft wider. Stattdessen entstand eine digitale Ethik, in
der Aufmerksamkeit über Inhalt siegte. Die Medien haben sich hier
oft selbst in die Falle begeben: Sie folgten den Trends, statt sie
kritisch zu hinterfragen. In dieser Episode erfährst du: - Warum
Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus die Medien in Krisenzeiten
prägen. - Wie die Migrationskrise 2015 zeigte, dass Medien oft
einseitig berichten – und wodurch dies korrigiert wurde. - Warum
die Corona-Berichterstattung zeigt, dass Berichterstattung über
wissenschaftliche Themen ein fundiertes Wissen erfordert und
einzelne Menschen nicht Dir Wissenschaft sind. - Wie der
Ukrainekrieg die Debatte über Haltungsjournalismus neu entfachte:
Dürfen Medien Partei ergreifen? Welche Rolle Social Media bei der
Verzerrung der Medien-Realität spielt. Abonnier unseren Podcast
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Krisenzeiten zu viel Macht – oder zu wenig Mut?
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