Von Zeit zu Zeit - #vzzzPodcast

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Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.
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Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.
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Episoden

VZ147 Die KI, die KI, die hat immer recht! – Wie Mensch und KI zusammenwachsen, oder doch nicht
09.04.2026
1 Minute
Craftbier-Kultur: Alkoholfrei und innovativ Die Folge startet wie gewohnt mit zwei Glas in der Hand: Wir verkosten ein alkoholfreie IPA von Fuerst Wiacek und dem Flensburger Strandlager - zwei Versuche, die Bierkrise zu überstehen, als Crafter und als Traditions-Brauerei. Faktencheck, Medien und KI-Redaktionen Ausgehend davon, dass der #vzzzPodcast grundsätzlich keine verlässlichen Fakten liefert, sondern für starke Thesen und unsichere Aussagen steht, diskutieren wir, wie sinnvoll nachgelagerte Korrekturen sind – und wo sie zur Kapitulation der Argumentation verkommen. Wir skizzieren das Ideal einer laufenden Faktencheck-Redaktion, die Debatten in Echtzeit prüft – und fragen, ob genau hier Künstliche Intelligenz helfen könnte. Smart Country Convention: Mehr KI-Setup statt KI-Glaube? Ein zentraler Part der Folge sind die Erlebnisse auf der Smart Country Convention in Berlin, einer Messe rund um Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Hier gab es einen inspirierenden Workshop zum Einsatz von KI. Wir diskutieren Prompt-Bibliotheken, Unternehmens-Policies, Datenschutz und die Frage, ob sensible Verwaltungs- oder Firmendaten wirklich bei US-Techkonzernen gut aufgehoben sind. Und dann sind wir schon wieder drin im KI-Thema: Nimmt uns die KI die Jobs weg – oder füllt sie nur Lücken, die der demografische Wandel ohnehin reißt? Wir sezieren Umfragen, in denen 25% Angst vor Jobverlust haben, und zeigen, wie wenig solche Prozent-Zahlen ohne Kontext aussagen. Ray Kurzweil, Singularität & Transhumanismus Wir beleuchten die Visionen von Ray Kurzweil und eine ganz andere Perspektiv die uns Yuval Noah Harari in seiner Buch-Reihe Unstoppable Us anbietet. Wie verändert KI unser Leben, und wo liegen die Grenzen der Technologie? Kurzweils Optimismus scheint grenzenlos: allgemeine KI, Verschmelzung von Mensch und Maschine, Pillencocktails zur Lebensverlängerung und die Hoffnung auf Unsterblichkeit. KI wie auch das ewige Leben entstammen einer Traditionslinie der Literatur, die beide mehr als Fluch, nicht als Heilsversprechen zeichnet. Geht dieser Optimismus hier nicht mit einem Mangel an historischer und literarischer Bildung einher? Harari hingegen beschreibt in seinen Büchern die „Superfähigkeit“ des Menschen, Geschichten zu erzählen – Mythen, Religionen, Ideen, Ideologien. Vom römischen Reich bis zu modernen Demokratien sind es Erzählungen, die Rechtsräume, Werte, Zugehörigkeit und Gesellschaften stiften. Dies ist eine Fähigkeit, die der KI bisher weder zugesprochen noch abverlangt wird. Daraus entsteht die tröstliche These, dass KI uns im Kern – als erzählende, mythenbildende Wesen – nicht völlig ersetzen kann. Ab ins Brain Gym! Aber wie sieht dann die Zukunft mit KI aus? Wenn früher Menschen bei ihrer Arbeit viel Muskelkraft brauchten, ist dies mit heutigen Maschinen nur noch selten nötig und die Muskulatur hat sich zurück gebildet. Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn ähnlich funktioniert. Wer sich jahrelang nur mit Navi fortbewegt, verliert irgendwann sein innere Navigationsfähigkeit. Wer jahrelang die KI nutzt, wird wohl noch ganz andere kognitive Fähigkeiten abbauen. Wird es bald - wie die heutigen Fitness-Studios - auch Brain Gyms geben, die unser Gehlrn in Schwung halten? In dieser Episode erfährst du: Wie alkoholfreie Craftbiere die Bierkultur verschieben, warum KI nicht immer die richtige Antwort ist – und was das für uns bedeutet. Warum Ray Kurzweil und Yuval Noah Harari unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft der Menschheit bieten. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Einschätzung zur Zukunft der KI. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.
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VZU13 Unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 1
26.03.2026
24 Minuten
Im Sommer 2025 sind wir zu unserem „Hamburg Hafen Craftbeer Crawl“ aufgebrochen – ein Unterwegs-Projekt mit mehreren Stationen entlang des Hafens - Mikro in der Hand und Bier im Glas. Wir kehren an ausgewählten Spots ein, probieren Biere und sprechen unsere Eindrücke direkt vor Ort ein. Die Route führte uns von der Elbphilharmonie über die Landungsbrücken bis hin zu weiteren Brau-Orten – immer zwischen Hafenromantik, Touri-Trubel und der Frage: Wo schmeckt’s wirklich gut? Elbphilharmonie & der schwindende Störtebeker-Glanz Erste Station: die „Bar“ in der Elbphilharmonie, die heute eher ein Café mit reduziertem Störtebeker-Ausschank ist. Die Enttäuschung zur Location war groß: wenige Biere am Hahn, viel Wind, viel Lärm, kaum Atmosphäre zum Aufnehmen. Wir probieren trotzdem – Atlantic Ale und Helles von Störtebeker – und sprechen darüber, warum die Biere solide, aber gerade im Hellen etwas malzbetonter und weniger sommerlich-frisch daherkommen. Blockbräu: Zwischen Touristenfalle und echter Hafenliebe Richtig los geht der Craftbeer-Teil dann im Blockbräu direkt an den Hamburger Landungsbrücken, der Braugastronomie aus dem Reich der Familie Block (Block House, Jim Block, L’Osteria). Wir erzählen, wie Blockbräu als großes Blockhaus mit eigener Brauerei funktioniert, warum hier keine komplett wilden Craftbier-Experimente passieren, aber dafür verlässliche, gut trinkbare Biere im kleinen Stil. Bei trübem Hellen mit zurückhaltender Hopfung analysieren wir Schaum, Malz, Hopfenprofil und wie sich Aroma und Fruchtigkeit vom ersten Schluck bis zum letzten Viertel im Glas verändern. Natürlich geht es auch um die Landungsbrücken selbst: Wir mögen den Hamburger Hafen, sprechen aber offen darüber, wie schnell die Gegend zur Touristenkulisse mit Raddampfer-Attrappe, Kleinkünstlern und Fotospots werden kann. Dazu gibt es eine herrlich absurde Anekdote von Jan. Wir sprechen über Gentrifizierung, Kunstszene und Hafenrandlage und darüber, wie sehr sich Hamburg gerade städtebaulich verändert. Wer Hafen, Bier, Architektur und urbane Transformation mag, bekommt eine Folge, die Lust auf einen eigenen Craftbeer-Spaziergang entlang von Hafencity, Elbphilharmonie und Landungsbrücken macht. In dieser Episode erfährst du: wie unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl entstanden ist – von der Idee bis zur Route an der Elbe warum der Störtebeker-Ausschank in der Elbphilharmonie heute nur ein Provisorium ist wie Blockbräu als Teil der Familie-Block-Gastrowelt funktioniert und welche Biere dort gebraut werden. was den Hafen zwischen Touristenfalle, Raddampfer-Kitsch und echter Hamburger Stimmung ausmacht wie die Hafencity für Wikipedia dokumentiert wird, was hinter Projekten wie dem Holzhochhaus „Roots“ und der „Botschaft der Wildtiere“ steckt und was das über Hamburgs Wandel erzählt. Wenn dir unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl zwischen Elbphilharmonie und Blockbräu an den Landungsbrücken und Touristenbeobachtungen gefällt, abonnier unseren Podcast in deiner Lieblings-App, gib uns eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts und teil diese Folge mit Menschen, die Hamburg, Bierkultur und urbane Geschichten genauso lieben wie wir.
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VZ146 Monster im Kopf: Von Aliens, KI und Zombies
12.03.2026
1 Minute
Ein zentrales Thema der Folge ist die Kunstform des "verborgenen Monsters" in der Filmgeschichte. Am Beispiel von Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" (1968) und Ridley Scotts "Alien" (1979) analysieren wir, wie große Regisseure durch das bewusste Nicht-Zeigen von Bedrohungen maximale Spannung erzeugen.​ KI-Bias und die Google-Kontroverse Die Diskussion geht von HAL zu aktuellen KI-Themen. Gordian berichtet von Googles umstrittenem Versuch, Diversität in KI-generierten Bildern zu erzwingen, was zu Ergebnissen wie einer schwarzen Päpstin oder schwarzen Wehrmachtssoldaten führte.​ Die beiden analysieren, dass KI nicht "versteht", sondern nur Muster reproduziert. Googles Ansatz entlarvte die Grenzen dieser Technologie. Doch die katholische Kirche sei der eigentliche Aufreger, nicht die KI. Open Source Wir erläutern die Philosophie von Open Source und Creative Commons. Unser Podcast selbst steht unter einer Creative Commons-Lizenz, welche Weitergabe und Bearbeitung erlaubt, solange die Urheber genannt werden und die gleichen Lizenzbedingungen gelten.​ Deutsche Theaterszene: Zwischen Elfenbeinturm und Zugänglichkeit Gordian kritisiert die deutsche Theaterszene als zunehmend selbstreferenziell. Moderne Inszenierungen würden oft nur für ein Insiderklüngel verständlich sein, das die zahlreichen Referenzen und Brechungen entschlüsseln kann. Er bemängelt: "Ich glaube, das deutsche Theater irritiert nicht so sehr, wie das deutsche Theater selber denkt, dass es irritiert".​ Als positives Gegenbeispiel nennt Jan das Singspiel "Sekretärinnen" (1996) und "Das Boot" im Ernst Deutsch Theater, wo der Kriegsberichterstatter von einem Schauspieler mit nordafrikanischen Wurzeln gespielt wurde. Die Folge schließt mit einer Analyse von "Zombie" von den Cranberries. In dieser Folge erfährst du: - Wie Kubrick und Ridley Scott durch das Nicht-Zeigen von Monstern maximale Spannung erzeugten - Warum Googles Versuch, KI-Bias zu korrigieren, nach hinten losging und was das über die Grenzen von künstlicher Intelligenz aussagt - Was Open Source wirklich bedeutet und warum "frei" nicht gleich "kostenlos" ist - Weshalb die deutsche Theaterszene oft am Publikum vorbeispielt und welche Ausnahmen es gibt Wie The Cranberries' "Zombie" zum Antikriegslied gegen historische Traumata wurde Abonniert unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teilt diese Folge mit Freund:innen und erzählt uns in den Kommentaren auf YouTube oder Bluesky von euren eigenen Erfahrungen mit "verborgenen Monstern" – sei es im Kino, in der Technologie oder in gesellschaftlichen Debatten. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social
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VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos - eine Sinnsuche
26.02.2026
1 Minute
Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.​ Sorbisch, Preußler und die Ernsthaftigkeit des Kasper Sie landen beim Sorbischen und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist eher Ermittlerfigur eingebettet in eine reduzierte Figurenwelt. Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.​ Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi: Comic-Universen als Weltverstehmaschine Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.​ Darwin, Mendel und der blinde Fleck der Sinnfrage Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.​ Douglas Adams, Gott und der Witz der Weltformel Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.​ In dieser Episode erfährst du: - Wie Hamburger Senatsbock, tschechisches Schwarzbier und Craftbier-Kultur Gespräche über Identität und Erinnerungen anstoßen.​ - Warum Kindergeschichten, Hörspiele und Comics uns bis heute prägen, wie wir Abenteuer, Gerechtigkeit und Bedrohung erzählen.​ - Wieso Debatten um Astrid Lindgren, Michael Ende und koloniale Bilder zeigen, wie sich gesellschaftliche Normen verändern - Wie Darwin, Mendel und Gödel helfen, die Grenzen der Sinnfrage zu verstehen - Welche Rolle Douglas Adams’ Humor spielt Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YoutTube oder auf Bluesky von den Geschichten und Figuren deiner Kindheit und wie sie dich und deine eigene Suche geprägt haben. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
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VZ145 Handwerk und Hierarchien: Die Klassengesellschaft in der Statistik-Falle
12.02.2026
1 Stunde 3 Minuten
Bier, Stimme & Gesundheit Die Episode beginnt charakteristisch mit einer Bierverkostung: Flensburger Winterbock in der 2-Liter-Flasche versus alkoholfreies Hazy IPA von Amundsen. Gordian leidet schon länger unter Heiserkeit. Diese gesundheitliche Unsicherheit wird zum persönlichen Anker für eine größere Diskussion über medizinische Datenerhebung. Die Nationale Kohorte: Wissenschaft trifft Statistik Ein faszinierender Zufall: Beide Moderatoren sind Teilnehmer der Nationalen Kohorte (NAKO) – einer Langzeitstudie mit 30.000 Bürger:innen in Deutschland, die körperliche Werte, kognitive Tests und sozialen Status erfasst. Gordian schildert die Tests anekdotisch: das Merken von zwölf Wörtern (fast wie bei Donald Trump's berüchtigtem Cognitive Exam), das rückwärtige Aufsagen von Zahlenkombinationen. Doch hier liegt das Kernproblem: Die Statistik erfasst zwar Schulabschluss der Eltern, nicht aber Berufsabschluss. Jans Vater war Ingenieur, starb aber früh. Sein Stiefvater hatte keinen akademischen Abschluss – doch die Statistik zählt ihn als Kind aus einem „Akademiker-Haushalt", obwohl er vielmehr in einer Arbeiterfamilie aufwuchs. Eine der Grenze der Statistiken. Handwerk vs. Akademiker: Ein Paradigmenwechsel Dies führt zu einer zentralen These: Handwerksmeister verdienen heute oft mehr als Akademiker. Nicht wegen elitärer Positionen, sondern wegen Knappheit – es gibt Millionen Studienabsolventen, aber zu wenige Meister. Ein Meister kann seinen eigenen Betrieb führen, ausbilden, verhandelt von einer Position der Stärke. Generische Akademiker prügeln sich um wenige Jobs. Die Diskussion deckt auf, wie deutsche Statistik und gesellschaftliche Wahrnehmung nach Herkunft, nicht nach Leistung unterscheiden. Anders als in Frankreich, England oder USA mit ihren Ivy League Schools, wo Dynastien transparent dominieren, fungiert deutsche Bildungsstatistik als unsichtbarer Klassifizierer. Meisterbrief wird gleichgesetzt mit handwerklicher Beschränkung, obwohl ein Meister heute oft mehr verdient und entscheidet als ein studierter Projektmanager. Philosophie & Diskursanalyse: Die Kritik an der Schwachstelle Am Ende der Episode wendet sich die Diskussion zur Diskursanalyse – einer Denkschule, die Jan bedauert. Sie ist „demokratisch" geworden (alle können mitmachen) und dadurch schwach. Jan berichtet von einem Interview des Journalisten Tilo Jung (Jung & Naiv) mit Maximilian Krah (AfD), in dem Krah die „Übernahme durch Diskursanalyse" bedauert. Hier zeigt sich eine Gefahr: Man kann mit Menschen, deren Haltung man ansonsten ablehnt, eine gemeinsame Abneigung oder Vorliebe haben. In dieser Episode erfährst du: - Der statistische Fehler: Warum die Nationale Kohorte Jans Arbeiterkind-Hintergrund als „Akademiker-Haushalt" klassifiziert – und was das über deutsche Statistik aussagt. - Handwerk schlägt Akademiker: Warum ein Meister heute oft bessere Chancen und höhere Einkommen hat als viele Universitätsabsolventen – und warum das deutsche Klassenbewusstsein das nicht sieht. - Bierverkostung mit Tiefgang: Wie der Geschmack eines Winterbocks sich mit Temperatur entwickelt und warum alkoholfreie IPAs unterschätzt sind. - Philosophische Warnung: Wie die Diskursanalyse als denkerische Mode zum Problem werden kann – wenn alles nur noch Konstruktion ist und nichts mehr evident. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder in deiner Podcatcher-App, hinterlass uns gerne einen Like, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Geschichten vom Handwerk. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören. Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628 Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social
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