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Beschreibung
vor 2 Tagen
Transformation ist im Tourismus keine Option mehr, sondern
Bedingung. Klimawandel, Individualisierung, demografischer
Wandel, Digitalisierung und KI setzen die Branche unter Druck –
und trotzdem kommt die Veränderung nicht so recht in Gang. Es
wird angepasst, adaptiert, repariert; das System hält sich selbst
am Laufen. Aber ist das schon eine Antwort auf das, was gerade
passiert?
In unserer letzten Folge vor der Sommerpause gehen wir einer
Frage nach, die uns seit Längerem beschäftigt – auch aus dem
impulse4travel Manifest heraus: Warum verändert sich so wenig,
obwohl wir so viel wissen? Unsere These, zugleich der Kern dieser
Folge: Die Zukunft des Tourismus entscheidet sich nicht daran, ob
er ein Stück nachhaltiger oder gemeinwohlorientierter wird. Sie
entscheidet sich an der Handlungsmacht. Oder, wie wir es nennen:
an der Agency.
Wir sprechen darüber, warum Beteiligung eben nicht automatisch
Handlungsmacht bedeutet – und warum Partizipation ohne echte
Wirksamkeit oft nur ein Verfahren bleibt. Wir schauen dabei auf
die Gäste, auf die Mitarbeitenden und auf die Orte selbst und
fragen: Wer darf eigentlich mitgestalten, wer kann Nein sagen,
wer trägt Verantwortung – und bekommt auch die Möglichkeit, sie
zu tragen? Denn Agency ist keine Mengenfrage, sondern eine Frage
der Verteilung.
Dahinter steht ein Perspektivwechsel, der uns wichtig ist: weg
von der Konsum- und Produktlogik, hin zu einer gestaltenden Logik
im Lebensraum. Auch die Overtourism-Debatte lesen wir so neu –
nicht als Kapazitäts-, sondern als Legitimitätsfrage.
Und wir spielen verschiedene Zukünfte durch: vom „Weiter so" über
das „Patchwork" (für uns aktuell der wahrscheinlichste Pfad) und
die „Selektion", in der Reisen wieder zum Privileg wird, bis zum
Kategoriebruch, in dem sich das touristische Modell ganz auflöst.
Ihnen gegenüber steht ein fünftes, wünschenswertes Szenario: die
„Kultur der Wahl", in der Agency zum systemischen Prinzip wird.
Der Haken: Sie verlangt Mut. Denn geteilte Handlungsmacht heißt
auch, Kontrolle abzugeben.
Unsere Botschaft: Wer über die Zukunft des Tourismus sprechen
will, muss über Handlungsmacht sprechen. Sonst reden wir nicht
über Transformation.
Zu diesem Thema veröffentlichen wir in den kommenden Wochen mehr
– schaut gern auf nextstopfuture.de vorbei.
Next Stop: Future
Agency First
Catharina Fischer
Anja Kirig
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