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Beschreibung
vor 2 Tagen
Was, wenn die wichtigste Ressource im KI-Zeitalter eine ist, die
wir gerade gleichzeitig schwächen?
Im Noema Magazine wurde sie kürzlich auf den Punkt gebracht: die
"Judgment Economy". Eine Ökonomie, in der nicht mehr das reine
Produzieren von Wissen, Texten oder Analysen den größten Wert
schafft, sondern die Fähigkeit, Ergebnisse einzuordnen, abzuwägen
und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Eine wohltuende Vision,
denn sie sagt: Der Mensch bleibt relevant.
Aber sie hat einen blinden Fleck. Denn Urteilskraft ist kein
Download. Sie wächst über Erfahrung, Fehler, Reibung mit Realität
— über jene frühen Berufsjahre, die durch KI gerade besonders
unter Druck stehen. Eine Stanford-Studie zeigt erste Hinweise
darauf, dass junge Beschäftigte in stark KI-exponierten Berufen
heute weniger nachgefragt werden — auch wenn die Forscher selbst
betonen, dass neben KI verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.
Und auch erfahrene Profis sind nicht außen vor: Eine aktuelle
Lancet-Studie deutet darauf hin, dass selbst Ärztinnen und Ärzte
durch regelmäßige KI-Nutzung in ihrer eigenständigen
Diagnosefähigkeit nachlassen können.
In dieser Folge sprechen Anja und Catharina darüber, wie
Urteilskraft eigentlich entsteht, warum sie nicht
selbstverständlich vorhanden ist und welche Rolle dabei Bildung,
Erfahrungsräume und der Zugang zu echter Praxis spielen.
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