Paul Lendvai: «Solange mein Kopf arbeitet, schreibe ich weiter»
vor 1 Tag
Paul Lendvai verkörpert den Journalismus wie kaum ein anderer. Auch
mit 96 Jahren schreibt er noch regelmässig Kolumnen für die
österreichische Tageszeitung «Der Standard». Gleichzeitig ist er
als Holocaustüberlebender und Opfer des Stalinismus Zeitze ...
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Beschreibung
vor 1 Tag
Paul Lendvai verkörpert den Journalismus wie kaum ein anderer. Auch
mit 96 Jahren schreibt er noch regelmässig Kolumnen für die
österreichische Tageszeitung «Der Standard». Gleichzeitig ist er
als Holocaustüberlebender und Opfer des Stalinismus Zeitzeuge der
dunkelsten Phase des 20. Jahrhunderts. Paul Lendvais Geschichte ist
so aussergewöhnlich wie beispielhaft. 1929 in Budapest als Sohn
jüdischer Eltern geboren, erlebt er den institutionalisierten
Antisemitismus der ungarischen Horthy-Jahre. 1944 wird er
verschleppt und auf einen der sogenannte Todesmärsche geschickt,
auf denen die ungarischen Juden in die österreichischen KZs
gebracht wurden. Mit viel Glück gelingt ihm die Flucht, doch die
Verfolgung hört nicht auf. Als junger Journalist im mittlerweile
kommunistischen Ungarn gerät er in die Mühlen des Stalinismus und
wird interniert. Erst nach dem Aufstand von 1956 und dessen
Niederschlagung durch sowjetische Truppen gelingt ihm die Flucht
nach Wien und damit der Start in ein neues Leben. Von seinen
dunklen Jahren und dem Glück der Befreiung, von seiner Ankunft in
Wien und seiner beispiellosen Karriere als Journalist, von seinem
Kampf für Demokratie und seinem Engagement für Meinungsfreiheit,
von seiner Abscheu gegen Antisemitismus und seinem Ärger über die
derzeitige israelische Regierung und natürlich von seinem
intensiven Bezug zur Musik erzählt der 96-jährige kerngesunde Paul
Lendvai im Gespräch mit Michael Luisier. Die Musiktitel: - Richard
Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding», aus Der
Rosenkavalier (Camilla Nylund, Sopran; Netherlands Philharmonic
Orchestra, Amsterdam; Marc Albrecht, Leitung) - Wolfgang Amadeus
Mozart: «Madamina, il catalogo è questo», aus Don Giovanni (Luca
Pisaroni, Bass; Mahler Chamber Orchestra; Yannick Nézet-Séguin,
Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre aus Così fan tutte
(Scottish Chamber Orchestra; Sir Charles Mackerras, Leitung) - Kurt
Weill: «Die Moritat von Meckie-Messer», aus Die Dreigroschenoper
(Lotte Lenya, Gesang; Roger Bean und sein Orchester) - Gustav
Mahler: «Der Abschied», aus Das Lied von der Erde (Christa Ludwig,
Mezzosopran; Fritz Wunderlich, Tenor; Philharmonia Orchestra; Otto
Klemperer, Leitung) Erstausstrahlung: 21.09.2025
mit 96 Jahren schreibt er noch regelmässig Kolumnen für die
österreichische Tageszeitung «Der Standard». Gleichzeitig ist er
als Holocaustüberlebender und Opfer des Stalinismus Zeitzeuge der
dunkelsten Phase des 20. Jahrhunderts. Paul Lendvais Geschichte ist
so aussergewöhnlich wie beispielhaft. 1929 in Budapest als Sohn
jüdischer Eltern geboren, erlebt er den institutionalisierten
Antisemitismus der ungarischen Horthy-Jahre. 1944 wird er
verschleppt und auf einen der sogenannte Todesmärsche geschickt,
auf denen die ungarischen Juden in die österreichischen KZs
gebracht wurden. Mit viel Glück gelingt ihm die Flucht, doch die
Verfolgung hört nicht auf. Als junger Journalist im mittlerweile
kommunistischen Ungarn gerät er in die Mühlen des Stalinismus und
wird interniert. Erst nach dem Aufstand von 1956 und dessen
Niederschlagung durch sowjetische Truppen gelingt ihm die Flucht
nach Wien und damit der Start in ein neues Leben. Von seinen
dunklen Jahren und dem Glück der Befreiung, von seiner Ankunft in
Wien und seiner beispiellosen Karriere als Journalist, von seinem
Kampf für Demokratie und seinem Engagement für Meinungsfreiheit,
von seiner Abscheu gegen Antisemitismus und seinem Ärger über die
derzeitige israelische Regierung und natürlich von seinem
intensiven Bezug zur Musik erzählt der 96-jährige kerngesunde Paul
Lendvai im Gespräch mit Michael Luisier. Die Musiktitel: - Richard
Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding», aus Der
Rosenkavalier (Camilla Nylund, Sopran; Netherlands Philharmonic
Orchestra, Amsterdam; Marc Albrecht, Leitung) - Wolfgang Amadeus
Mozart: «Madamina, il catalogo è questo», aus Don Giovanni (Luca
Pisaroni, Bass; Mahler Chamber Orchestra; Yannick Nézet-Séguin,
Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre aus Così fan tutte
(Scottish Chamber Orchestra; Sir Charles Mackerras, Leitung) - Kurt
Weill: «Die Moritat von Meckie-Messer», aus Die Dreigroschenoper
(Lotte Lenya, Gesang; Roger Bean und sein Orchester) - Gustav
Mahler: «Der Abschied», aus Das Lied von der Erde (Christa Ludwig,
Mezzosopran; Fritz Wunderlich, Tenor; Philharmonia Orchestra; Otto
Klemperer, Leitung) Erstausstrahlung: 21.09.2025
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