#129 Aserbaidschan - Die größte Überraschung dieser Reise

#129 Aserbaidschan - Die größte Überraschung dieser Reise

vor 2 Tagen
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Der Podcast für Reisende, Auswanderer und Selbständige - insbesondere Digitale Nomaden

Beschreibung

vor 2 Tagen

Die Reise nach Aserbaidschan begann mit gemischten Gefühlen und
einer latenten


Ablehnung. Geprägt durch die Eindrücke aus Armenien und der
Vertreibung der Menschen aus Bergkarabach


waren die Erwartungen an Baku äußerst gering. Doch die Realität
vor Ort belehrte den Reisenden schnell eines


Besseren und verwandelte Skepsis in pure Begeisterung.


Schon am hochmodernen Flughafen von Baku überzeugte der
reibungslose Ablauf. Das im Vorfeld online


beantragte Visum wurde schnell geprüft. Kurioses Detail am Rande:
Bei der Berufswahl im Visumsantrag gab es


nur eine kleine Auswahl, darunter „religiöser Führer“, letztlich
wurde jedoch die Option „Businessman“ gewählt.


Die digitale Infrastruktur glänzte sofort: Dank einer globalen
E-SIM Premium Plus waren mobile Daten beim


Aufsetzen der Flugzeugräder aktiv, sodass direkt ein Taxi über
die russische App Yandex (neben Bolt und Uber die


dominierende Plattform vor Ort) gerufen werden konnte. Die Fahrt
im hochmodernen Elektro-Premiumwagen,


dessen technologiegeladenes Cockpit an einen Science-Fiction-Film
erinnerte, beeindruckte nachhaltig. Bei der


Einfahrt nach Baku bei Nacht offenbarte sich eine spektakuläre
Skyline mit gläsernen Hochhäusern, historischen


Prachtbauten und imposanten Licht- und Lasershows, die
Assoziationen an New York oder Dubai weckten.


Das im belebten, selbst nachts um 23 Uhr noch von Familien und
Kindern frequentierten Fußgängerbereich


gelegene Hotel erwies sich als bodenständig und sauber. Der junge
Rezeptionist glänzte als wahres Sprachgenie mit


perfektem Englisch, Türkisch, Russisch und Aserbaidschanisch.
Aufgrund dieser positiven Erlebnisse wurde der


Aufenthalt spontan auf sechs Tage verlängert.


Bei Tageslicht offenbarte Baku seine architektonische Pracht.
Neben den Monumentalbauten faszinierte die von


einer Stadtmauer umgebene historische Altstadt. Obwohl
Aserbaidschan ein muslimisch-turksprachiges


Nachbarland des Irans ist, wird der Glaube hier äußerst liberal
gelebt. Kopftücher sieht man selten, Alkohol ist


präsent und der Gebetsruf des Muezzins ist im Stadtbild – anders
als in Istanbul – kaum hörbar. Kulinarisch bot


Baku ein absolutes Highlight: Die aserbaidschanische Küche
überzeugte in einem traditionellen Felsenkeller-


Restaurant mit Live-Musik auf ganzer Linie. Die Speisekarten
waren reichhaltig und selbst für Vegetarier boten


Gerichte wie die exzellent gewürzte Linsensuppe oder frittierte
Reisbällchen ein wahres Geschmacksfeuerwerk –


und das zu äußerst günstigen Preisen.


Der großzügige Boulevard am Kaspischen Meer (das in
Online-Rezensionen kurioserweise als „Betrug“ abgewertet


wird, weil es geografisch ein See ist) bietet einen fantastischen
Blick auf die Bucht und eine gigantische


Nationalflagge an einem riesigen Mast. Ein weiteres Highlight war
das moderne, nach dem ersten Staatspräsidenten


benannte Museum. Neben historischen Gewändern und
Musikinstrumenten faszinierte dort eine kinetische


Kunstinstallation mit schwebenden Seidentüchern in den
Nationalfarben sowie eine humorvolle Lama-


Kunstausstellung einer peruanischen Künstlerin. Ein Ausflug zu
einem historischen Feuertempel, dessen ewiges


Gasfeuer auf den antiken Zoroastrismus (Zarathustra) zurückgeht,
rundete das Kulturprogramm ab.


Die Reise nahm am dritten Tag ein jähes Ende, als der junge
Taxifahrer, durch sein Smartphone ablenkt, einen


Auffahrunfall verursachte. Obwohl niemand verletzt wurde,
entstand Sachschaden. Der beschämte Fahrer lehnte


die Bezahlung ab, und der anschließende Versuch des Reisenden,
die Fahrt über den Support der App zu stornieren,


führte zu bürokratischen Missverständnissen, bei denen der
Support fälschlicherweise eine Beschwerde vermutete.


Trotz dieses Vorfalls bleibt Aserbaidschan als das absolute
Überraschungsland dieser Reise in Erinnerung.
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