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Beschreibung
vor 4 Monaten
Es gibt im Affiliate Marketing Bereiche, die man kennt, aber nie
wirklich durchdrungen hat. Content Commerce gehört oft dazu. Man
setzt es mit Blogartikeln gleich, die am Ende drei
Affiliate-Links haben – und wundert sich dann, warum nichts
konvertiert. Das klingt sinnvoll und einleuchtend, ist aber meist
falsch. Content Commerce ist kein Format, das man zwischen
Cashback-Programm und Gutscheinpartner einreiht. Es ist ein
anderer Einstiegspunkt in den Funnel – und damit eine andere
Strategie. In der aktuellen Ausgabe von Affiliate Thinking habe
ich mit Geraldine Franck von Burda Forward gesprochen. Geraldine
ist seit 20 Jahren im Business, hat auf Advertiser-, Netzwerk-
und Agenturseite gearbeitet und verantwortet heute den
Commerce-Bereich bei Marken wie Focus, Bunte, TV Spielfilm und
Finanzen. Was ist Content Commerce eigentlich, wenn man es ernst
nimmt?
Geraldine beschreibt es als Verbindung aus Journalismus und
Performance Marketing. Man erzählt eine Geschichte rund um ein
Produkt oder eine Marke – und das in einem redaktionellen Umfeld,
das der User ohnehin aufsucht, weil er sich informieren möchte.
Nicht weil er schon kaufbereit ist. Dieses ist der entscheidende
Unterschied zu klassischen Publisher-Modellen: Man holt den
potenziellen Käufer an einem Punkt ab, an dem er noch gar nicht
weiß, dass er das Produkt haben möchte. Der Funnel beginnt
früher. Das bedeutet natürlich auch, dass man den letzten Klick
nicht immer gewinnen wird – aber darum geht es nicht. Für wen
lohnt sich das, und für wen nicht? Ein pauschales Ja gibt es hier
nicht. Geraldine nennt konkret, wo Content Commerce Sinn ergibt:
Produkte, die erklärungsbedürftig sind oder einen höheren Preis
haben
Produkt-Launches, bei denen man Awareness in einer definierten
Zielgruppe aufbauen möchte
Advertiser, die ihr Partnerprogramm über reine
Abverkaufspartner hinaus öffnen wollen
Weniger geeignet ist es für sehr günstige Produkte ohne
Erklärungsbedarf und für sehr nischige Anbieter, bei denen das
Volumen fehlt, das Hybridmodell aus Fixum und Performance zu
rechtfertigen. Das Grundrauschen-Prinzip Einzelne Aktionen gehen
natürlich.
Ostern, Black Friday, ein kurzfristiger Deal – das kann man alles
fahren, und es kann schnell Ergebnisse zeigen. Aber die
eigentliche Stärke von Content Commerce kommt laut Geraldine erst
dann, wenn man es langfristig anlegt. Das heißt: nicht ein
Artikel, der vier Wochen läuft und dann verpufft, sondern eine
Partnerschaft, die sich am Marketingkalender orientiert und über
das Jahr ein Grundrauschen erzeugt. Als Publisher die Marke im
Umfeld zu etablieren – das ist der Ansatz, den man mit einem
einzelnen Teaser nicht erreicht. Was brauche ich als Advertiser,
um zu starten?
Nicht viel mehr als ein kaufbares Produkt, ein funktionierendes
Partnerprogramm und Werbemittel, die das Produkt vernünftig
darstellen. Den Text übernimmt das Redaktionsteam von Burda
Forward. Was man mitbringen sollte: eine klare Idee, was
kommuniziert werden soll, und eine Vorstellung von der
Zielsetzung – Markenaufbau, Neukundengewinnung oder beides.
Man muss auch wissen, wohin man verlinkt. Startseite ist im
Zweifel die schlechteste Wahl. Wenn man über ein konkretes
Produkt schreibt, muss die Landingpage das widerspiegeln. Das
klingt offensichtlich, ist aber in der Praxis laut Geraldine
durchaus noch Thema.
Die Erfolgsmessung ist der schwierige Teil Content Commerce sitzt
initial im Funnel. Man liefert die Aufmerksamkeit, den ersten
Touchpoint, manchmal auch einen Zwischenstopp.
Den letzten Klick gewinnt im schlimmsten Fall Idealo, weil der
User nach der Recherche noch mal den Preis vergleicht. Dieses ist
kein Bug, sondern das Modell. Wer Content Commerce ausschließlich
am CPO misst, wird enttäuscht sein. Wer sich das Reporting
anschaut – Views, Touchpoint-Verlauf, Sichtbarkeit – und das in
Relation setzt zu dem, was danach im Funnel passiert, bekommt ein
realistischeres Bild. Das komplette Gespräch Wir haben im
Livestream auch besprochen, wie Kampagnen konkret aufgesetzt
werden, welche Pakete es gibt, was Burda Forward an Produktdaten
und Briefing braucht, und wie Geraldine die weitere Entwicklung
von Content Commerce im Affiliate-Kontext einschätzt. Das Video
ist jetzt verfügbar – auf YouTube und als Podcast. Wer lieber
liest als schaut, findet die wichtigsten Punkte hier. Wer
konkrete Fragen hat, kann sich direkt bei Geraldine melden.
Weiterführende Episoden
Warum reine Affiliate-Links allein nicht konvertieren –
Christian B. Schmidt – Roasting Affiliate Marketing
Aus der Praxis: Strukturierte
Advertorial-Formate — onlyoneway.de
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