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Beschreibung
vor 1 Woche
Braucht dein Pferd das wirklich?
Diesen Satz hat Sabine als junge Reiterin immer wieder von ihren
Eltern gehört, wenn sie etwas für ihr Pferd kaufen wollte. Ein
einfacher Satz – und gleichzeitig eine Frage, die wir uns heute
vielleicht häufiger stellen sollten.
Denn der Markt für Ergänzungsfuttermittel wächst stetig. Für
nahezu jedes Problem scheint es inzwischen eine passende Lösung
im Eimer zu geben. Aber brauchen unsere Pferde das wirklich?
Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Tiergesundheit nicht aus
einem einzelnen Produkt entsteht, weshalb Haltung, Fütterung,
Bewegung und Stressmanagement immer die Grundlage bleiben und
warum durchdachte Ergänzungen trotzdem ihren Platz haben können.
Es geht um Transparenz statt Marketingversprechen, um wenige,
bewusst ausgewählte Inhaltsstoffe statt endloser Zutatenlisten
und um die Frage, wie wir sinnvolle Entscheidungen treffen
können, ohne jedem Trend hinterherzulaufen.
Außerdem sprechen wir über den Spagat zwischen Wissenschaft und
Erfahrungsmedizin, darüber, warum Intuition und genaues
Beobachten ebenfalls ihren Platz haben darf und weshalb
Ehrlichkeit wichtiger ist als die perfekte Verkaufsstrategie.
Lösungs- statt problemorientiert für ganz viel Gesundheit.
Eine Folge für alle Pferdetherapeuten, Trainer und engagierten
Pferdebesitzer, die Gesundheit ganzheitlich betrachten und
verstehen möchten, wann weniger tatsächlich mehr ist.
Transkript: Pferde, Schäfer und Menschen – „Braucht ich das
wirklich?“ (mit Sabine Paulsen, Exquizid)
Denise: Hallo und herzlich willkommen zu einer
neuen Folge von Pferde, Schäfer und Menschen. Das Thema heute
geht in die Richtung, warum Gesundheit nicht aus dem Futtereimer
kommt und warum durchdachte Ergänzungen trotzdem sinnvoll sein
können. Und wenn du folgende Sätze schon mal gehört hast, wird
die Folge für dich auf jeden Fall einen enormen Mehrwert bringen.
Wir hören ja häufiger sowas wie: Ich mache mal eine
Entgiftungskur bei meinem Pferd oder bei meinem Hund, und dann
ist das Tier frei von Giftstoffen. Und die andere Seite sagt dann
sowas wie: Was für ein Quatsch, der Körper entgiftet ganz
alleine, das ist nur Geldmacherei. Mit beiden Mythen möchte ich
heute aufräumen.
Und ich habe dazu einen Gast eingeladen, das ist Sabine Paulsen,
die die Firma Exquizid gegründet hat. Ich werde ja häufiger auch
mal kontaktiert von Futtermittelfirmen, die mir dann schreiben:
Denise, wir haben da ein Produkt, wir würden dich gerne mal
kennenlernen und hätten dich gerne als Partner. Und ich muss ganz
ehrlich sagen, dass ich ganz, ganz selten da in den Kontakt gehe,
weil ich mir dann erstmal die Inhaltsstoffe anschaue und schaue,
was überhaupt das Konzept dahinter ist. Und ganz oft haben wir in
diesem überlaufenden Markt einfach auch Produkte, wo ich sage:
Nee, das erschließt sich mir nicht ganz. Bei Exquizid war das
definitiv anders, und dann habe ich mich mit Sabine getroffen.
Und ich habe gemerkt, dass Sabine nicht einfach sagt: Hier, kauft
mein Produkt, das ist die eierlegende Wollmilchsau, sondern dass
sie ganz genau weiß, wann sie was empfiehlt und warum sie dieses
Produkt entworfen hat.
Deswegen wollte ich mit Sabine heute eine Folge machen. Ich finde
es immer ganz wichtig, dass wir verstehen, wer der Mensch hinter
der Firma ist und was jemanden dazu bringt, in einem Markt voller
Futtermittel noch ein weiteres Ergänzungsfuttermittel
herzustellen. Herzlich willkommen, Sabine. Und Sabine, wer bist
du eigentlich? Wer steckt hinter der Firma Exquizid? Wie bist du
in den Pferdebereich gekommen? Ich würde mich sehr freuen, wenn
du uns einmal erzählst, wer hinter Exquizid steckt.
Sabine: Ja, liebe Denise, erstmal vielen, vielen
Dank für deine Einleitung, deine lieben Worte und überhaupt auch
für die Einladung hier zu diesem Podcast. Ich freue mich
wirklich, mit dir in das Thema nochmal näher einzugehen. Du hast
jetzt ganz viele Fragen gestellt, die ich nicht alle auf einmal
beantworten kann, aber das macht auch nichts, wir gehen da Stück
für Stück durch, da habe ich dich ja an der Seite.
Also kurz zu mir: Meine Eltern haben mir als Kind immer wieder
nur eine Frage gestellt: Braucht dein Pferd das wirklich? Damals
fand ich diese Frage ziemlich nervig. Heute merke ich, dass genau
daraus meine ganze Sicht auf Gesundheit überhaupt entstanden ist.
Ich bin Sabine Paulsen aus dem Norden Schleswig-Holsteins. Die
Firma ist die B&P Concept GmbH, und dadurch ist die Marke
Exquizid entstanden – Exquizid ist die Marke der B&P Concept
GmbH. Ich komme von einem Bauernhof, bin also mit Tieren wirklich
groß geworden, mit Pferden, mit Hunden. Meine Eltern und
Großeltern waren schon immer der Pferdezucht verbunden, Hunde
waren natürlich auch immer ein Thema, mein Bruder ist eher in die
Hundezucht gegangen. So bin ich eigentlich zu Pferden gekommen,
das ist also wirklich eine Generationsgeschichte.
Über meinen Weg, über viele verschiedene Stationen – ich wollte
als Mädchen natürlich nur reiten, das stand für mich ganz oben,
aber meine Eltern haben gesagt: Nein, du lernst erst nochmal
wirklich was Ordentliches, bevor du dich hier nur die ganze Zeit
den Pferden widmest. Also habe ich Verwaltungsfachangestellte
gelernt, war dann aber sofort wieder als Pferdebereiterin
unterwegs, viel auf der Welt, auch außerhalb von Deutschland.
Dabei habe ich sehr viele Beobachtungen und Erfahrungen gemacht.
Später kamen Kinder dazu, sodass ich aus dem Reitsport wieder
etwas zurückgetreten bin. Dann bin ich über eine
Geschäftsführerposition gegangen, und irgendwann fiel mir zu
Hause die Decke auf den Kopf – was mir heute mit diesen ganzen
Erfahrungen sehr hilft in Bezug auf die eigene Firma. So ist der
Weg gewesen, und die Themen Gesundheit, Tiernatur, Heilkunde
haben mich in den letzten Jahren sehr stark begleitet.
Denise: Aber das macht man ja nicht einfach so,
es gibt ja meistens irgendeinen Grund, warum man sich mit solchen
Themen beschäftigt. Wann hast du angefangen, diese
Gesundheitsthemen auch etwas anders zu betrachten?
Sabine: Ja, ich habe natürlich wirklich sehr
viel in den letzten Jahren beobachtet. Damals als Mädchen zu
Hause auf dem Hof musste das für meine eigenen Pferde auch
irgendwie das bunte Müsli sein, weil das gut aussah, gut roch,
und das musste doch auch einfach gut für mein Pferd sein. Aber
wie gesagt, meine Eltern haben mich sehr stark geprägt: Braucht
dein Pferd das wirklich? Diese Frage – ihr werdet sie
wahrscheinlich noch öfter hören – ist immer wieder in meiner
Laufbahn gekommen, und ich habe mich immer wieder bewusst
gefragt, was es eigentlich wirklich braucht zum Thema
Gesunderhaltung, wieder gesund werden und so weiter.
Dadurch ist entstanden, dass ich gesagt habe: Ich möchte wirklich
etwas bewegen. Ich wollte nicht das 50. Mineralfutter, das 30.
Magenprodukt auf den Markt bringen – davon könnte ich noch viel
mehr erzählen. Für mich war es wichtig, etwas zu bewegen, und ich
war schon immer ein Freund davon, nicht irgendwelche Symptome zu
bekämpfen, sondern immer tiefer zu wissen: Wo ist die Ursache, wo
entsteht etwas? Ich hatte das große Glück, dass ich auf dem
eigenen Hof groß geworden bin, die Pferde hatten viel Bewegung,
ich habe gesehen, wo sie groß geworden sind, wie das Futter
selbst hergestellt wurde, sei es das Heu, das Stroh. Natürlich
wurde auch Hafer dazugekauft, aber das Grundsätzliche – das
Raufutter – wurde selbst hergestellt. Ich wusste, was auf den
Feldern los ist.
Und irgendwann kam die Frage auf: Warum habe ich eigentlich so
viele gesunde Pferde, warum habe ich diese Probleme nicht? Ich
habe oft gehört: Mein Pferd hat wieder Magenprobleme, mein Pferd
hat Kotwasser, der hat dies, der hat das. Und ich konnte das gar
nicht verstehen, ich kannte es einfach nicht. So ist Stück für
Stück dieses Bewusstsein bei mir gewachsen, und diese Erfahrung
habe ich natürlich über all die Jahre gemacht – dass ich
letztendlich selbst Verantwortung für meine Tiere übernommen
habe. Und das wolltest du ja auch wahrscheinlich verstehen.
Genau, ich wollte das einfach tief verstehen: Bei mir geht es nie
darum, nur das Symptom zu bekämpfen – ich habe jetzt das und das
–, sondern ich wollte es wirklich verstehen. Woher kommt das?
Woher rührt das? Was ist los?
Denise: Ja, spannend, so ging es mir auch. Ich
habe auch jahrelang nur als Manualtherapeutin gearbeitet und dann
immer wieder gemerkt, dass ich bei ganz vielen Pferden merke: Ich
komme da nicht weiter, die haben andere Themen. Ich wurde damals
auch gefragt: Was hältst du denn von dem und dem Futtermittel?
Ich gebe das Müsli. Und ich war damals noch nicht so gut im
Selbstwert, dass ich mich getraut habe, auch zu sagen: Davon habe
ich noch keine Ahnung. Irgendwann habe ich gesagt: Ich fuchse
mich da mal rein. Mittlerweile arbeite ich mich in alle möglichen
Themen so tief ein, weil ich das immer noch zwei, drei Ebenen
tiefer verstehen möchte. Ich glaube, diese Unsicherheit, die wir
heute auch durch Social Media haben, durch diese vielen Unmengen
an Futtermitteln – das sind die Hauptprobleme, die Pferdebesitzer
auch haben, dass sie sagen: Ich habe das Gefühl, ich muss mein
Pferd unterstützen. Dazu kommen wir auch gleich noch, wann das
Sinn macht und was erst mal wichtiger ist. Aber ich blicke
überhaupt nicht durch.
Ich merke, dass die Pferde auch andere Themen haben:
Darmprobleme, Entgiftungsprobleme, Leberthematiken,
Hautthematiken, wo ich einfach nicht weiterkomme. Es hat, glaube
ich, jetzt zehn Jahre gedauert, bis ich das Gefühl habe, einen
guten Überblick zum jetzigen Stand zu haben – und ich glaube,
dass ich in zehn Jahren wieder etwas anderes erzählen werde.
Deswegen finde ich es toll, wenn Menschen sich wirklich ganz
fundiert damit beschäftigen, was sie da tun. Wenn man sich aber
den Markt anschaut, gibt es ja unzählige Produkte schon. Ich
persönlich bin komplett unabhängig von Firmen, es gibt zwar immer
wieder Firmen, mit denen ich sehr gerne arbeite, aber ich muss
voll dahinterstehen. Das heißt, ich sage nicht: Ich arbeite mit
der und der Firma, sondern ich frage mich: Was ist das Thema des
Pferdes? Und dann schaue ich, was gezielt dazu passen könnte.
Schauen wir uns den Markt an, dann haben wir unzählige Produkte –
warum hast du dann trotzdem gesagt: Ich entwickle nochmal etwas
Neues?
Sabine: Ja, das ist eine gute Frage, die ich mir
natürlich auch selbst gestellt habe: Willst du jetzt noch einen
Ergänzungsfuttermittelmarkt hier auf den Markt bringen? Und
viele, wie du auch schon gesagt hast, sind ja wirklich unnötig
verunsichert dadurch, dass es so viel auf dem Markt gibt. Das
kann ich total verstehen, denn ich bin ja auch in diesen Markt
gegangen und war erschlagen von dieser Vielfalt an
Ergänzungsfuttermitteln. Mir war wichtig zu schauen: Wo entsteht
eigentlich ein Problem, und welche Lösung gibt es dafür? Die
Pferde sind ja auch alle unterschiedlich. Ich sehe Exquizid nicht
als Ergänzungsfuttermittel im klassischen Sinne, sondern ich
möchte einen Beitrag leisten, der Tiere, Pferde und Hunde in
ihrer Gesundheit wirklich unterstützt. Das lag mir sehr am
Herzen.
Ich habe mich schon lange damit beschäftigt, diese Futtersäcke
umzudrehen und auf die Rückseite zu schauen: Was sind da an
Inhaltsstoffen drin, was für Zusatzstoffe gibt es da? Und
wirklich zu schauen, was es wirklich braucht – wieder diese Frage
meiner Eltern: Braucht es das wirklich?
Denise: Erst hat dich die Frage wahrscheinlich
unheimlich genervt, so wie Eltern eben auch nervig sein können –
das kann ich als Mutter eines 14-jährigen Sohnes aktuell sehr
deutlich sagen, dass das, was ich sage, natürlich erst mal auf
Abwehr trifft. Aber ich finde es so spannend, dass ich selbst die
Erfahrung gemacht habe: Themen, die mir erstmal zuwider sind, wo
ich denke, das nervt, da will ich eigentlich gar nicht rein –
dass es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen und die Augen
nicht davor zu verschließen. Ich finde es schön, wenn man das so
herunterbricht: Gerade bei diesem Thema müssen wir uns immer
fragen, wie ein Schaden entsteht. Ein Schaden entsteht – und so
können wir das bei vielen Sachen herunterbrechen – durch ein
Missverhältnis aus Belastung und Belastbarkeit. Wenn die
Belastung höher geworden ist durch eine unglaublich hohe Anzahl
an Umweltgiften, auf die der Körper physiologisch definitiv nicht
vorbereitet sein kann – das sind körperfremde, naturfremde
Stoffe, mit denen unser Körper, der Hundekörper, aber auch der
Pferdekörper konfrontiert wird, durch den Boden, durch das
Futter, durch das Wasser –, dann haben wir eine sehr hohe
Belastung. Und wenn die Belastbarkeit dann gering ist,
dann kann ich sagen: Okay, kann ich die Belastung etwas
runterfahren? Das geht aber nur in einem gewissen Maße. Wir
können es nicht vermeiden, dass wir Giftstoffe zu uns nehmen. Ich
hatte gestern gelesen, dass über 90 Prozent der Europäer
Glyphosat mit dem Urin ausscheiden, und dass wir uns davor gar
nicht mehr schützen können, selbst wenn wir nur Bio benutzen.
Und dann stellt sich die Frage – und das machst du ja auch mit
dem, was du konzipiert hast –, dass die Belastung steigt, aber
das ist ja nicht nur dieses eine Produkt, sondern es sind auch
noch andere Sachen. Wenn dich jetzt jemand anruft und sagt:
Sabine, was gebe ich denn jetzt meinem Pferd, das hat diese und
jene Symptome – wie greifst du das auf? Was sagst du, wenn jemand
fragt, was er geben kann für sein Pferd? Wie gehst du das an,
worauf schaust du?
Sabine: Du sprichst jetzt viele Faktoren an, was
Umwelt und Futterbelastung angeht. Wir können da nicht vor
weglaufen, da bin ich ganz deiner Meinung, und darum geht es auch
gar nicht – Dinge irgendwie von uns fernzuhalten. Ich sage immer,
wir müssen lernen, damit umzugehen, das ist ganz wichtig.
Wenn ich solche Anrufe habe, gucke ich mir grundsätzlich das
ganze Konzept an. Mir geht es nicht nur um die Fütterung, sondern
für mich gehören wie beim Menschen Körper, Geist und Seele auch
beim Pferd zusammen. Bewegung, Ernährung – das sind
Riesenfaktoren, welche Rasse, wie wird trainiert und so weiter.
Das kann ich in so einem Telefonat gar nicht alles beantworten
oder Empfehlungen aussprechen. Grundsätzlich sage ich immer:
weniger ist mehr – nicht in Form von weniger Heu in der Masse,
sondern bei Zusatzstoffen und Inhaltsstoffen wirklich gezielt zu
schauen, was ein bestimmtes Pferd oder Pony braucht. Da wirklich
individuell zu schauen nach Bewegung, Training,
Ernährungszustand, Allgemeinzustand.
Und dann fließt vielleicht auch noch ein Teil der Besitzer mit
ein – Stress ist ein Riesenfaktor. Gehe ich gestresst in den
Stall, schauen wir uns bewusst unser Pferd an, das spiegelt es
uns wider.
Für mich sind das viele Dinge, die ineinanderfließen müssen. Ich
bringe da gerne ein Beispiel: Das Auto hat aus gutem Grund vier
Räder, damit kommt es am besten vorwärts. Ist ein Rad lädiert,
kaputt oder platt, oder fehlt sogar ganz, dann fehlt einfach ein
Teil – und genauso ist es in der Fütterung auch. Es kann sein,
dass ein Pferd mehr braucht als das andere, das ist sehr
individuell zu betrachten.
Denise: Ja, genau, und das ist einfach super
umfangreich. Mich erreichen ganz oft Fragen wie: Denise, welches
Mineralfutter ist gut, was kann ich meinem Pferd geben – nach dem
Motto: Kannst du mal eben die Frage beantworten? Oder ein Kollege
fragt: Ich habe ein Pferd, da brauche ich ein gutes Eiweißprodukt
für, was würdest du geben? Und dann denke ich: Ich kann diese
Frage nicht beantworten, weil ich die komplette Geschichte dazu
brauche, wenn ich eine vernünftige Therapie machen möchte. Ich
muss mich vor allem fragen: Wie steht das Pferd, was hat es für
Belastungen, ist es auch handlungsfähig? Das finde ich ganz
wichtig, denn wir haben uns so weit von der Natur entfernt, und
die Pferde auch, dass sie manchmal komplett von uns abhängig sind
und gar nicht mehr – weder körperlich noch geistig, das können
wir nicht trennen, wie du auch schon gesagt hast – handlungsfähig
sind, gar keine richtige Herde haben. Das heißt, die
Belastbarkeit ist dann schon mal deutlich geringer durch diesen
Stress. Und jeder weiß auch, im Stress kann man nicht entgiften,
oder?
Wobei Entgiftung, das muss man auch nochmal ganz deutlich sagen,
ja nicht so ist, dass eine Tür geöffnet wird und die Giftstoffe
rausgeschmissen werden. Ich glaube, das ist manchmal die Idee,
die Pferdebesitzer haben – und das ist gar nicht böse gemeint,
gerade wenn sie medizinisch oder biochemisch nicht so im Thema
sind –, dass sie denken: Ich gebe jetzt etwas, was die Tür
öffnet, und dann schmeißt man den ganzen Klumpatsch raus.
Entgiftung oder Biotransformation ist ja wahnsinnig komplex. Da
muss man sich erst mal fragen: Ist der Körper überhaupt in der
Lage, auch nochmal mit einem zusätzlichen Gesteinsmehl,
Toxinbinder oder zusätzlichen Kräutern zu arbeiten? Oder müssen
wir erst mal eine andere Basis schaffen? Das ist ja eigentlich
für dich wirtschaftlich unklug, wenn du dann sagst –
denn eigentlich würde man denken: Sabine müsste ja ganz viel von
ihrem Futtermittel verkaufen. Aber letztendlich fällt das ja auf
uns zurück, wenn man sagt: Ich gebe jetzt einfach ein
Futtermittel, und dann ist das gut – dann heißt das nachher, das
Pferd ist nicht besser geworden, weil wir vergessen haben, diese
Faktoren zu berücksichtigen. Du sprichst da einige Dinge an, wo
ich sagen kann –
Sabine: Ja, genau so ist es. Auch das Thema
Entgiftung – das ist das eine. Ich sehe da aber auch noch ganz
wichtig den Darmfaktor. Viele sagen: Ich mache jetzt mal schnell
eine Entgiftungskur, und dann geht es wieder. Aber ich muss mir
das ganze Pferd anschauen, wie du auch sagst, in einem sauren
Milieu ist es eben auch schwierig zu entgiften. Unser Detox sorgt
auch für den Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes, was essenziell
wichtig ist. Aber ich muss mir wirklich die ganze Geschichte
anschauen: Wenn das Pferd aktuell vom Immunsystem her gar nicht
gut dasteht, ist es natürlich nochmal zusätzlicher Stress für den
Organismus, da jetzt einfach zu entgiften. Das Thema ist also ein
bisschen komplexer, als man vielleicht auf den ersten Blick
denkt. Man sollte schon ein Stück weit im Thema drinstecken –
deshalb ist es für mich bei Exquizid auch wirklich ein Konzept,
das dahintersteht, und nicht einfach –
Denise: – das nächste Ergänzungsfutter auf dem
Markt. Wenn dich jetzt so ein Pferdebesitzer fragt: Sabine, was
sollen das denn für Giftstoffe sein, wie hat sich die Umwelt
verändert – was hat sich da verändert, dass es überhaupt
notwendig ist, den Körper gut aufzustellen und zu unterstützen?
Sabine: Meine Meinung, oder gerade meine
Beobachtung in den letzten Jahren – natürlich war mir das damals
als Mädchen vom Bauernhof noch nicht so bewusst, ich bin damit
groß geworden. Aber im Vergleich zu heute, auch wenn man nicht
alles vergleichen sollte – schaut man mal zurück: Wie war es
früher, was kann man vielleicht von früher noch mitnehmen? Heute
ist die Mediengeschichte natürlich ganz groß, alles wird irgendwo
verteufelt, alles ist schlecht, hier geht das nicht. Ich bin
nicht diejenige, die gerne in den Problemen herumrührt, sondern
die wirklich nach Lösungen schaut: Wie können wir damit umgehen,
was können wir tun?
Bewirken, bewegen – da geht es wieder um Selbstverantwortung, das
Bewusstsein wirklich zu schärfen: Was kann ich tun, gerade um
diese Umwelteinflüsse, die wir wahrnehmen – es scheint ja
wirklich etwas zu sein, es wird ja auch öffentlich kommuniziert,
dass es Umwelteinflüsse gibt, sei es über die Luft, den Regen,
die Wasserqualität. Das sind meine eigenen Erfahrungen, meine
eigene Meinung, aber es ist auch öffentlich nachweislich. Ich
höre da ganz viel auf mein eigenes Gefühl, ich fühle, ich
beobachte.
Ich bin schon sehr früh mit einer gewissen Sensibilität
ausgestattet worden, wenn ich das mal so sagen kann – ich fühle
und spüre sehr früh, was los ist und was nicht, was sich gut
anfühlt und was nicht, wo es sich in mir zusammenzieht, wo ich
sage: Oh nee, da halte ich lieber Abstand. Das möchte ich auch
gerne in die Welt tragen, dass wir als Pferde- und Hundebesitzer
viel mehr wieder dahin kommen, auf unser eigenes Gefühl und
Gespür zu hören. Da merke ich: Das tut mir gut, das tut mir nicht
so gut. Und dann lerne ich, damit umzugehen und eine Lösung zu
finden – wie kann ich das eventuell eliminieren, wie bekomme ich
das aus meinem Organismus wieder raus?
Das Thema Toxine, Schimmelpilze und so weiter ist nun mal da.
Gucken wir uns das Heu an: Früher gab es bei uns auch mal den
schlechten Heuballen, weil er durch Lagerung oder Druckstellen
Schimmel gebildet hat. Die ersten, verschimmelten Lagen haben
unsere Tiere bekommen, die Rinder. Diese Möglichkeit hat aber
nicht jeder – heutzutage, seien wir ehrlich, als Einsteller
werden die ersten Lagen abgenommen und der Rest wird verfüttert.
Was wollen wir dann machen, wollen wir dem Pferd gar nichts
geben? Wir müssen ja etwas füttern und dann damit lernen
umzugehen. Deshalb ist es essenziell wichtig, das Immunsystem zu
stärken. Und das Immunsystem liegt nun mal ganz stark im Darm –
70 bis 80 Prozent des Immunsystems werden im Darm gebildet, der
Darm ist unser größter Kontaktbereich –
Denise: – zur Außenwelt. Ich glaube, vielen ist
einfach nicht bewusst, dass das, was das Pferd oder der Hund
aufnimmt, auch stoffwechselaktiv ist und verarbeitet werden muss.
Wie du schon richtig gesagt hast, geht es nicht immer nur darum
zu schimpfen, dass das Heu vielleicht von der Qualität her nicht
mehr so gut ist, dass zu niedrig gemäht wird, dass auch
Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die auch naturnahe Wiesen
nicht verschonen, weil sie ja nicht regional auf dem Feld
bleiben. Die Umweltbelastungen sind definitiv größer geworden –
wer das verleugnet… Aber wie du schon sagtest, sollten wir
lösungsorientiert sein, statt unsere Energie, die wir ja nicht
endlos haben und die Pferde auch nicht, darin zu verschwenden,
immer nur zu schimpfen und zu meckern. Können wir doch schauen:
Wie können wir das so gestalten, dass der Körper gesund ist? Das
setzt eben nicht nur an der Leber an – viele medizinische Laien
wissen ja, dass die Leber irgendwas mit Entgiftung zu tun hat,
aber das ist nicht das Einzige, was da unterstützt werden muss.
Ich glaube, euer Konzept geht ja auch nochmal in andere
Richtungen. Was müssen wir da alles unterstützen, was ist da noch
wichtig? Du hattest schon Stress, Heuqualität und Wasserqualität
genannt – da muss man ja auch ansetzen. Aber was ist es, wo du
sagst, das gilt es auch zu unterstützen, nicht nur die Leber?
Sabine: Ja, genau. Es ist klar, man geht in den
Markt, holt sich seinen Lebersaft oder Nierensaft und hat die
Hoffnung, dass dann wirklich etwas passiert. Letztendlich sind
wir alle so: Wenn ich mir etwas kaufe, erwarte ich davon auch
etwas, sonst würde ich es mir nicht kaufen. Da steckt heutzutage
schon eine gewisse Erwartung dahinter.
Mir war es wichtig, Qualität und Effektivität zu sichern. Deshalb
gibt es für mich nicht nur das eine Produkt oder den einen
Inhaltsstoff, sondern es ist immer ein Komplex aus vielen Dingen.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dass hinter Exquizid ein
Konzept steht. Zum einen sind es die Produkte, das Detox und das
Refresh. Viele fragen: Warum hast du nicht nur ein Produkt? Es
gibt für mich nicht diese One-Pot-Lösung. Ich kann nicht auf der
einen Seite entgiften und gleichzeitig aufbauen – wenn ich zum
Beispiel Gesteinsmehle drin habe, oder andere Dinge, die
ausleitend wirken oder die Ausleitung fördern, dann kann ich auf
der anderen Seite nicht gleichzeitig mit bestimmten Dingen
aufbauen. Das hebt sich für mich logisch voneinander ab. Es
funktioniert vielleicht ein Stück weit, aber ich möchte
Effektivität, deshalb war mir das sehr wichtig.
Wenn ich zum Beispiel einen Hustensaft für mein Pferd möchte,
stelle ich mich in die Küche – da geht es für mich wieder um
Selbstverantwortung –, nehme bestimmte Kräuter, die dafür schon
jahrzehntelang effektiv sind, und gebe das über das Futter.
Deshalb war es mir wichtig, wirklich dort anzusetzen, wo Probleme
entstehen, wie ich am Anfang schon gesagt habe.
Denise: Ja, und ihr habt im Grunde relativ wenig
Zutaten. Wenn man auf eure Seite schaut, ist das komplett
transparent, man hat nicht diese lange Liste von Zusatzstoffen,
wo man – ich muss ja mittlerweile immer meine Brille aufsetzen
und mir das abfotografieren, um es lesen zu können. Das finde ich
bei euch schön, dass ihr nur Stoffe drin habt, wo ich sage: Okay,
ich verstehe komplett, was damit gemeint ist. Und ich verstehe
auch, warum nicht nur ein Produkt da ist, weil wir wissen, dass
Entgiftung nicht eine Phase ist: Die Leber schafft es, dass
Toxine wasserlöslich gemacht werden, dann ist wiederum die Niere
gefragt, die diese wasserlöslichen Giftstoffe ausscheiden muss.
Die Nierenunterstützung ist also auch ein Teil eures Konzepts,
und es bringt ja auch nichts, nur die Leber mit Mariendistel und
Artischocke zu unterstützen, sondern man muss schauen, dass man
das komplette Konzept hat – was kann man auf Organebene
sinnvollerweise machen. Wenn mich jemand fragt, was ich machen
würde, um die Entgiftung des Pferdes zu fördern, würde ich sagen:
Bewegung. Erst mal auch Dinge, die nichts kosten. Oder sauberes
Wasser. Ich wurde auch mal kritisiert, es hieß: Du steckst ja mit
den Firmen unter einer Decke. Da habe ich gesagt: Wie schade, wer
mich kennt, weiß, dass ich genau überlege, wann es überhaupt Sinn
macht, etwas reinzugeben.
Ich hatte einen Fall, da habe ich ein Pferd behandelt, und die
Besitzerin fragte: Was kann ich machen, was kann ich
unterstützen? Ich habe gesagt: Bevor wir irgendwas machen,
schauen wir erst mal, dass du sauberes Wasser für dein Pferd
hast. Ich habe mir die Hände gewaschen und bin da auch sehr
sensibel und nehme viele Sachen wahr – beim Händewaschen habe ich
gemerkt, das Wasser war komplett eisenhaltig, es kam wirklich
braun raus. Und das Pferd hatte einen Schilddrüsenkropf
entwickelt. Ob das damit zusammenhängt, ist rein hypothetisch,
aber ich dachte: Erst mal, wie du auch am Anfang gesagt hast,
schaffen wir eine gute Grundsituation, dass das Pferd erst mal
eine Basis hat – vernünftiges Wasser, vernünftiges Heu, wo wir
zwar auch nicht immer verhindern können, dass trotzdem Toxine
enthalten sind, aber das finde ich ganz wichtig.
Ich bin ja auch in der Verantwortung, als Therapeutin gut zu
unterstützen, und ich nehme mir wahnsinnig viel Zeit für ein
Pferd – wirtschaftlich ist das für mich eigentlich total
verrückt, denn man könnte ja auch sagen: Dann nehme ich lieber
einen Therapeuten, der sich weniger Zeit nimmt. Mein Mehrwert ist
einfach, dass ich alle Puzzleteile zusammenfüge und schaue, was
sonst noch auffällt. Wenn ich in den Stall gehe und es riecht
schon, oder ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich dort bin, und das
Heu wird aufgeschüttelt und ich sehe, wie viele Staubpartikel
hochkommen – das habe ich alles in meinen Behandlungen im
Hinterkopf, nicht nur: Ich löse da jetzt eine Blockierung und
suche ein tolles Kraut raus.
Können wir hier um Kopf und Kragen reden? Das war eigentlich auch
gar nicht das Thema. Deswegen, Sabine, möchte ich einmal deine
Meinung wissen bezüglich dieses brisanten Themas Wissenschaft und
Erfahrung, das ja gerade auf Social Media manchmal sehr
schwarz-weiß dargestellt wird. Das ist ein sehr aktuelles Thema,
und wir brauchen die Wissenschaft, aber wir wissen auch, dass
nicht alles, was wir beobachten, bereits wissenschaftlich
unabhängig von irgendwelchen Firmen untersucht wurde. Meine Frage
ist: Wie bewertest du das? Muss alles wissenschaftlich erwiesen
sein? Dürfen wir auch den Mut haben zu sagen, wir haben da
Erfahrungswerte, die wir plausibel rekonstruieren können?
Sabine: Ja, das ist natürlich ein Thema,
Wissenschaft und Studien. Meiner persönlichen Meinung nach muss
das Ganze einfach im Gleichgewicht sein, wie bei vielen anderen
Dingen auch. Es gibt wissenschaftliche Nachweise über bestimmte
Dinge, und dann gibt es wiederum wissenschaftliche Nachweise, die
dagegensprechen. Deshalb ist es für mich immer schwierig, und ich
versuche, mich im Gleichgewicht zu halten. In einigen Bereichen
sind Studien und Wissenschaft mehr gefragt als in anderen. Ich
halte es ein bisschen nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.
Auch hier habe ich über die Jahre wirklich gelernt, auf mein
Gefühl zu hören – und das täuscht mich sehr selten. Wenn es mich
täuscht, dann waren mein Kopf und meine Gedanken mit im Spiel.
Ansonsten: Ich kann Studien lesen, die sich für mich richtig
anfühlen, ich kann aber auch Studien lesen, die sich für mich
nicht richtig anfühlen. Beides ist für mich richtig – ich höre da
ganz viel auf mein eigenes, tiefes Gefühl, das mich über die
Jahre begleitet und mich zu dem gemacht hat, wo ich jetzt stehe.
Denise: Ich denke auch, dass die Idee, eine
Studie zu machen, ja auch durch Erfahrungen entsteht. Wir hatten
eine viel größere Zeit in der Menschheit, in der es noch keine
Studienuntersuchungen gab – was ich auch total spannend finde.
Die Entstehung von Studien kommt ja auch durch Erfahrungen:
Jemand hat gemerkt, dass etwas wunderbar greift, und dann
untersucht man das. Es ist dann schön, wenn wir da ein Ergebnis
haben, wobei wir natürlich immer genau schauen müssen, wie
untersucht wurde und wie individuell wir das werten können. Aber
ich glaube auch, dass uns oft von klein auf das eigene Gefühl
abgesprochen wird. Ich erinnere mich, ich hatte eine schöne
Kindheit, gar keine Frage, aber wenn ich als Kind besonders
sensibel auf etwas reagiert habe, hieß es oft: Sei doch nicht so
empfindlich, ist doch nicht so schlimm. Ich bin unheimlich
geräuschempfindlich, und das wurde oft abgetan – ach, du bist
aber auch empfindlich. Mir wurde immer gezeigt, dass mein Gefühl
nicht richtig ist, gar nicht böse gemeint. Aber irgendwann habe
ich festgestellt, dass ich mich sehr wohl auf mein Gefühl
verlassen kann. Und seitdem ich das mache, sind meine
Behandlungen viel besser geworden – seitdem ich mich wirklich auf
mein Gefühl verlasse und nicht sage: Oh nein, das darf jetzt
nicht sein, das kann ich ja nicht belegen. Ich habe nach 20
Jahren Pferdetherapie gemerkt, dass ich mich auf mein Gefühl und
meine Erfahrung mehr verlassen kann, als wenn mir jemand sagt:
Ich habe jetzt belegt, dass manuelle Therapie nicht wirksam ist.
Wenn ich doch selbst merke, dem Tier geht es danach besser – egal
ob durch die manuelle Therapie oder durch etwas anderes, was ich
angeregt habe –, ist mir das letztendlich egal. Wir haben
denselben Nenner in Wissenschaft und Erfahrungsmedizin: Wir
wollen langfristig gesunde Tiere haben. Ich glaube, darüber
könnten wir uns noch lange unterhalten, aber wir haben ja auch
schon besprochen, dass wir noch weitere, tiefergehende Folgen
machen, wenn Interesse da ist und die Zuhörer sagen: Das und das
interessiert mich noch genauer, könnt ihr das nochmal vertiefen.
Sabine: Gerne, auf jeden Fall – wir sprechen
hier wirklich nur die Oberfläche an, das geht noch viel tiefer.
Und was du gerade zum Schluss auch sagtest: Letztendlich sollte
uns allen daran gelegen sein – wie die Liebe zum Tier entsteht,
die Gesundheit, die Vitalität, das ist letztendlich das Ziel von
uns allen, und nicht ein bestimmter Plan, den wir jetzt verfolgen
sollten, oder: Das macht man so und so, und nein, ich mache das
anders. Jeder ist auf seinem eigenen Weg.
Denise: Und wie du gesagt hast: Ob man es nur
mit der manuellen Therapie geschafft hat oder ob es vielleicht
doch etwas anderes war, was dazu geführt hat – wichtig ist doch
für uns alle, dass wir ein gesundes Pferd, einen gesunden Hund
haben, der lange an unserer Seite ist. Für mich sind die Tiere
immer mehr als nur ein Tier gewesen, sondern das ist ein
Familienmitglied, für das wir die Verantwortung tragen. Genau.
Sabine, wenn wir den Zuhörern ein paar Tipps mitgeben wollen, wie
man gute Ergänzungsfutter grundsätzlich erkennt – könntest du ein
paar Ideen mitgeben, worauf der Pferdebesitzer oder Therapeut
auch beim ganz klein Gedruckten achten sollte, wann Skepsis
angebracht ist?
Sabine: Ja klar, auf jeden Fall. Ich sage immer:
Je weniger hinten draufsteht, desto besser ist es – je weniger
Inhaltsstoffe aufgeführt sind, desto reiner ist es in der Regel.
Wenn ich also ein Produkt habe, das wirklich viele Inhaltsstoffe
zeigt, wäre ich vorsichtig.
Und wenn ich mich selbst nicht so gut damit auskenne, würde ich
mir jemanden hinzuziehen, der sich damit auskennt. Wenn mir
irgendwie ein Inhaltsstoff nicht zusagt, gibt es genug Menschen,
die mir dazu etwas sagen können – das empfehle ich wirklich
gerne. Sich jemanden an die Seite zu holen, ist ganz wichtig.
Skepsis ist angebracht, oder man sollte auf gut Deutsch die
Finger davonlassen, bei Dingen, die dem Organismus nachweislich
mehr belasten, als sie entlasten würden. Es ist schwierig – es
gibt kaum ein Futtermittel, einen Futtersack, ein Kraftfutter,
bei dem ich sage: Das ist jetzt wirklich top, das ist perfekt.
Irgendwo ist immer ein bisschen was, wo eine gewisse Skepsis
angebracht ist. Letztendlich muss es im Gleichgewicht sein – wir
finden nicht diese eierlegende Wollmilchsau, wie du auch am
Anfang gesagt hast. Wir müssen lernen, damit umzugehen. Für mich
ist wichtig, wieder zu schauen: Was braucht mein Pferd wirklich?
Kommt es vielleicht mit genügend Heu aus, weil es viel bewegt
wird, viel auf der Weide steht und sich selbst Gräser holt – auch
Disteln oder Brennnesseln, wenn es die braucht? Man kann bewusst
darauf achten, die Pferde holen sich das, wenn sie noch auf der
Weide stehen. Viele denken, das piekst ja so, aber sie fressen es
wirklich.
Wirklich zu schauen, was man wirklich braucht, sich als Besitzer
zu Hause hinzusetzen und ehrlich zu reflektieren: Braucht es das
beworbene Produkt wirklich? Ja, das Heu und das Mineralfutter,
denke ich, sind heutzutage schon essenziell wichtig, weil die
Böden diese Mineralien gar nicht mehr hergeben, das Futter an
sich auch nicht. Da sollte man heute wirklich schauen – und die
Pferde zeigen es einem auch, ob sie es brauchen oder nicht.
Brauchen sie es nicht mehr, lassen sie es auch gerne mal im Trog
liegen.
Denise: Ja, ich bin da ziemlich skeptisch –
nicht nur bei anderen Menschen und Produkten, sondern auch bei
mir selbst, und hinterfrage immer extrem, was ich mache, und
denke danach, oder fünf Jahre später: Was hätte ich vor fünf
Jahren bei dem Pferd anders machen können? Das wird immer so
sein. Ich habe auch das Detox und das Refresh für meine
Jack-Russell-Hündin besorgt und dachte, das probiere ich jetzt
mal aus. Sie wiegt nur fünf Kilo, ich glaube, damit werde ich das
ganze Jahr gut auskommen. Sie frisst es gut, und ich weiß genau,
was ich da füttere, das finde ich cool. Aber da setze ich
natürlich nur auf etwas drauf, was ohnehin schon gut ist – sie
nimmt am Hof auch manchmal wirklich Mist auf, frisst alles, wenn
ich sie mit zur Behandlung nehme. Zu Hause wird sie aus meiner
Sicht sehr artgerecht gefüttert, aber trotzdem habe ich ein sehr
gutes Gefühl, wenn ich das auf eine gute Basis, körperlich und
mental, draufsetze. Und sie läuft im Moment wirklich sehr gut –
man sieht ihr alles an, was sie da absetzt, es riecht zwar nicht
gut, aber es sieht sehr gesund aus.
Sabine, wenn du nur drei Dinge mitgeben könntest, die Pferde- und
Hundebesitzer für eine langfristige Gesundheit beachten sollten –
ich bin ja absoluter Pferdemensch und behandle keine Hunde, aber
bei euch stehen ja Hund und Pferd im Fokus – was wären die drei
Dinge?
Sabine: Bei mir ist es wirklich das Thema
Bewusstsein – das eigene Bewusstsein wieder zu schärfen, das ist
ein ganz großes Thema. Genauso, sich die Frage zu stellen, jetzt
wahrscheinlich zum letzten Mal: Was braucht es wirklich? Ehrlich
mit sich selbst sein, sich wirklich hinsetzen, meinetwegen auch
mit dem Pferd auf die Weide setzen – das Pferd wird sich zwar
nicht setzen, aber man kann sich zu seinem Pferd auf die Weide
setzen und sich ehrlich fragen: Was braucht es wirklich, was
braucht mein Pferd? Oder mit dem Hund im Garten – was braucht
mein Hund wirklich, um gesund zu sein? Und dabei nicht nur an das
Futter denken, sondern auch an die anderen Dinge.
Und als Drittes: Hör auf dein eigenes Gefühl, nicht deinen Kopf,
sondern dein tiefes Gefühl. Was fühlt sich wirklich gut an, was
nicht? Lerne, wieder mehr zu fühlen und hinzuhören – du kennst
die Antwort.
Denise: Ich glaube, das können wir super auf den
Menschen übertragen. Wir kennen das ja: Ach, das könnte ich noch
gebrauchen, das ist ein Angebot – nicht nur auf die Tierwelt
bezogen, sondern auch für uns selbst. Ich wohne mit meinem
Partner, Kind, Hund und Katze in einer ganz kleinen Wohnung und
habe festgestellt, wie wenig ich eigentlich brauche. Ich bin
wesentlich zufriedener, seitdem ich weniger habe, und frage mich
das auch oft selbst: Brauche ich das wirklich? Nicht nur bezogen
auf die Gesundheit des Tieres, sondern auch für mich selbst – ist
das wirklich notwendig?
Sabine: Ja, genau, das ist auch so ein Thema bei
Exquizid: Weniger ist mehr – das spiegelt sich in allem wider,
sei es in den Inhaltsstoffen oder in den Produkten. Wir haben
keine Vielfalt an Produkten, wir haben es für Hund, für Pferd,
dazu noch ein kleines Magnetfeldgerät für Pferde und Hunde, aber
auch für die Besitzer selbst – ein kleines, feines Portfolio, auf
dem man aufbauen kann.
Denise: Ich sage übrigens auch immer Exquizid,
also „Exquizid“ – das hören wir ja öfter, aber das ist total
egal, es ist alles gut. Sabine, tausend Dank, dass du zu Gast
warst – schickt uns gerne Rückmeldungen und Fragen, die wir gerne
in einer weiteren Folge beantworten. Zum Schluss nochmal die
Quintessenz: Gesundheit entsteht dadurch, dass wir lernen, den
Organismus mit seinen Belastungen besser zu verstehen und
wahrzunehmen, und ganz bewusst Entscheidungen zu treffen.
Ergänzungen können unterstützen, sie ersetzen aber niemals die
Grundlagen, auch wenn es so einfach wäre. Vielen lieben Dank,
Sabine.
Sabine: Gerne, gerne, vielen Dank für die tolle
Folge. Meldet euch gerne, auch mit Fragen – wie Denise schon
sagte, kritische Fragen sind durchaus erlaubt. Vielen Dank,
dankeschön.
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