In dieser Folge von „20 Minuten. Der
Audio-Impuls.“ spricht Tobias Lammert mit Oliver Spitzer
über eine zentrale Fehlannahme in der Bewertung von Radiowerbung:
Ein Spot ist nicht automatisch wirksam, nur weil er auffällt,
gefällt oder erinnert wird.
Oliver Spitzer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit
Emotionsforschung, Markenwirkung und der Frage, wie Kommunikation
tatsächlich wahrgenommen wird. Sein klarer Befund: Werbewirkung
beginnt nicht bei Erinnerung oder Verständnis, sondern bei
Emotion. Denn jede Kommunikation löst etwas aus – ob geplant oder
ungeplant. Oder, wie er es in der Folge zuspitzt: Man kann nicht
nicht emotionalisieren.
Im Gespräch geht es darum, warum Radio in der Kreation und
Bewertung oft zu kurz gedacht wird. Oliver Spitzer beschreibt,
dass Radio lange als Medium verstanden wurde, das Menschen auf
dem letzten Meter noch schnell anschreien soll. Das funktioniert
zwar in bestimmten Fällen, verschenkt aber enormes Potenzial:
Radio kann Vertrauen erzeugen, Relevanz schaffen, Nähe aufbauen
und Marken emotional aufladen.
Ein zentraler Punkt der Folge: Gute Radiowerbung ist nicht
lauter, sondern präziser. Ein Spot muss Aufmerksamkeit erzeugen,
aber das gelingt nicht nur durch Lautstärke. Manchmal wirkt
gerade das Gegenteil stärker: ein leiser Moment, ein
ungewöhnlicher Einstieg, ein Spot, der im Werbeblock anders
klingt als alle anderen.
Worum es in dieser Folge geht
Warum Aufmerksamkeit noch kein Wirkungsnachweis ist
Warum Erinnerung als KPI bei Radio in die Irre führen kann
Welche Rolle Emotionen für Kaufentscheidungen und Markenwirkung
spielen
Warum Radiospots oft mit zu vielen Botschaften überladen
werden
Wie Stimme, Tempo, Pausen, Tonalität und eine klare Botschaft
Wirkung verstärken
Warum Radio gerade als Nebenbei-Medium besonders wirksam sein
kann
Welche Regeln helfen, Radiowerbung emotional präziser zu machen
Zentrale Erkenntnis
Ein guter Radiospot muss nicht nur gehört werden. Er muss das
richtige Gefühl für die Marke auslösen.
Oder anders formuliert:
Radiowerbung wirkt nicht durch Lautstärke, sondern durch
emotionale Passung, klare Botschaft und ein Umfeld, in dem sie
wahrgenommen werden kann.
Ausblick
In der nächsten Folge geht es um eve.AI: Wie kann KI helfen, die
emotionale Wirkung von Radiospots schon vor der Ausstrahlung
besser einzuschätzen? Gemeinsam mit Carmen Schenkel und Oliver
Spitzer spricht Tobias Lammert darüber, wie emotionale
Spotanalyse funktioniert und welchen konkreten Nutzen sie für
Kunden, Kreation und Mediaplanung haben kann.
Über den Gast
Oliver Spitzer ist Geschäftsführer von September Strategie &
Forschung sowie Mitbegründer von eve.AI und beschäftigt sich mit
Emotionsforschung, Markenwirkung und Werbewirkung. Mit seinem
Team analysiert er, was Kommunikation emotional auslöst – von
Sympathie und Vertrauen bis zu Relevanz, Stress oder Skepsis. Im
Gespräch erklärt er, warum klassische Messgrößen wie Erinnerung
oder Gefallen nicht ausreichen, um Radiowerbung wirklich zu
bewerten.
Über den Host
Tobias Lammert ist Geschäftsführer der
WDR mediagroup. Seit vielen Jahren beschäftigt
er sich mit der strategischen Rolle von Audio in Marketing, Media
und Markenkommunikation. Gemeinsam mit seinen Gästen ordnet er
aktuelle Entwicklungen ein und zeigt, wie Unternehmen Audio
wirkungsvoll für Markenführung und Kommunikation einsetzen
können.
Impressum & Kontakt
WDR mediagroup GmbH
https://www.wdr-mediagroup.com/de/impressum
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