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Beschreibung
vor 3 Tagen
Bundestrainer André Henning erklärt im Gespräch mit Uwe, wie die
deutsche Feldhockey-Nationalmannschaft trotz geringer Budgets und
geringer medialer Sichtbarkeit durch radikale Agilität,
Technologie und das Aufbrechen von Hierarchien Weltmeister,
Europameister und Olympia-Silber holen konnte. Die Episode zeigt,
warum starre Top-Down-Führung im modernen
High-Performance-Bereich scheitert und wie stattdessen die
Intelligenz des gesamten Teams auf den Platz gebracht wird.
Das Gespräch ist in zwei Halbzeiten unterteilt:
Halbzeit 1: Das Produkt (Das Hockeyspiel & Innovation)
Purpose und das „How“: Der Fokus liegt nicht nur auf dem
nackten Ergebnis, sondern auf dem gemeinsamen Verhalten (in
Abwandlung von Simon Sinek: „Start with How“). Das Team steht
für Werte und Haltung nach außen – wie das Tragen der
Regenbogenbinde für Vielfalt trotz öffentlicher Kritik zeigt.
Innovationszwang durch Ressourcenmangel: Da Hockey im
Vergleich zu anderen Nationen und Sportarten weniger Budget
hat, muss das Team smarter, innovativer und schneller sein.
Limitierende Glaubenssätze wurden komplett gestrichen.
Expertennetzwerke ohne Hierarchie-Bremsen: Einbindung
externer Impulse – wie der Workshop mit Uwe, bei dem „100
Ecken“ entwickelt und direkt im Spiel gegen die Niederlande
erfolgreich umgesetzt wurden. Im Betreuerstab (Medizin, Physio,
Athletik, Analyse etc.) agieren Experten eigenverantwortlich;
überzeugende Ideen werden ohne bürokratische Absprache mit dem
Chef direkt umgesetzt.
Kritische Selbstreflexion im Erfolg: Nach dem WM-Titel
führte Bequemlichkeit zum schlechtesten halben Jahr des Teams.
Seither wird der Erfolg als Antreiber genutzt, um sich gerade
dann kritisch zu hinterfragen und Neues zu wagen.
Datenanalyse und KI: Umfassende Steuerung über
GPS-Daten, die direkt aus dem dezentralen Training auf den
Laptop des Athletiktrainers gestreamt werden. Die Spielanalyse
wechselt von stundenlanger manueller Arbeit zu KI-gestütztem
automatisiertem Tagging (Abschläge, Tore, Ecken). KI wird die
kommenden Olympischen Spiele in Los Angeles im Vergleich zu
Paris 2024 extrem prägen und Wettbewerbsvorteile analog zur NFL
oder NBL generieren.
Halbzeit 2: Das Team (Die Kultur & Führung)
Radikale Eigenverantwortung auf dem Platz: Da die
Spieler auf dem Platz stehen und der Trainer daneben, müssen
die Spieler auch die Entscheidungen treffen. Das Team bestimmt
bei fast allen Prozessen und Problemdefinitionen mit (Ausnahme:
die finale Turniernominierung). Als Vorbild dient der
„Captain's Run“ der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft
(All Blacks), den die Spieler komplett ohne Trainer
durchführen.
Szenariotraining in Kleingruppen: Um in den letzten 10
Minuten eines Spiels bei Rückstand ohne Time-Out handlungsfähig
zu sein, erarbeiten Spieler in Kleingruppen eigene Taktiken,
Lösungen und Codewörter. Es gilt das Prinzip: „Jedes Team und
jedes Unternehmen insgesamt ist intelligenter als die Führung
alleine“.
Vertrauen als aktive Entscheidung: Vertrauen wird nicht
abgewartet, sondern ist eine bewusste Vorab-Entscheidung der
Führungskraft, um dem Team den nötigen Raum zu geben.
Kommunikationsloops mit schonungsloser Offenheit:
Vertrauen und Harmonie entstehen nicht durch Harmoniesucht,
sondern durch Klarheit und Wahrheit. Das Team nutzt scharfe
Kommunikationsloops, in denen man sich direkt die Meinung
geigt, weil einem das Gegenüber wichtig ist.
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