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Beschreibung
vor 8 Stunden
In dieser Folge des DEEPTECH DEEPTALK ordnen
Oliver Rößling und Alois Krtil
ein, was es bedeutet, wenn der amerikanische Staat den eigenen
Frontier Modellen plötzlich die Leine anlegt. Die USA verkauften
sich jahrelang als der Ort, an dem KI ohne Bremsen läuft. Jetzt
stehen erste regulatorische Eingriffe neben der Ankündigung von
100 Prozent Digitalzöllen als Antwort auf die europäischen Acts.
Das trifft tokenbasierte, hochsubventionierte Geschäftsmodelle
direkt an der Refinanzierung. Profiteur könnte Europa sein.
Modelle wie Mistral gewinnen an Boden, auch als Schutz vor einer
Übernahme durch amerikanische oder chinesische Käufer.
Den Kern der Folge bildet die These, dass nicht die Modellgröße
zählt, sondern die Architektur darum herum. Kleine gehärtete
Modelle mit Quelle, Fehlercode und Diagnose schlagen ein Frontier
Modell überall dort, wo proprietäre Industriedaten, kritische
Infrastruktur oder Edge-Einsatz in Drohnen und Sensorik gefragt
sind. Daneben geht es um die Frage, wie man gewachsene
ERP-Systeme angreift, ohne die Bilanz zu sprengen. Modul für
Modul von innen aushöhlen statt einer Komplettablösung lautet die
Strategie. Welcher Stein im Jenga-Turm der Legacy IT sich noch
ziehen lässt, bevor das System kippt, bleibt am Ende eine Frage
fürs Management.
Zum Schluss geht es um das europäische Zeitfenster. Neue
Vergabelogiken wie in Paris oder Estland geben auch kleinen
Anbietern eine Chance. Talent-Hotspots wie Station F oder King's
Cross ziehen Köpfe und Kapital an. Krtils These zum Schluss: Die
eigentliche Gefahr liegt nicht in einer durch Open Source
entstehenden Superintelligenz, sondern in der Machtkonzentration
bei wenigen Anbietern mit milliardenschweren Staatsverträgen über
Jahrzehnte.
Key Learnings
US-Regulatorik wird zur Waffe. 100 Prozent
Digitalzölle als Antwort auf die europäischen Acts und ein
erster regulatorischer Eingriff bei Frontier Modellen setzen
tokenbasierte, hochsubventionierte Geschäftsmodelle an der
Refinanzierung unter Druck.
Kleine Modelle schlagen große dort, wo es
zählt. Gehärtete Branchenmodelle mit Quelle,
Fehlercode und Diagnose liefern für proprietäre Industriedaten
und Edge-Einsatz verlässlichere Antworten als ein Frontier
Modell.
Wert entsteht durch Architektur, nicht durch
Modellgröße. Orchestrierung, Guardrails und Härtung um
das Modell herum entscheiden, ob ein System im B2B-Umfeld
überhaupt einsatzfähig wird.
Legacy IT lässt sich nicht ersetzen, nur
aushöhlen. Modul für Modul von innen aushöhlen erhält
den bilanziellen Wert und vermeidet eine teure
Komplettablösung.
Europa hat ein Zeitfenster, kein Zeitproblem.
Neue Vergabelogiken in Paris oder Estland öffnen Beschaffung
auch für kleine Anbieter. Talent-Hotspots wie Station F oder
King's Cross ziehen zusätzlich Köpfe und Kapital an.
Die größere Gefahr ist Machtkonzentration, nicht Open
Source. Wenige Anbieter mit milliardenschweren,
jahrzehntelangen Staatsverträgen sind nach Krtils Einschätzung
das eigentliche Risiko, nicht eine durch offene Modelle
entstehende Superintelligenz.
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