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Beschreibung
vor 1 Tag
Wer das Neue Testament richtig verstehen will, muss es in seinem
jüdischen Kontext verstehen. Aber wie gut kennen wir eigentlich
die jüdische Kultur des ersten Jahrhunderts? Oft sind unsere
Vorstellungen vom Judentum geprägt durch eine lange Geschichte
von Judenfeindschaft: So werden die Juden zum düsteren
Hintergrund, vor dem wir Jesus um so heller zum leuchten bringen.
Aber eine Beschäftigung mit jüdischen Quellen kann dabei helfen,
Vorurteile und Zerrbilder zu überwinden und Jesus groß zu machen,
auch ohne vorher das Judentum schlecht zu machen.Die bekannte
Erzählung von der Begegnung zwischen Jesus und einer
samaritanischen Frau (Joh 4) wird in christlichen Predigten oft
dazu verwendet, über die vermeintliche Frauenfeindlichkeit und
Ausländerfeindlichkeit des Judentums zu sprechen, die dann von
Jesus überwunden wird. Dabei werden jüdische Quellen oft selektiv
verwendet oder sind gar nicht bekannt. Manchmal werden auch
vermeintliche "kulturelle Hintergründe" einfach erfunden, z.B.
die Vorstellung, dass Juden regelmäßig einen Bogen um das Land
der Samariter machten, weil sie so fremdenfeindlich eingestellt
waren. Aber was wäre, wenn es in der Geschichte um etwas ganz
anderes geht? Wenn Mißverständnisse aus dem Weg geräumt werden,
wird der Blick frei für das, was ein Bibeltext wirklich sagen
will.Teil 2 einer dreiteiligen Vortragsreihe zum Thema
”Jesus-Texte mit jüdischen Augen neu entdecken” in
Seestraßengemeinde Ludwigsburg am 10.5.2026.Dr. Guido Baltes ist
Dozent für Neues Testament am MBS Bibelseminar (Marburg) und
lehrt außerdem Neues Testament an der Evangelischen Hochschule
Tabor und der Philipps-Universität Marburg
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