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Beschreibung
vor 1 Tag
Rund die Hälfte aller Gefängnisaufenthalte in der Schweiz sind
sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen – das heisst, Menschen sitzen
im Gefängnis, weil sie eine Busse oder Geldstrafe nicht bezahlen
können. Betroffen sind fast ausschliesslich armutsbetroffene
Menschen, viele davon wegen unbezahlter ÖV-Bussen. Mit Katja und
Basil vom Freiheitsfonds Schweiz sprechen wir in dieser
Spezialfolge Meyer:Wermuth über ein System, das Armut mit
Gefängnis bestraft.
Katja erzählt aus eigener Erfahrung, wie sie aufgrund
verschiedenen kleinen Bussen im Hochsicherheitsgefängnis landete
– in Handschellen, behandelt wie eine Schwerkriminelle. Ihre
Geschichte steht stellvertretend für Tausende Betroffene, die
durch verpasste Post wegen Obdachlosigkeit, häufige Umzüge wegen
Wohnungsnot oder schlicht fehlendes Wissen über ihre Rechte in
eine Spirale aus Schulden und Bestrafung geraten. Wir
diskutieren, warum jeder Gefängnistag ein Vielfaches der
eigentlichen Busse kostet, warum Alternativen wie gemeinnützige
Arbeit in der Praxis oft scheitern und warum die SBB das Gespräch
verweigert, während in Deutschland bereits 13 Städte auf
Strafanzeigen verzichten. Und wir stellen die Frage: Was sagt es
über unsere Gesellschaft aus, wenn wir Menschen einsperren, statt
in sie zu investieren?
00:00 Begrüssung
03:05 Katjas Erfahrungen mit Ersatzfreiheitsstrafen
10:12 Was machen Ersatzfreiheitsstrafen mit Betroffenen?
16:12 Kontakt zu ÖV Unternehmen
19:50 Was bedeutet dies für die Gesellschaft?
32:55 Wie geht man mit dem gesellschaftlichen Druck um?
35:45 Wie und Warum ist der Freiheitsfonds Schweiz gestartet?
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