Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag - Einmal muss das Fest ja kommen -

Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag - Einmal muss das Fest ja kommen -

vor 2 Tagen
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Beschreibung

vor 2 Tagen
Zwischen Ingeborg Bachmann, der berühmten Lyrikerin, und Hans
Werner Henze, dem berühmten Komponisten, bestand eine lange
Freundschaft: Was sie genau ausmachte, war von Anfang an in ein
geheimnisvolles Dämmerlicht gehüllt. Es hatte zeitweise etwas mit
einem gemeinsamen Leben in Italien zu tun, und die Homosexualität
Henzes schien zu der sphinxhaften Gestalt Bachmanns zu passen, die
ihr Erscheinungsbild in den Medien bewusst mit
Widersprüchlichkeiten anlegte. Kennen gelernt haben sich die
beiden, als sie 26 Jahre alt waren, 1952 auf einer Tagung der
Gruppe 47. Die gemeinsamen Monate auf Ischia, von August bis
Oktober 1953, bilden den mythischen Urtext ihrer Beziehung.
Ingeborg Bachmanns Gedichtzyklus "Lieder von einer Insel" kündet
genauso davon wie ihr Hörspiel "Die Zikaden", zu dem Henze die
Musik schrieb. Beide standen im Spannungsfeld zwischen Tradition
und Moderne und verschrieben sich der Kunst. Bachmann und Henze
erlebten offenkundig ekstatische Augenblicke der Gemeinsamkeit -
doch im Alltag ließ sich das nicht durchhalten. Zu einer wahren
Katharsis kommt es, als sie sich offensiv anderen Männern zuwendet.
Spätestens mit der Uraufführung seines "Undine"-Balletts in London
1958 ist Henze ein internationaler Star. Je mehr sich Henze im Jet
Set bewegt und mal aus New York, mal aus Hongkong schreibt, desto
fester und rigider wird sein Stil. Bachmann hingegen erleidet durch
die Beziehung mit Max Frisch ihr Lebenstrauma, ihre Äußerungen
werden immer karger und verzweifelter. Die Beziehung zwischen
beiden erlaubt unschätzbare Einblicke in eine Zeit, die man sich
kaum mehr vorstellen kann: als alles offen schien, die Zukunft
vielversprechend war und man dennoch an den Zuständen zerbrechen
konnte.
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