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Episoden
02.01.2026
49 Minuten
Wie schön wäre es, wenn wir anstandslos das tun würden, was
eigentlich gut für uns wäre, was wir immer schon in Angriff nehmen
wollten oder sollten. Doch lieber schieben wir unsere Pläne auf die
lange Bank. Disziplin genießt bei uns seit langem kein großes
Ansehen. Zu stark haftet ihr das Stigma von Abrichtung und Drill
an. Doch wie es schon bei Marc Aurel heißt: Der Mensch muss von
innen mit Säulen und Bögen gestützt sein, sonst zerfällt der
"Tempel" zu Staub. Das Feature wirft einen Blick auf die alte, aber
nicht veraltete Tugend.
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26.12.2025
54 Minuten
Die Erfindung der Uhr, eines mechanischen Zeitmessers, hat unser
Verhältnis zur Zeit grundlegend geändert. Doch die objektiv
messbare Größe der Zeit unterscheidet sich mitunter beträchtlich
vom subjektiven Zeitbewusstsein des Menschen. Untrennbar mit
unserem Zeitbewusstsein verbunden ist unser Todesbewusstsein, das
Wissen darum, dass unsere Wegstrecke endlich ist. Zeit als
Möglichkeit, als Entwurf, Zeit in der Geistesgeschichte und in der
Naturwissenschaft, Zeit in den Religionen und Zeit in der Kunst,
Zeit als Alltagserfahrung oder im Rückblick des Lebens. In diesem
Feature geht die Autorin Sabine Appel der Frage nach: Was ist und
wie erleben wir Zeit?
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21.12.2025
55 Minuten
In der kleinen südenglischen Ortschaft Havant existiert ein ganz
besonderes Lokalradio. Vor zehn Jahren hat Feature-Autor Michael
Lissek die Macher dieses Senders „Angel Radio“ besucht. Im
Hinterzimmer eines Antiquitätengeschäftes fand er Bob, Tony, Jilly,
Peter, Linda. Alle über 70 Jahre alt, Margret war damals sogar
schon 91. Die Radiobegeisterten wollten ein Publikum ansprechen,
das nicht wesentlich jünger war als sie selbst. Angel Radio spielt
Musik aus der Jugend der Macher. Da knistern Schelllackplatten, man
hört Folgen eines alten Kinder-Hörspiels und die Hörer tauschen
sich über ihre Erinnerungen aus. Im Programm finden auch schwierige
Themen wie Tod, Trauer und Einsamkeit ihren Platz. Manche, die oft
anriefen, weil sie alleine zu Hause waren, wurden schließlich Teil
des Teams und fanden neue Freunde. Ein Feature über die Magie des
Radios und seine noch immer lebensspendende Kraft. Manche der
Radiomacher mögen inzwischen gestorben sein, das Angel Radio aber
gibt es noch immer.
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14.11.2025
54 Minuten
Am Volkstrauertag wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. In
dieser Dokumentation widmet sich der Autor Hans-Joachim Simm daher
der Frage, wie die Menschen seit der Antike mit dem Thema Trauer
und Verlust umgegangen sind und was ihnen Trost gebracht hat. Trost
will Leid lindern. Der Zuspruch, den wir dem anderen geben, soll
ihm helfen, mit Verlust und Trauer umzugehen, sein psychisches
Gleichgewicht wiederherzustellen. Meist sind es die engsten
Angehörigen oder Freunde, die durch Wort und Tat trösten. Umgekehrt
kann auch derjenige, der schweres Leid erfährt oder am Ende seines
Lebens steht, die aufrichten, die um ihn trauern. In Gespräch und
Zwiegespräch steht oft der Glaube an einen tröstenden Gott, an ein
Jenseits im Mittelpunkt. Zu einem Topos der Geschichte der Tröstung
ist der sterbende Sokrates geworden, der durch philosophische
Dialoge den Schmerz der Freunde über seinen bevorstehenden Tod
mildert. So ist - neben der Religion - gerade die Philosophie ein
Medium, das Trost geben kann, und die sogenannte
Konsolationsliteratur wurde zu einer eigenen literarischen Gattung,
die mit dem der eigenen Sterblichkeit zugleich eine Zuversicht auf
das Ende der Trauer geben will. Ebenso hat sich die Dichtung immer
wieder zum Anwalt des Trostes gemacht. Gerade indem sie Leid,
Verlassenheit und Trostlosigkeit thematisiert, gibt sie der
individuellen Krisenerfahrung einen Rahmen, der selbst schon
tröstlich sein und zu einer neuen Gelassenheit und Heiterkeit
führen kann, zu dem Mut, das Leben neu zu gestalten. Bei Friedrich
Hölderlin wird der Dichter zum Verkünder des Geistes, der
"heitert", auch wenn die eigene Zeit eher "dürftig" erscheint.
Fontane weiß: "In dem ew'gen Kommen, Schwinden, / Wie der Schmerz
liegt auch das Glück, / Und auch heitre Bilder finden / Ihren Weg
zu dir zurück." Und Theodor Storm verspricht: "So komme, was da
kommen mag! / Solang du lebest, ist es Tag." Friedrich Nietzsche
ist gewiss, dass Heiterkeit die "Einheit mit dem Herzen der Welt"
wiederherzustellen vermag.
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31.10.2025
52 Minuten
Nur etwa 5000 von einer Million jüdischer Kinder in Polen konnten
vor den Nationalsozialisten gerettet werden und haben überlebt.
Heute sind sie über 80 Jahre alt. Autor Conrad Lay ist ein paar
dieser letzten Zeitzeugen in Warschau begegnet. Einige dieser
Kinder wurden aus dem Warschauer Ghetto gerettet, in dem sich die
leiblichen, jüdischen Eltern von ihnen trennten und sie über die
Ghettomauern auf die „arische“ Seite hinüber schleusten. Polnische
Pflegeeltern haben sie aufgenommen. Für die jüdischen Eltern war es
die letzte Chance, zumindest ihre Kinder vor dem sicheren Tod zu
retten. Und für die polnischen Pflegeeltern bedeutete es ebenfalls
Lebensgefahr. Denn das Risiko war hoch, von antisemitischen
Nachbarn der Gestapo gemeldet zu werden. Trotz aller Tragik und
aller Dramen, diese „die Kinder des Holocaust“ erlebt haben, sind
sie bis heute erstaunlich optimistisch. „Wie hätte ich ohne meinen
Optimismus überleben können“, sagt einer von ihnen.
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