#8 Der ökologische Fußabdruck der Nahost-Kriege und warum die Region ein Klimakrisen-Hotspot ist
vor 14 Stunden
Diese Podcast-Folge ist ein Vortrag, den Karim El-Gawhary beim
Grazer Eco-Festival gehalten hat. Er verbindet darin drei zentrale
Themen: da sind die Auswirkungen der Klimakrise im Nahen Osten und
Nordafrika. Die Region beherbergt gleich mehrere „Klima Ho
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Beschreibung
vor 14 Stunden
Die Region Nahost gehört zu den weltweit am stärksten vom
Klimawandel betroffenen Gebieten. Der Arabische Golf erwärmt sich
etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, während
sich auch der Mittelmeerraum deutlich schneller aufheizt. Extreme
Hitze, Wasserknappheit, Desertifikation und steigende
Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen.
Trotz der negativen Entwicklungen sieht der Vortrag auch einen
positiven Trend: Die globale Energiewende wird zunehmend nicht
durch Umweltbewusstsein, sondern durch das Bedürfnis nach
Energiesicherheit vorangetrieben.
Zwei große Krisen – Russlands Angriff auf die Ukraine und die
Unsicherheit rund um die Straße von Hormus – haben gezeigt, wie
verwundbar Staaten durch fossile Energien sind. Fossile
Brennstoffe können als geopolitische Waffe eingesetzt werden,
während erneuerbare Energien nach ihrer Installation weitgehend
unabhängig von internationalen Konflikten funktionieren
China wird als der entscheidende Gewinner dieser Entwicklung
beschrieben. Das Land hat seine Strategie aufgrund seiner starken
Abhängigkeit von Ölimporten grundlegend verändert und ist heute
weltweit führend bei Solar- und Windenergie.
China verfügt über eine installierte Solarleistung von fast 900
Gigawatt, produziert enorme Mengen erneuerbarer Energie und
exportiert mittlerweile mehr grüne Technologien als die USA
fossile Energien. Durch günstige Preise und hohe
Produktionskapazitäten prägt China zunehmend die Energiesysteme
in Afrika, Asien und anderen Regionen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbelastung durch Kriege und
Militärs. Militärische Emissionen werden oft nicht erfasst,
obwohl sie zu den größten Verursachern von Treibhausgasen
gehören. Würde das Militär aller Staaten als eigenes Land gelten,
läge es bei den Emissionen weltweit auf Platz vier.
Doch paradoxerweise sind es in Kriegen nicht der CO2-Ausstoss
militärischer Hardware oder die Zerstörung, sondern der
Wiederaufbau der für die mit Abstand meisten Emissionen. Man
könne den Menschen in Gaza aber nicht sagen, dass ihre Häuser
nicht wieder aufgebaut werden können, weil das für zu viel
Emissionen sorgt. „Wir müssen dafr sorgen, dass nichts zerstört
wird“, argumentiert El-Gawhary. In diesem Sinne, sagt er, sei der
Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern rein
ökologisch gesehen immer die schadenfreiste Variante.
Musik: Nour Ashour
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