#21 Jan Nonnenkamp, Kanzler der Universität Witten/Herdecke über systemisches Management im Bildungssektor

#21 Jan Nonnenkamp, Kanzler der Universität Witten/Herdecke über systemisches Management im Bildungssektor

vor 23 Stunden
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Beschreibung

vor 23 Stunden

"Es ist die zentrale Aufgabe der Geschäftsführung das
langfristige Überleben und die erfolgreiche Weiterentwicklung
einer Institution zu befördern."


 


In der aktuellen Folge spricht Jan Nonnenkamp, Kanzler und damit
kaufmännischer Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke,
über die Symbiose aus strategischer Finanzsteuerung,
Systemtheorie und moderner Führung.





Als erste private und gemeinnützige Universität Deutschlands
blickt Witten/Herdecke auf eine über 40-jährige Geschichte
zurück, die maßgeblich vom gesellschaftsorientierten Esprit
Engagé (geprägt durch den frühen Förderer Alfred Herrhausen)
geleitet wird. Heute bildet die Universität mit einem
Jahresbudget von rund 75 Millionen Euro etwa 3.500 Studierende in
zwei Kernbereichen aus: der Fakultät für Gesundheit sowie der
Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft.





Jan Nonnenkamps eigener Karriereweg reicht von prägenden
Finanzprojekten bei der Deutschen BP und dem Fielmann-Börsengang
über die kaufmännische Gesamtverantwortung bei Kostal und
Knorr-Bremse bis hin zur CFO-Rolle im DAX bei K+S. Seine
zentralen Erkenntnisse daraus lauten: Ein rein fachlich
orientierter Finanzbereich greift zu kurz. Unternehmen und
Universitäten sind komplexe Systeme, in denen Finanzen, IT,
Personal und Strategie untrennbar zusammengedacht müssen. Führung
funktioniert nicht über den einsamen Zahlenkontrolleur, sondern
wie auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise – als diverses, eng
verzahntes Team.





Der erfolgreiche Turnaround der Universität nach einer
historischen Schieflage beweist diesen systemischen Ansatz. Statt
auf reines Cost-Cutting setzte die Geschäftsführung konsequent
auf Erlössteigerung und Vertrauensaufbau mit internen wie
externen Stakeholdern: Die reine Landessubvention wurde in eine
zukunftsfähige Public-Private-Partnership umgewandelt.





Im Finanzbereich bleibt der Faktor Mensch trotz oder wegen der
KI-Entwicklung unersetzbar. KI liefert Daten, aber die
Interpretation, die ethische Urteilsfähigkeit und der Umgang mit
diesen Informationen erfordern menschliche Kompetenz. Erkenntnis
entsteht erst im gemeinsamen Diskurs – ein Kernprinzip, das den
Absolventen in Witten vermittelt wird.





Vielen Dank Jan für diesen Einblick und weiterhin viel Erfolg für
die Universität Witten/Herdecke!
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