On the Way to Effective Finance

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#21 Jan Nonnenkamp, Kanzler der Universität Witten/Herdecke über systemisches Management im Bildungssektor
17.06.2026
31 Minuten
"Es ist die zentrale Aufgabe der Geschäftsführung das langfristige Überleben und die erfolgreiche Weiterentwicklung einer Institution zu befördern."


 


In der aktuellen Folge spricht Jan Nonnenkamp, Kanzler und damit kaufmännischer Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke, über die Symbiose aus strategischer Finanzsteuerung, Systemtheorie und moderner Führung.





Als erste private und gemeinnützige Universität Deutschlands blickt Witten/Herdecke auf eine über 40-jährige Geschichte zurück, die maßgeblich vom gesellschaftsorientierten Esprit Engagé (geprägt durch den frühen Förderer Alfred Herrhausen) geleitet wird. Heute bildet die Universität mit einem Jahresbudget von rund 75 Millionen Euro etwa 3.500 Studierende in zwei Kernbereichen aus: der Fakultät für Gesundheit sowie der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft.





Jan Nonnenkamps eigener Karriereweg reicht von prägenden Finanzprojekten bei der Deutschen BP und dem Fielmann-Börsengang über die kaufmännische Gesamtverantwortung bei Kostal und Knorr-Bremse bis hin zur CFO-Rolle im DAX bei K+S. Seine zentralen Erkenntnisse daraus lauten: Ein rein fachlich orientierter Finanzbereich greift zu kurz. Unternehmen und Universitäten sind komplexe Systeme, in denen Finanzen, IT, Personal und Strategie untrennbar zusammengedacht müssen. Führung funktioniert nicht über den einsamen Zahlenkontrolleur, sondern wie auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise – als diverses, eng verzahntes Team.





Der erfolgreiche Turnaround der Universität nach einer historischen Schieflage beweist diesen systemischen Ansatz. Statt auf reines Cost-Cutting setzte die Geschäftsführung konsequent auf Erlössteigerung und Vertrauensaufbau mit internen wie externen Stakeholdern: Die reine Landessubvention wurde in eine zukunftsfähige Public-Private-Partnership umgewandelt.





Im Finanzbereich bleibt der Faktor Mensch trotz oder wegen der KI-Entwicklung unersetzbar. KI liefert Daten, aber die Interpretation, die ethische Urteilsfähigkeit und der Umgang mit diesen Informationen erfordern menschliche Kompetenz. Erkenntnis entsteht erst im gemeinsamen Diskurs – ein Kernprinzip, das den Absolventen in Witten vermittelt wird.





Vielen Dank Jan für diesen Einblick und weiterhin viel Erfolg für die Universität Witten/Herdecke!
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#20 Diözesanökonom Alexander Hanke von der Erzdiözese Freiburg über kirchliche Finanzsteuerung
25.03.2026
57 Minuten
"Effektivität im Finanzbereich heißt, flexibel aufaktuelle Anlässe zu reagieren."





Das Gespräch mit Alexander Hanke markiert für mich eine echte Meilensteinfolge. Kirchliche Finanzen wirken von außen oft wie eine ‚Blackbox‘ – umso beeindruckender war der tiefe Einblick in eine Organisation, die sich nicht an klassischer Rendite, sondern an einem umfassenden Versorgungsauftrag orientiert. Es zeigt eindrucksvoll, wie professionelle Steuerung auch jenseits von Profitmaximierung funktioniert. 





Was ist vergleichbar mit der Wirtschaft?


CFO-Rolle: Der Diözesanökonom agiert als strategischer Finanzchef mit klarem Steuerungsauftrag. Struktur: Die Diözesanstrategie definiert die Leitplanken für operative und strategische Maßnahmen. Steuerung: Die Mittelallokation folgt konsequent der Strategie. Planung & Controlling: Diese erfolgt treiberorientiert (z. B. Mitgliederentwicklung) und über die Budgeteinhaltung der geplanten Kostenstellen. Treasury: Cash Pool Steuerung für die Gemeinden mit entsprechender Verzinsung. Asset Management: Verwaltung von Darlehens- und Pensionsfonds durch spezialisierte, eigene Rechtsträger. Governance: Auditierte Jahresabschlüsse nach HGB; IKS, Compliance und Risikomanagement auf professionellem Standard. Business Partnering: Die enge Zusammenarbeit mit dem operativen Bereich (Generalvikar als COO) ist erfolgsentscheidend. 





Wo die Besonderheiten liegen: Während die Privatwirtschaft auf Profitabilität optimiert, steuert die Kirche auf die„schwarze Null“ und den Erhalt des kirchlichen Lebens. Da die Einnahmeseite kaum aktiv beeinflussbar ist, liegt der Fokus auf einer effizienten Mittelallokation der Ausgabenseite.





Einzigartig ist das Operieren in zwei Rechtskreisen: dem kirchenrechtlichen Rechtskreis der Weltkirche und dem staatsrechtlichen Rechtskreis mit seinen entsprechenden Gremien. Entscheidungsprozesse sind hierweniger top-down, sondern tief in Gremien verwurzelt – ein hochprofessionelles Treuhänder-Modell mit konsequenten Checks & Balances.





Vielen Dank für diesen Einblick, Herr Hanke! Beeindruckend, wie viel Veränderung und Professionalisierung in gewachsenen Strukturen möglich ist.
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#19 Daniel Dietz von Batterierecycler cylib über die Finanzierung der Industrie von morgen
17.12.2025
22 Minuten
"Deutschland hat die nötige Innovationskraft – die Herausforderung liegt in der Finanzierung."





Daniel verantwortet seit 2022 den Bereich Finance & Legal bei cylib, einem Spin-off der RWTH Aachen. Das Unternehmen recycelt Lithium-Ionen-Batterien mit einer eigens entwickelten, wasserbasierten Technologie, die ohne schädliche Chemikalien und mit 100 % erneuerbarer Energie arbeitet. Für den nachhaltigen Ansatz wurde cylib von der Norrsken „Impact/100“-Initiative zu einem der 100 besten Impact-Start-ups weltweit gewählt.





Im Podcast sprechen wir über das Ziel, skalierbare Strukturen für Accounting, Kapitalstrategie und Kostenkontrolle zu schaffen. Auf der Finanzseite stehen Liquidität und Transparenz gegenüber den Investoren im Vordergrund, auf der Business-Seite der Industrialisierungsprozess am Standort Dormagen. Der Finanzbereich ist für ihn dabei das Herz des Unternehmens. 





 Als Head of Finance ist für Daniel ein hands-on Ansatzentscheidend: vom täglichen Austausch auf dem Shopfloor bis zum tiefen Verständnis der Buchungsprozesse. Gleichzeitig gilt es, den strategischen Weitblick nicht zu verlieren. Abschließend sprechen wir über die hohe Innovationskraft des Standorts Deutschland sowie der Herausforderungen der Finanzierung von asset heavy Geschäftsmodellen.





Vielen Dank Daniel für deine Zeit und die spannende Führung durch eure Produktionsanlage!
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#18 Dr. Alexandra Schluck-Amend von CMS über die integrierte Liquiditätsplanung gemäß dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG)
21.06.2022
26 Minuten
"Der CFO ist aufgrund des StaRUGs verpflichtet, Risiken in einer 24 Monate rollierenden Liquiditätsplanung abzubilden."


Dr. Alexandra Schluck-Amend ist Partnerin bei CMS, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Insolvenzrecht und die Leiterin des Geschäftsbereichs Restrukturierung und Insolvenz. Sie berät bei Restrukturierungen und Sanierungen innerhalb aber vor allem vor der Insolvenz bzw. mit dem Ziel, dass es nicht zur Eröffnung des Verfahrens kommt. Zusätzlich ist Frau Dr. Schluck-Amend Lehrbeauftragte an der Universität Heidelberg und Honorarprofessorin an der Universität Budapest.


Im Podcast sprechen wir darüber, was das StaRUG regelt und warum es eine/ein CFO kennen sollte. Die Besonderheit sind die neuen Möglichkeiten eines "Schuldenschnitts" gemäß Mehrheitsentscheidung noch vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Frau Dr. Schluck-Amend erklärt, wie sich Haftungsrisiken aus dem StaRUG vermeiden lassen: Eine rollierende 24monatige Cash-Flow Planung muss Risiken über Planungsannahmen berücksichtigten. Dies ist nicht nur für krisennahe Unternehmen relevant, sondern für jeden Konzern oder Start-up, unabhängig von der Rechtsform. Neu gegenüber bisherigen Regelungen im Aktiengesetz ist auch, dass Geschäftsführer nicht nur verpflichtet sind Risiken zu überwachen, sondern auch Vorschläge zu machen und diese umsetzen.
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#17 Franz Hruschka, Leiter der Abteilung Betriebsprüfung des Finanzamts München über die Effektivität des Finanzbereichs aus Sicht der Betriebsprüfung
21.05.2022
29 Minuten
"Die organisatorische Nähe der Steuerabteilung zur Konzernspitze ist ein Kriterium über die Qualität des Finanzbereichs in der Betriebsprüfung"


Die Einhaltung der Steuergesetze (Stichwort Tax Compliance) ist der Verantwortungsbereich und damit auch ein relevanter Aspekt eines effektiven Finanzbereichs. Wer könnte das besser beurteilen als das Finanzamt im Rahmen der Betriebsprüfung. Es war mir deshalb eine große Freude und Ehre, dass sich Franz Hruschka für ein Gespräch Zeit genommen hat. Herr Hruschka ist Leitender Regierungsdirektor und Abteilungsleiter der Betriebsprüfung des Finanzamts München.


Wir  sprechen im Podcast zuerst über die Grundlagen, was eine Betriebsprüfung (BP) ist, wie sie abläuft und was häufig diskutierte Themen im Konzernumfeld sind. Es geht aber auch um die Laufbahn einer Betriebsprüferin / eines Betriebsprüfers  sowie die Aufgaben und Motivation des Leiters der Betriebsprüfung. Herr Hruschka gibt Einblicke, wie der Entscheidungsprozess abläuft, wann bzw. wo geprüft wird und was für ihn eine erfolgreiche BP definiert. Sehr  spannend fand ich auch, woran sich die Qualität eines Finanzbereichs aus BP-Perspektive zeigt. Es wird auch für Nicht-Steuerrechtler*innen transparent, wie die Einführung eines Tax Compliance Management Systems (Tax CMS) die BP beeinflusst und was die Zukunftsthemen der BP sind, die CFOs  auf dem Schirm haben sollten.
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Über diesen Podcast

Der On the Way to Effective Finance Podcast geht der Frage nach: Was macht einen wirkungsvollen Finanzbereich im Unternehmen aus? Was sind die Einflussfaktoren: Branche, Unternehmensphase oder die Prägung der/des CFO? Und wer spielt die größere Rolle - die Digitalisierung oder das Team? Dr. Christoph von Blomberg spricht dazu mit erfahrenen CFOs und interessanten Persönlichkeiten aus dem Finanzbereich.
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#17 Franz Hruschka, Leiter der Abteilung Betriebsprüfung des Finanzamts München über die Effektivität des Finanzbereichs aus Sicht der Betriebsprüfung
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