Warum lohnt sich ein sokratisches Leben, Agnes Callard?
vor 1 Tag
Sokrates war ein radikaler Denker – so radikal, dass ihn die
Athener schliesslich zum Tode verurteilten. Die Philosophin Agnes
Callard plädiert dafür, es ihm gleichzutun in seiner radikalen
Wahrheitssuche. Denn sie stimmt Sokrates zu: Nur das geprüfte ...
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Beschreibung
vor 1 Tag
Sokrates war ein radikaler Denker – so radikal, dass ihn die
Athener schliesslich zum Tode verurteilten. Die Philosophin Agnes
Callard plädiert dafür, es ihm gleichzutun in seiner radikalen
Wahrheitssuche. Denn sie stimmt Sokrates zu: Nur das geprüfte Leben
ist es wert, gelebt zu werden. Agnes Callard, Professorin für
Philosophie in Chicago, verteidigt Sokrates als Vorbild für die
Gegenwart: Ein gutes Leben, so ihre These, setzt voraus, dass wir
es unablässig prüfen und uns unbequemen, «unzeitgemässen» Fragen
stellen. Stattdessen organisieren die meisten ihren Alltag im
Viertelstundentakt und dringen nie zum tieferen Sinn des Lebens
vor. Für Callard besteht dieser in der Idee der Aspiration: dem
beständigen Streben nach intellektueller Reife, die nichts mit
Selbstoptimierung, aber viel mit der Einsicht in die eigene
Unwissenheit und der Sehnsucht nach Wissen zu tun hat. Die gute
Nachricht: Wir sind in diesem Streben nicht allein. Ganz wie
Sokrates ist sie der Ansicht, dass wir nur dank des Dialogs mit
anderen zu Wissen vordringen. Das menschliche Streben denkt sie bis
in die intimsten Bereiche weiter: in einer «aufstrebenden Ehe»
wachsen die Liebenden gemeinsam als Personen. Barbara Bleisch fragt
Agnes Callard, wie ein sokratisches Leben gelingt, warum Sokrates
offen war für Polyamorie und weshalb er bereit war, den
Schierlingsbecher zu trinken.
Athener schliesslich zum Tode verurteilten. Die Philosophin Agnes
Callard plädiert dafür, es ihm gleichzutun in seiner radikalen
Wahrheitssuche. Denn sie stimmt Sokrates zu: Nur das geprüfte Leben
ist es wert, gelebt zu werden. Agnes Callard, Professorin für
Philosophie in Chicago, verteidigt Sokrates als Vorbild für die
Gegenwart: Ein gutes Leben, so ihre These, setzt voraus, dass wir
es unablässig prüfen und uns unbequemen, «unzeitgemässen» Fragen
stellen. Stattdessen organisieren die meisten ihren Alltag im
Viertelstundentakt und dringen nie zum tieferen Sinn des Lebens
vor. Für Callard besteht dieser in der Idee der Aspiration: dem
beständigen Streben nach intellektueller Reife, die nichts mit
Selbstoptimierung, aber viel mit der Einsicht in die eigene
Unwissenheit und der Sehnsucht nach Wissen zu tun hat. Die gute
Nachricht: Wir sind in diesem Streben nicht allein. Ganz wie
Sokrates ist sie der Ansicht, dass wir nur dank des Dialogs mit
anderen zu Wissen vordringen. Das menschliche Streben denkt sie bis
in die intimsten Bereiche weiter: in einer «aufstrebenden Ehe»
wachsen die Liebenden gemeinsam als Personen. Barbara Bleisch fragt
Agnes Callard, wie ein sokratisches Leben gelingt, warum Sokrates
offen war für Polyamorie und weshalb er bereit war, den
Schierlingsbecher zu trinken.
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