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Beschreibung
vor 3 Tagen
Mit "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (Return of the Jedi,
1983) beenden wir die einflussreichste Filmtrilogie der Popkultur
... mit ihrem schwächsten Teil ... oder?
In Folge 019 von Leinwandlegenden, dem Podcast
über Klassiker der Filmgeschichte, untersuchen wir, warum Richard
Marquands Star-Wars-Finale eine Leinwandlegende mit sagen wir
mal: geliehenem Glanz ist. Der Film zehrt vom Standing seiner
Vorgänger und wird von wenigen überragenden Momenten getragen,
allen voran der Erlösung Anakin Skywalkers im Thronsaal des
zweiten Todessterns.
Luke Skywalker und seine Verbündeten befreien Han Solo aus der
Gewalt des Verbrecherbosses Jabba the Hutt auf Tatooine.
Währenddessen baut das Imperium heimlich einen zweiten, deutlich
größeren Todesstern, dessen Schutzschild vom Waldmond Endor aus
erzeugt wird. Die Rebellion greift Raumstation und
Schildgenerator gleichzeitig an, unterstützt von den Ewoks. Im
Zentrum steht jedoch Lukes Konfrontation mit Darth Vader und dem
Imperator, bei der sich das Schicksal der Galaxis entscheidet.
Der Jedi, der im Wortsinn zurückkehrt und wiederhergestellt wird,
ist Anakin Skywalker: Der Titel benennt damit verdeckt Vader als
das eigentliche Subjekt des Films. Luke ist der Protagonist,
Vader ist das Thema. Lukes heroischer Gipfel ist ausgerechnet
eine Unterlassung, denn er wirft das Lichtschwert weg und
verweigert den Konflikt, den ihm Freund und Feind gleichermaßen
aufzwingen wollen. Ursprünglich sollte der Film bekanntlich
Revenge of the Jedi heißen, ein Titel, der dem
Wesen der Jedi widerspricht und auch nicht zu dem neuen Star Trek
Film passen sollte.
Wir starten mit der frühen Drehbuchfassung, in der die Rebellion
die imperiale Hauptstadt Had Abbadon angreift, einen vollständig
bebauten Stadtplaneten, den zwei im Bau befindliche Todessterne
umkreisen. Der Thronsaal des Imperators liegt im Inneren des
Planeten an einem Lavasee, an dem das Duell zwischen Luke und
Vader stattfindet. Das Konzept scheiterten an der Tricktechnik
der frühen Achtzigerjahre, verschwanden aber nie ganz: Der
Lavasee wurde zwei Jahrzehnte später zur Grundlage für Mustafar
und aus Had Abbadon wurde Coruscant.
Die Folge taucht tief in die Produktionsgeschichte ein. Jabba the
Hutt war mit drei Monaten Bauzeit, rund 900 Kilogramm Gewicht und
Kosten von etwa 500.000 Dollar die aufwendigste Puppe ihrer Zeit,
gespielt von bis zu sieben Personen gleichzeitig. Der Rancor war
keine Stop-Motion-Figur, sondern eine Stabpuppe, die mit hoher
Bildrate gefilmt wurde, die Speeder-Verfolgungsjagd entstand,
indem Steadicam-Erfinder Garrett Brown mit weniger als einem Bild
pro Sekunde durch einen Mammutbaumwald ging. Und die Raumschlacht
über Endor enthält mit der Einstellung SB19 die bis dahin
komplexeste Trickaufnahme der Filmgeschichte, zusammengesetzt aus
170 Filmrollen und 63 Raumschiffen, belichtet ohne jede
Sichtkontrolle.
Wir prüfen den verbreiteten Vorwurf, die Ewoks seien reine
Merchandising-Produkte (Spoiler: Kann man das auch anders
sehen?): Lucas selbst begründete sie mit einer Konsistenzfrage
rund um Chewbacca, dessen Spezies sich nicht mehr glaubwürdig als
primitives Volk darstellen ließ. Zusätzlich beleuchten wir die
Ewok-Sprache, die Sounddesigner Ben Burtt aus Kalmückisch und
Tibetisch entwickelte, inklusive echter buddhistischer Liturgie
im fertigen Film.
Und wir sprechen über die Ehekrise zwischen George und Marcia
Lucas während der Produktion. Marcia Lucas galt über Jahre als
das emotionale Korrektiv ihres Mannes: Ihre schwindende Stimme im
Schneideraum lässt sich an der zerfaserten Struktur des Films
ablesen, vom überlangen Jabba-Prolog bis zum tonalen Bruch
zwischen dem düsteren Thronsaal-Duell und den verspielten
Ewok-Sequenzen.
Die Regiesuche, bei der David Lynch, David Cronenberg und Paul
Verhoeven absagten, der Gilden-Streit um den Vorspann, der Lucas
eine Viertelmillion Dollar kostete und ihn zum unabhängigen
Filmemacher machte, der Tarntitel Blue Harvest sowie Budget und
Einspielergebnis im historischen Vergleich.
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