Podcaster
Episoden
30.05.2026
2 Stunden 35 Minuten
In dieser Folge von Leinwandlegenden sprechen wir über einen der größten Science-Fiction-Klassiker der Filmgeschichte: Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück.
Für viele Fans ist Irvin Kershners Fortsetzung nicht nur der beste Star-Wars-Film, sondern auch eines der seltenen Beispiele dafür, dass ein zweiter Teil seinen Vorgänger in emotionaler Tiefe, visueller Kraft und erzählerischer Kühnheit übertrifft. Aus dem optimistischen Weltraummärchen von Eine neue Hoffnung wird ein dunkler, psychologischer Mittelteil, in dem Luke Skywalker, Darth Vader, Leia Organa, Han Solo und die Rebellen nicht triumphieren, sondern verlieren, zweifeln und an ihren eigenen Grenzen zerbrechen.
Wir schauen uns an, warum Das Imperium schlägt zurück bis heute als Blaupause für moderne Blockbuster-Fortsetzungen gilt. Wie verändert der Film die klassische Heldenreise? Warum ist Lukes Training bei Yoda auf Dagobah weniger Kampfkunst als eine Lektion über Angst, Ungeduld, Selbsttäuschung und innere Reife? Und weshalb ist die berühmte Höhlenszene, in der Luke unter Darth Vaders Maske sein eigenes Gesicht sieht, einer der stärksten Momente psychologischer Star-Wars-Erzählung?
Natürlich geht es auch um die großen ikonischen Stationen des Films: die Schlacht auf Hoth mit den AT-ATs, die Flucht des Millennium Falcon durch das Asteroidenfeld, die Einführung von Boba Fett, die Romanze zwischen Han und Leia, Lando Calrissian und die trügerisch schöne Wolkenstadt Bespin, Hans Einfrieren in Karbonit und das legendäre Lichtschwertduell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader.
Dabei lesen wir Cloud City als perfide Falle: hell, elegant und zivilisiert an der Oberfläche, aber darunter ein metallisches Verdauungssystem aus Röhren, Schächten, Dampf, Lärm und Kontrollverlust.
Außerdem sprechen wir über die riskante Entstehungsgeschichte des Films. George Lucas finanzierte die Fortsetzung weitgehend selbst, um kreative Kontrolle zu behalten, während das Budget explodierte und Industrial Light & Magic für die Spezialeffekte praktisch neu aufgebaut werden musste. Wir werfen einen Blick auf die Arbeit von Regisseur Irvin Kershner, Drehbuchautor Lawrence Kasdan, Autorin Leigh Brackett, Kameramann Peter Suschitzky, Sounddesigner Ben Burtt und Komponist John Williams, dessen "Imperial March" Darth Vader endgültig zu einer der bekanntesten Figuren der Popkultur machte.
Dabei geht es nicht nur um Nostalgie, sondern um konkrete Filmkunst: Wie erzeugen Schnitt, Sounddesign, Setdesign und Musik das Gefühl permanenter Bedrohung? Warum wirkt die sterile Macht des Imperiums so faschistisch und zugleich so verführerisch? Und wie schafft es der Film, Weltraumabenteuer, Gothic Horror, Märchen, Kriegsfilm, psychologische Initiation und Familiendrama zu einem geschlossenen Kinoerlebnis zu verbinden? Von der eisigen Rebellenbasis über den Sumpf von Dagobah bis in die technischen Eingeweide von Bespin verfolgen wir, wie Episode V seine Figuren immer tiefer in Angst, Verlust und Selbstprüfung führt.
Diese Episode ist eine Reise durch Filmgeschichte, Star-Wars-Mythologie und die Kunst der dunklen Fortsetzung: Warum musste Episode V die Helden scheitern lassen? Was macht Darth Vaders Enthüllung "Ich bin dein Vater" zu einem der berühmtesten Twists der Kinogeschichte? Und weshalb fühlt sich dieser Film auch Jahrzehnte später noch so modern, düster und emotional überwältigend an?
Wenn Du Star Wars liebst, Dich für Science-Fiction, Blockbuster-Kino, Filmproduktion, Drehbuchanalyse, Spezialeffekte, John-Williams-Musik oder die Frage interessierst, warum manche Fortsetzungen größer werden als ihr Ursprung: Dann ist diese Folge von Leinwandlegenden ist für Dich.
Für viele Fans ist Irvin Kershners Fortsetzung nicht nur der beste Star-Wars-Film, sondern auch eines der seltenen Beispiele dafür, dass ein zweiter Teil seinen Vorgänger in emotionaler Tiefe, visueller Kraft und erzählerischer Kühnheit übertrifft. Aus dem optimistischen Weltraummärchen von Eine neue Hoffnung wird ein dunkler, psychologischer Mittelteil, in dem Luke Skywalker, Darth Vader, Leia Organa, Han Solo und die Rebellen nicht triumphieren, sondern verlieren, zweifeln und an ihren eigenen Grenzen zerbrechen.
Wir schauen uns an, warum Das Imperium schlägt zurück bis heute als Blaupause für moderne Blockbuster-Fortsetzungen gilt. Wie verändert der Film die klassische Heldenreise? Warum ist Lukes Training bei Yoda auf Dagobah weniger Kampfkunst als eine Lektion über Angst, Ungeduld, Selbsttäuschung und innere Reife? Und weshalb ist die berühmte Höhlenszene, in der Luke unter Darth Vaders Maske sein eigenes Gesicht sieht, einer der stärksten Momente psychologischer Star-Wars-Erzählung?
Natürlich geht es auch um die großen ikonischen Stationen des Films: die Schlacht auf Hoth mit den AT-ATs, die Flucht des Millennium Falcon durch das Asteroidenfeld, die Einführung von Boba Fett, die Romanze zwischen Han und Leia, Lando Calrissian und die trügerisch schöne Wolkenstadt Bespin, Hans Einfrieren in Karbonit und das legendäre Lichtschwertduell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader.
Dabei lesen wir Cloud City als perfide Falle: hell, elegant und zivilisiert an der Oberfläche, aber darunter ein metallisches Verdauungssystem aus Röhren, Schächten, Dampf, Lärm und Kontrollverlust.
Außerdem sprechen wir über die riskante Entstehungsgeschichte des Films. George Lucas finanzierte die Fortsetzung weitgehend selbst, um kreative Kontrolle zu behalten, während das Budget explodierte und Industrial Light & Magic für die Spezialeffekte praktisch neu aufgebaut werden musste. Wir werfen einen Blick auf die Arbeit von Regisseur Irvin Kershner, Drehbuchautor Lawrence Kasdan, Autorin Leigh Brackett, Kameramann Peter Suschitzky, Sounddesigner Ben Burtt und Komponist John Williams, dessen "Imperial March" Darth Vader endgültig zu einer der bekanntesten Figuren der Popkultur machte.
Dabei geht es nicht nur um Nostalgie, sondern um konkrete Filmkunst: Wie erzeugen Schnitt, Sounddesign, Setdesign und Musik das Gefühl permanenter Bedrohung? Warum wirkt die sterile Macht des Imperiums so faschistisch und zugleich so verführerisch? Und wie schafft es der Film, Weltraumabenteuer, Gothic Horror, Märchen, Kriegsfilm, psychologische Initiation und Familiendrama zu einem geschlossenen Kinoerlebnis zu verbinden? Von der eisigen Rebellenbasis über den Sumpf von Dagobah bis in die technischen Eingeweide von Bespin verfolgen wir, wie Episode V seine Figuren immer tiefer in Angst, Verlust und Selbstprüfung führt.
Diese Episode ist eine Reise durch Filmgeschichte, Star-Wars-Mythologie und die Kunst der dunklen Fortsetzung: Warum musste Episode V die Helden scheitern lassen? Was macht Darth Vaders Enthüllung "Ich bin dein Vater" zu einem der berühmtesten Twists der Kinogeschichte? Und weshalb fühlt sich dieser Film auch Jahrzehnte später noch so modern, düster und emotional überwältigend an?
Wenn Du Star Wars liebst, Dich für Science-Fiction, Blockbuster-Kino, Filmproduktion, Drehbuchanalyse, Spezialeffekte, John-Williams-Musik oder die Frage interessierst, warum manche Fortsetzungen größer werden als ihr Ursprung: Dann ist diese Folge von Leinwandlegenden ist für Dich.
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23.05.2026
2 Stunden 11 Minuten
#016 "Blood in, Blood out" oder "Bound by Honor" von Taylor Hackford
Drei Cousins. Drei Lebenswege. Eine unerbittliche Tragödie.
In dieser Episode von Leinwandlegenden schauen wir Taylor Hackfords visionäres Epos Blood In, Blood Out (Bound by Honor) aus dem Jahr 1993.
Was an den Kinokassen als kolossaler Flop begann, wuchs auf VHS zu einem der einflussreichsten Kultfilme des modernen Chicano-Kinos heran.
Wir sprechen über den Mythos und analysieren, warum dieser Film keine simple Gangster-Geschichte ist, sondern eine klassische griechische Tragödie, übertragen auf die staubigen Straßen von East L.A. und die gnadenlosen Mauern des San Quentin State Prison.
Die Themen der Folge:
Die Handlung als antike Tragödie: Wie Miklo, Paco und Cruz an ihrer eigenen Hybris scheitern und welche schmerzhaften Opfer sie im brutalen Räderwerk von Straßengewalt und Justizsystem bringen müssen. Dreharbeiten hinter Gittern: Wie es der Produktion gelang, 5,5 Wochen lang im echten San Quentin State Prison zu drehen, umgeben von realen Mitgliedern rivalisierender Gangs wie der Mexican Mafia bzw. La Eme. Hollywoods Angst und die L.A. Riots (1992): Warum Disney das Studio-Budget von 35 Millionen Dollar abschrieb, den Titel in Bound by Honor änderte und den Film aus Angst vor ethnischen Spannungen nach den Unruhen visuell zensierte und musikalisch weichspülte. Die wahren Vatos Locos: Die autobiografischen Einflüsse von Drehbuchautor und Ex-Häftling Jimmy Santiago Baca, das echte Leben von Danny Trejo und die Kontroversen um Hauptdarsteller Damian Chapa. Kunst als Schmerz: Die essenzielle Rolle der expressionistischen Gemälde des Chicano-Künstlers Adan Hernandez und wie sie den visuellen Chor des Films bilden. Serielles Erzählen vor der Zeit: Warum die 190-Minuten-Struktur des Films das Peak-TV-Zeitalter (wie Sons of Anarchy oder The Wire) Jahre vorwegnahm. Let's connect: Fero kannst Du hier auf Instagram folgen, Marcel findest Du hier. Noch mehr Filme? Marcel ist hier auf Letterboxd und Fero hier.
Drei Cousins. Drei Lebenswege. Eine unerbittliche Tragödie.
In dieser Episode von Leinwandlegenden schauen wir Taylor Hackfords visionäres Epos Blood In, Blood Out (Bound by Honor) aus dem Jahr 1993.
Was an den Kinokassen als kolossaler Flop begann, wuchs auf VHS zu einem der einflussreichsten Kultfilme des modernen Chicano-Kinos heran.
Wir sprechen über den Mythos und analysieren, warum dieser Film keine simple Gangster-Geschichte ist, sondern eine klassische griechische Tragödie, übertragen auf die staubigen Straßen von East L.A. und die gnadenlosen Mauern des San Quentin State Prison.
Die Themen der Folge:
Die Handlung als antike Tragödie: Wie Miklo, Paco und Cruz an ihrer eigenen Hybris scheitern und welche schmerzhaften Opfer sie im brutalen Räderwerk von Straßengewalt und Justizsystem bringen müssen. Dreharbeiten hinter Gittern: Wie es der Produktion gelang, 5,5 Wochen lang im echten San Quentin State Prison zu drehen, umgeben von realen Mitgliedern rivalisierender Gangs wie der Mexican Mafia bzw. La Eme. Hollywoods Angst und die L.A. Riots (1992): Warum Disney das Studio-Budget von 35 Millionen Dollar abschrieb, den Titel in Bound by Honor änderte und den Film aus Angst vor ethnischen Spannungen nach den Unruhen visuell zensierte und musikalisch weichspülte. Die wahren Vatos Locos: Die autobiografischen Einflüsse von Drehbuchautor und Ex-Häftling Jimmy Santiago Baca, das echte Leben von Danny Trejo und die Kontroversen um Hauptdarsteller Damian Chapa. Kunst als Schmerz: Die essenzielle Rolle der expressionistischen Gemälde des Chicano-Künstlers Adan Hernandez und wie sie den visuellen Chor des Films bilden. Serielles Erzählen vor der Zeit: Warum die 190-Minuten-Struktur des Films das Peak-TV-Zeitalter (wie Sons of Anarchy oder The Wire) Jahre vorwegnahm. Let's connect: Fero kannst Du hier auf Instagram folgen, Marcel findest Du hier. Noch mehr Filme? Marcel ist hier auf Letterboxd und Fero hier.
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16.05.2026
2 Stunden 25 Minuten
#015 Star Wars: A New Hope Analyse - Krieg der Sterne zwischen Kurosawa, Mythen & einer Blockbuster-Revolution
"I have a bad feeling about this."
Warum ist Star Wars: A New Hope eigentlich eher Märchen bzw. warum ist Science Fiction kein Genre? In dieser Filmanalyse dekonstruieren wir das Meisterwerk von George Lucas und zeigen, wie er 1977 die Kinoökonomie für immer veränderte. Warum ist der Film die perfekte Heldenreise und wie sehr hat sich Lucas denn nun wirklich bei Akira Kurosawa bedient?
Unsere Themen im Überblick:
Die Revolution der Produktions- und Vermarktungslogik Wladimir Propps Märchenstruktur & Campbells Monomythos Kurosawas Erbe: Die wahre formale DNA von C-3PO & R2-D2 Produktionschaos in Tunesien & der Merchandise-Schachzug Audiovisuelle Alchemie: Ben Burtt, John Williams & die Dykstraflex Der Trench Run als Sieg des Mystischen über die Maschine Das "Used Universe" und sein Einfluss auf Hollywood
Wie immer: Ein Deep Dive
Trivia macht Spaß, aber dafür sind wir nicht gekommen; Wie immer streben wir nach echter filmhistorischer Erkenntnis. Hier sind die zentralen analytischen Schwerpunkte dieser Episode:
Der Kurosawa-Code & Erzählperspektiven
Oft wird behauptet, Lucas habe den Plot von Die verborgene Festung (1958) einfach abgeschrieben, aber das greift zu kurz: Lucas dekonstruierte Kurosawas formale DNA. Der wichtigste (aber nicht der einzige) Kniff ist die Perspektive: Kurosawa erzählt seine Geschichte durch die Augen der feigen Bauern Tahei & Matashichi. Lucas übersetzte dieses Duo exakt in C-3PO und R2-D2, wodurch wir das epische Geschehen durch die Augen der Unterklasse erleben.
Archaische Mythen statt Science-Fiction
Star Wars bedient sich nicht der Sci-Fi-Logik, sondern exakt der Morphologie des russischen Volksmärchens nach Wladimir Propp. Propp identifizierte 31 narrative Funktionen: Obi-Wan Kenobi ist der klassische "Schenker", der dem Helden ein magisches Mittel (das Lichtschwert) übergibt. Der Todesstern ist keine echte Raumstation, sondern das unüberwindbare, graue Schloss des bösen Herrschers.
Vor allem aber schauen wir uns die Schritte nach Campell an, die Lucas nachweislich gelesen hat.
Die visuelle & technische Revolution
Für die Raumschlachten erfanden Lucas und John Dykstra die Dykstraflex (Motion-Control-Kamera): Dadurch konnte die Kamera millimetergenau um die Modelle fliegen, was dem modernen CGI-Kino überhaupt erst den Weg bereitete. Das Sounddesign von Ben Burtt verzichtete auf Synthesizer und nutzte stattdessen organische Sounds, wie etwa Vaders Atmen aus einem Taucherregulator und von John Williams fange ich an dieser Stelle gar nicht erst an (obwohl wir natürlich auch über ihn sprechen).
Der Trench Run
Das Finale des Films ist ein meisterhaftes Beispiel für filmisches Cross-Cutting: Ehre wem Ehre gebührt - ohne Marsha Lucas würde heute wohl niemand mehr über Star Wars sprechen.
Kinoökonomie & Einspielergebnisse
Der Film wurde mit einem Budget von rund 11 Millionen US-Dollar produziert und spielte weltweit etwa 776 Millionen US-Dollar ein. Lucas' Verzicht auf eine höhere Regie-Gage zugunsten der Merchandise-Rechte und Fortsetzungen veränderte die Unterhaltungsindustrie für immer.
Unterstütze den Podcast:
Falls Du soviel Spaß hattest wie wir, freuen wir uns, wenn Du alle Knöpfe (außer melden!) drückst; leave a like, abonniere uns, bewerte uns ... sharing is caring!
Ausblick:
In der kommenden Folge wird es um den zu Unrecht etwas vergessenen "Blood In, Blood Out" gehen und dann schauen wir uns "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter an": Kann ja gar nicht anders sein.
"I have a bad feeling about this."
Warum ist Star Wars: A New Hope eigentlich eher Märchen bzw. warum ist Science Fiction kein Genre? In dieser Filmanalyse dekonstruieren wir das Meisterwerk von George Lucas und zeigen, wie er 1977 die Kinoökonomie für immer veränderte. Warum ist der Film die perfekte Heldenreise und wie sehr hat sich Lucas denn nun wirklich bei Akira Kurosawa bedient?
Unsere Themen im Überblick:
Die Revolution der Produktions- und Vermarktungslogik Wladimir Propps Märchenstruktur & Campbells Monomythos Kurosawas Erbe: Die wahre formale DNA von C-3PO & R2-D2 Produktionschaos in Tunesien & der Merchandise-Schachzug Audiovisuelle Alchemie: Ben Burtt, John Williams & die Dykstraflex Der Trench Run als Sieg des Mystischen über die Maschine Das "Used Universe" und sein Einfluss auf Hollywood
Wie immer: Ein Deep Dive
Trivia macht Spaß, aber dafür sind wir nicht gekommen; Wie immer streben wir nach echter filmhistorischer Erkenntnis. Hier sind die zentralen analytischen Schwerpunkte dieser Episode:
Der Kurosawa-Code & Erzählperspektiven
Oft wird behauptet, Lucas habe den Plot von Die verborgene Festung (1958) einfach abgeschrieben, aber das greift zu kurz: Lucas dekonstruierte Kurosawas formale DNA. Der wichtigste (aber nicht der einzige) Kniff ist die Perspektive: Kurosawa erzählt seine Geschichte durch die Augen der feigen Bauern Tahei & Matashichi. Lucas übersetzte dieses Duo exakt in C-3PO und R2-D2, wodurch wir das epische Geschehen durch die Augen der Unterklasse erleben.
Archaische Mythen statt Science-Fiction
Star Wars bedient sich nicht der Sci-Fi-Logik, sondern exakt der Morphologie des russischen Volksmärchens nach Wladimir Propp. Propp identifizierte 31 narrative Funktionen: Obi-Wan Kenobi ist der klassische "Schenker", der dem Helden ein magisches Mittel (das Lichtschwert) übergibt. Der Todesstern ist keine echte Raumstation, sondern das unüberwindbare, graue Schloss des bösen Herrschers.
Vor allem aber schauen wir uns die Schritte nach Campell an, die Lucas nachweislich gelesen hat.
Die visuelle & technische Revolution
Für die Raumschlachten erfanden Lucas und John Dykstra die Dykstraflex (Motion-Control-Kamera): Dadurch konnte die Kamera millimetergenau um die Modelle fliegen, was dem modernen CGI-Kino überhaupt erst den Weg bereitete. Das Sounddesign von Ben Burtt verzichtete auf Synthesizer und nutzte stattdessen organische Sounds, wie etwa Vaders Atmen aus einem Taucherregulator und von John Williams fange ich an dieser Stelle gar nicht erst an (obwohl wir natürlich auch über ihn sprechen).
Der Trench Run
Das Finale des Films ist ein meisterhaftes Beispiel für filmisches Cross-Cutting: Ehre wem Ehre gebührt - ohne Marsha Lucas würde heute wohl niemand mehr über Star Wars sprechen.
Kinoökonomie & Einspielergebnisse
Der Film wurde mit einem Budget von rund 11 Millionen US-Dollar produziert und spielte weltweit etwa 776 Millionen US-Dollar ein. Lucas' Verzicht auf eine höhere Regie-Gage zugunsten der Merchandise-Rechte und Fortsetzungen veränderte die Unterhaltungsindustrie für immer.
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In der kommenden Folge wird es um den zu Unrecht etwas vergessenen "Blood In, Blood Out" gehen und dann schauen wir uns "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter an": Kann ja gar nicht anders sein.
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09.05.2026
2 Stunden 24 Minuten
Paul Verhoevens Robocop von 1987 gilt vielen als brutaler Achtziger-Jahre-Actionfilm mit ikonischer Hauptfigur. In dieser Folge unseres Filmpodcasts Leinwandlegenden gehen wir der Frage nach, warum dieser scheinbare B-Movie nach fast vier Jahrzehnten klüger und aktueller ist als bei seiner Premiere. Wir analysieren Verhoevens Klassiker als das, was er tatsächlich ist: Eine vielschichtige Satire auf den Hyperkapitalismus der Reagan-Ära, eine theologisch durchkomponierte Auferstehungsgeschichte und eine erstaunlich präzise Vorhersage der Privatisierungslogik, die Detroit später real in die Insolvenz trieb und unsere Gegenwart erstaunlich gut beschreibt.
Im Zentrum der Folge stehen die Schichten, die unter der blutigen Oberfläche liegen: Wir sprechen über die Christus-Elemente, die Murphys Tod, Wiedergeburt und finalen Wassergang als Passionsdrama lesbar macht.
Wir untersuchen die Konzernfigur OCP als Vorwegnahme der Tech-Aristokratie, die Bob Morton als Prototyp eines Yuppie-Aufsteigers vom Tech-CEO bis zum Wirecard-Manager wiedererkennen lässt.
Wir diskutieren die faschistoide Ästhetik des gepanzerten Vollstreckers im Kontext von Verhoevens Werk und seiner direkten Vorlage Judge Dredd aus dem britischen 2000 AD Magazin und wir fragen, ob die Schlussszene mit der Namensnennung tatsächlich ein Triumph des Menschlichen ist oder vielmehr der Moment vollendeter Konzernunterwerfung.
Dazu gehören die Produktionsanekdoten, die das Bild abrunden:
Rob Bottins Kostüm zum Preis von annähernd einer Million Dollar, Stephen Flicks Sound Design aus B-29-Flap-Mechanismen, Druckerpressen und Schweinequieken und die Tankstellenexplosion. Wir erklären, warum Detroit gar nicht in Detroit gedreht werden konnte, warum Verhoevens Kindheit im besetzten Den Haag den Außenblick auf die USA prägte und warum Robocop möglicherweise der vielschichtigste B-Movie der Filmgeschichte ist.
Eine Folge für Filmkenner, Verhoeven-Fans, Fans des amerikanischen Kinos der achtziger Jahre und alle, die hinter der Genre-Oberfläche nach den größeren Bildern suchen. Mit Bezügen zu Starship Troopers, Total Recall, Wall Street und Blade Runner.
Im Zentrum der Folge stehen die Schichten, die unter der blutigen Oberfläche liegen: Wir sprechen über die Christus-Elemente, die Murphys Tod, Wiedergeburt und finalen Wassergang als Passionsdrama lesbar macht.
Wir untersuchen die Konzernfigur OCP als Vorwegnahme der Tech-Aristokratie, die Bob Morton als Prototyp eines Yuppie-Aufsteigers vom Tech-CEO bis zum Wirecard-Manager wiedererkennen lässt.
Wir diskutieren die faschistoide Ästhetik des gepanzerten Vollstreckers im Kontext von Verhoevens Werk und seiner direkten Vorlage Judge Dredd aus dem britischen 2000 AD Magazin und wir fragen, ob die Schlussszene mit der Namensnennung tatsächlich ein Triumph des Menschlichen ist oder vielmehr der Moment vollendeter Konzernunterwerfung.
Dazu gehören die Produktionsanekdoten, die das Bild abrunden:
Rob Bottins Kostüm zum Preis von annähernd einer Million Dollar, Stephen Flicks Sound Design aus B-29-Flap-Mechanismen, Druckerpressen und Schweinequieken und die Tankstellenexplosion. Wir erklären, warum Detroit gar nicht in Detroit gedreht werden konnte, warum Verhoevens Kindheit im besetzten Den Haag den Außenblick auf die USA prägte und warum Robocop möglicherweise der vielschichtigste B-Movie der Filmgeschichte ist.
Eine Folge für Filmkenner, Verhoeven-Fans, Fans des amerikanischen Kinos der achtziger Jahre und alle, die hinter der Genre-Oberfläche nach den größeren Bildern suchen. Mit Bezügen zu Starship Troopers, Total Recall, Wall Street und Blade Runner.
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02.05.2026
2 Stunden 10 Minuten
#013 Do the Right Thing (1989):
Spike Lees Tragödie über einen heißen Sommertag in Brooklyn
"Let me tell you the story of Right Hand, Left Hand. It's a tale of good and evil."
An einem glühenden Sommertag in Bedford-Stuyvesant in Brooklyn verdichten sich die Spannungen zwischen Schwarzer Nachbarschaft, Pizzeria-Besitzer Sal und der Polizei, bis ein Mülleimer durch ein Schaufenster fliegt.
Wir analysieren Spike Lees 1989er Klassiker mit Danny Aiello, John Turturro, Bill Nunn, Samuel L. Jackson, Rosie Perez und Ossie Davis als moderne griechische Tragödie.
Wie immer gehen wir Szene für Szene durch den Film und sprechen unter anderem über ...
... die Hommage an Robert Mitchums Predigt aus „The Night of the Hunter" in Radio Raheems Love-and-Hate-Monolog
... die Slur-Montage
... der reale Hintergrund von Raheems Tod im Fall Michael Stewart 1983
... Public Enemys Song „Fight the Power"
... die vier Lesarten des Mülleimerwurfs
... Rosie Perez' Aussagen 2023 zur Eiswürfel-Szene und
... vielleicht am schwierigsten zu beantworten:
Warum holte „Driving Miss Daisy" in dem Jahr den Oscar??
Holen wir uns ein Pizza bei Sal und reden wir drüber!
Spike Lees Tragödie über einen heißen Sommertag in Brooklyn
"Let me tell you the story of Right Hand, Left Hand. It's a tale of good and evil."
An einem glühenden Sommertag in Bedford-Stuyvesant in Brooklyn verdichten sich die Spannungen zwischen Schwarzer Nachbarschaft, Pizzeria-Besitzer Sal und der Polizei, bis ein Mülleimer durch ein Schaufenster fliegt.
Wir analysieren Spike Lees 1989er Klassiker mit Danny Aiello, John Turturro, Bill Nunn, Samuel L. Jackson, Rosie Perez und Ossie Davis als moderne griechische Tragödie.
Wie immer gehen wir Szene für Szene durch den Film und sprechen unter anderem über ...
... die Hommage an Robert Mitchums Predigt aus „The Night of the Hunter" in Radio Raheems Love-and-Hate-Monolog
... die Slur-Montage
... der reale Hintergrund von Raheems Tod im Fall Michael Stewart 1983
... Public Enemys Song „Fight the Power"
... die vier Lesarten des Mülleimerwurfs
... Rosie Perez' Aussagen 2023 zur Eiswürfel-Szene und
... vielleicht am schwierigsten zu beantworten:
Warum holte „Driving Miss Daisy" in dem Jahr den Oscar??
Holen wir uns ein Pizza bei Sal und reden wir drüber!
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Über diesen Podcast
Jede Woche ein Film! Im Podcast Leinwandlegenden begleiten Dich
Fero & Marcel Szene für Szene durch die bedeutendsten
Meilensteine der Filmwelt. Wir folgen dem Pfad der Protagonisten
und ergründen gemeinsam, was eine Produktion zeitlos macht: Dabei
sprechen wir über herausragende Schauspielkunst & die Visionen
hinter der Kamera. Wir dechiffrieren die Bildsprache und tauchen
tief in die Produktionshintergründe ein. Jede Folge bietet einen
chronologischen Walkthrough, bei dem wir kein wichtiges Detail
auslassen, sondern jedes Motiv tiefgreifend beleuchten.
Abonnenten
Berlin
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