AK058 Die Welt ist eine Scheibe

AK058 Die Welt ist eine Scheibe

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag
Die Welt ist eine Scheibe! Nein, wir sind keine
Flat-Earth-Verschwörungstheoretiker und auch nicht verrückt
geworden. Was es damit auf sich hat, klären wir nach den Space
News, in dem wir über die famose CSA/ESA-Weltraummission SMILE
sprechen, die auf einer Vega C-Rakete am 19. Mai gestartet ist und
auf der viel Wissen und Technik vom Grazer Institut für
Weltraumforschung steckt. SMILE erforscht, was die Teilchen des
Sonnenwindes mit dem Magnetfeld, der von geladenen Teilchen
erfüllten Ionosphäre und mit der Atmosphäre der Erde anstellt.
Neben schönen Polarlichtern können dabei nämlich ziemlich
zerstörerische geomagnetische Stürme entstehen. Zu dieser Mission
gibt es übrigens neben einem Infopaket auch ein cooles Comic (auf
Englisch), das die ESA erstellt hat. Im Hauptthema zeigen wir, dass
unsere Welt flach ist! Nein, nicht die Erde, denn eine Flacherde
würde aufgrund der Schwerkraft augenblicklich in sich
zusammenfallen und eine glutflüssige Kugel bilden. Aber unsere
Galaxie, die Milchstraße, ist eigentlich eine sehr flache Scheibe
aus Sternen, Gas, Staub und einem schwarzen Loch in der Mitte.
Unsere Galaxie ist umgeben von einem kugelförmigen Halo, in dem
sich Kugelsternhaufen befinden, und dem zirkumgalaktischen Medium
aus sehr dünn verteiltem Gas, das trotzdem im Summe deutlich mehr
wiegt als alles an Gas, Staub und Sternen innerhalb unserer
Galaxienscheibe. Unsere Milchstraße ist wie alle Galaxien eine
Kannibalin und hat sich im Laufe ihres Daseins schon einige
kleinere Galaxien einverleibt. Dabei entstanden schräg durch die
Galaxienscheibe laufende Sternströme wie z.B. die Gaia Enceladus
Sausage, die mit Hilfe von Daten der europäischen
GAIA-Weltraummission gefunden werden konnten. Bei solchen
Galaxienkollisionen stoßen zwar nicht die Sterne und Planeten der
Welteninseln zusammen (dazu ist der Weltraum viel zu leer), aber
sehr wohl die Gas- und Staubmassen der Galaxien, und es kommt zu so
genannten Starbursts, zur Entstehung sehr vieler Sterne. Alle
Sterne der Milchstraße drehen sich um das Zentrum unserer Galaxie –
aber die Spiralarme drehen sich kurioserweise nicht mit, wie diese
Animation sehr schön veranschaulicht. In den Spiralarmen ist das
Meiste an Gas und Staub konzentriert, dort entstehen auch die
jungen, großen, hellen Sterne, die nicht lange genug leben, um die
Spiralarme verlassen zu können. Darum leuchten in allen
Spiralgalaxien diese Arme besonders hell. Wenn zwei gleich große
Spiralgalaxien zusammenstoßen (wie es unserer Milchstraße in
einigen Milliarden Jahren mit der Andromedagalaxie ergehen wird),
dann durchmischen sich die beiden zu einer so genannten
Elliptischen Galaxie, und der Starburst braucht die gesamten
Vorräte an Gas und Staub auf. Darum entstehen in den ellipischen
Galaxien danach keine neuen Sterne mehr. Als allerletztes stoßen
dann die beiden schwarzen Löcher zusammen und vereinigen sich. Das
kann sehr lange dauern, und vermutlich kreist auch noch zumindest
ein schwarzes Loch einer verspeisten Kleingalaxie rund um
Sagittarius A*, dem Black Hole unserer eigenen Milchstraße. Nicht
nur die Galaxie ist flach, sondern auch unserer Planetensystem –
alle Planeten kreisen in der gleichen Ebene um die Sonne, auf der
so genannten Ekliptik. Das ergibt sich zwangsweise, weil
Planetensysteme aus einer rotierenden Scheibe aus Gas und Staub
entstehen, die durch die Fliehkräfte quasi automatisch zu einer
dünnen Scheibe wird. Im Astrolexikon wenden wir uns dann der Frage
zu, was genau eigentlich ein Stern ist.
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