Alexander Zverev und die gelben Tennisbälle im Stade Roland Garros 

Alexander Zverev und die gelben Tennisbälle im Stade Roland Garros 

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Das Scheinwerferlicht brennt, bei jedem extremen Schritt staubt
die rote Asche von Paris auf und die Anspannung auf dem Center
Court ist förmlich greifbar. Doch dieses Mal ist das Drama vorbei
und die Erleichterung grenzenlos. Im 41. Anlauf hat Alexander
„Sascha“ Zverev sein großes Ziel endlich erreicht. Der Hamburger
gewinnt in einem packenden Finale gegen Flavio Cobolli die French
Open und feiert damit den ersten Grand-Slam-Triumph seiner
Karriere. Zverev ist nun also der Vollendete. Nach dem erlösenden
Matchball sank er erschöpft auf den roten Sand und ließ seinen
Tränen freien Lauf. Bisher betonte der Tokio-Olympiasieger
gebetsmühlenartig, dass die olympische Goldmedaille der
wichtigste Meilenstein seiner Karriere sei. Es bleibt spannend,
was er in Zukunft über diesen historischen Tag in Paris sagen
wird.


Dieser Sieg ist für das deutsche Tennis historisch, denn Zverev
wandelt auf ganz großen Spuren. Er ist der erste deutsche
French-Open-Sieger seit Henner Henkel im Jahr 1937 und der erste
deutsche Grand-Slam-Champion im Herreneinzel seit Boris Beckers
Sieg bei den Australian Open im Jahr 1996. Seit Beginn der Open
Era im Jahr 1968 ist der Hamburger nach Becker und Michael Stich
erst der dritte Deutsche, dem dieses Kunststück bei einem
Major-Turnier der Männer gelang. Trotz dieses Meilensteins bleibt
Zverev vorerst die Nummer 3 der Weltrangliste. Doch der Wert
dieses Sieges wiegt ohnehin schwerer als nackte Zahlen.


Der Weg zu diesem Pokal war jedoch ein echtes Stück Arbeit, denn
im Finale entwickelte sich ein epischer Schlagabtausch. Zverev
begann extrem stark gegen Cobolli und dominierte die Partie
zunächst mit seinem gefürchteten Aufschlag und einer wuchtigen
Rückhand. Auch im zweiten Satz fehlte nicht viel zur
Vorentscheidung, doch Cobolli legte spürbar zu, biss sich in die
Partie und verdiente sich den Satzausgleich redlich. Der
Italiener erwies sich als extrem kraftvoller Gegner, der den Sieg
ebenso verdient gehabt hätte. Bei der Siegerehrung hinterließ er
einen unglaublich sympathischen Eindruck.


Mit dem Ausgleich stieg die Spannung im Stadion von Minute zu
Minute. Zverev schaffte es zwar, sich das Momentum im dritten
Satz wieder zunutze zu machen, verpasste es dann aber im vierten
Durchgang, das Match vorzeitig zu beenden. Somit musste die
Entscheidung im fünften Satz fallen. Hier bewies der Deutsche die
Nerven eines Champions, zog schnell mit zwei Breaks Vorsprung
davon und gewann schließlich das Match. Cobolli gab zu keinem
Zeitpunkt auf und kämpfte bis zum letzten Ballwechsel, konnte den
entfesselten Zverev letztlich aber nicht mehr stoppen.


Es war einfach wunderschön, am Ende die deutsche Nationalhymne
über den Court von Paris schallen zu hören – selbst mit der
leisen Vorahnung im Hinterkopf, dass wir sie bei dem kommenden
Turnier in Nordamerika wohl nicht allzu oft hören werden.


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⁠Bluesky⁠


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