Beschreibung
vor 3 Tagen
Er begann seine Karriere mit einer unerhörten Aktion: Er reiste zu
allen Schlachtfeldern Europas aus dem Zweiten Weltkrieg, wo das
deutsche Wesen Vernichtung hinterlassen hatte, und posierte genau
dort für Fotografien mit dem Hitlergruß. Er wollte, wie er später
sagte, noch einmal die Verführbarkeit der Vorgängergeneration durch
den eigenen Körper hindurchgehen lassen. Seit diesen ersten
»Besetzungen«, wie er das Werk von 1969 nannte, hat Anselm Kiefer
dieses Thema nicht mehr losgelassen. Kein Wunder bei jemandem, der
in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 geboren wurde – und zwar
genau an der deutsch-französischen Grenze. Der Epochenbruch dieses
Zweiten Weltkrieges durchzieht von Anfang das Œuvre Kiefers, das
nicht nur durch seine schiere Anzahl, sondern auch durch seine
Dimensionen monumental ist. Mit Gerhard Richter und dem gerade
verstorbenen Georg Baselitz ist Kiefer der berühmteste deutsche
Künstler der Gegenwart – aber zugleich sind es meist die großen
Museen im Ausland, die ihm die wichtigsten Ausstellungen
einrichten. Warum ist das so? Das fragen Florian Illies und
Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts »Augen zu«.
Er überzieht seine Werke mit alten alchemistischen Materialien wie
Blei und reichert sie an mit Stroh und Worten aus den Untiefen der
Geschichte. Aber selbst die größten Hinweise auf deutsche Schuld
auf seinen Bildern geschehen in der unschuldigen Kinderschrift, die
charakteristisch für Kiefers Werk geworden ist. »Augen zu« erzählt
die Lebensgeschichte Kiefers und die seines Werkes und fragt, warum
er glaubt, mit der Monumentalität seiner Kunst auf die
Monumentalität der deutschen Geschichte antworten zu müssen.
Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern
an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
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allen Schlachtfeldern Europas aus dem Zweiten Weltkrieg, wo das
deutsche Wesen Vernichtung hinterlassen hatte, und posierte genau
dort für Fotografien mit dem Hitlergruß. Er wollte, wie er später
sagte, noch einmal die Verführbarkeit der Vorgängergeneration durch
den eigenen Körper hindurchgehen lassen. Seit diesen ersten
»Besetzungen«, wie er das Werk von 1969 nannte, hat Anselm Kiefer
dieses Thema nicht mehr losgelassen. Kein Wunder bei jemandem, der
in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 geboren wurde – und zwar
genau an der deutsch-französischen Grenze. Der Epochenbruch dieses
Zweiten Weltkrieges durchzieht von Anfang das Œuvre Kiefers, das
nicht nur durch seine schiere Anzahl, sondern auch durch seine
Dimensionen monumental ist. Mit Gerhard Richter und dem gerade
verstorbenen Georg Baselitz ist Kiefer der berühmteste deutsche
Künstler der Gegenwart – aber zugleich sind es meist die großen
Museen im Ausland, die ihm die wichtigsten Ausstellungen
einrichten. Warum ist das so? Das fragen Florian Illies und
Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts »Augen zu«.
Er überzieht seine Werke mit alten alchemistischen Materialien wie
Blei und reichert sie an mit Stroh und Worten aus den Untiefen der
Geschichte. Aber selbst die größten Hinweise auf deutsche Schuld
auf seinen Bildern geschehen in der unschuldigen Kinderschrift, die
charakteristisch für Kiefers Werk geworden ist. »Augen zu« erzählt
die Lebensgeschichte Kiefers und die seines Werkes und fragt, warum
er glaubt, mit der Monumentalität seiner Kunst auf die
Monumentalität der deutschen Geschichte antworten zu müssen.
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