Folge 36: Delir und der Zusammenhang mit Demenz

Folge 36: Delir und der Zusammenhang mit Demenz

vor 10 Stunden
32 Minuten
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Beschreibung

vor 10 Stunden

Von vielen unterschätzt, kann ein Delir schwerwiegende Folgen
nach sich ziehen. Das Komplikationsrisiko bei einem
Spital-Aufenthalt und die Morbiditätsrate steigen, wenn es nicht
diagnostiziert wird. Da für die Diagnose kein Laborwert getestet
werden kann, ist es umso wichtiger, dass das Umfeld mögliche
Anzeichen erkennt und im Spital Screenings durchgeführt werden.
Auch Zuhause kann ein Delir vorkommen, jedoch weniger häufig.


Dr. med. Markus Minder erklärt einfach und konkret, wie bei einem
Delir die Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht fallen, sodass
alle Reize ungefiltert auf das Hirn einprasseln, was dieses in
einen Stress-Zustand versetzt. Folglich ist die Patientin
verwirrt und verhält sich anders. Minder ist der ärztliche Leiter
und Co-Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin und Palliativ-Care
im Spital Affoltern am Albis (ZH). Es gibt das hyperaktive Delir,
in dem der Mensch getrieben ist, und beispielsweise im Spital
denkt, er müsse jetzt arbeiten gehen und auf den gebrochenen Fuss
steht. Beim hypoaktiven Delir liegt er eher apathisch im Bett.


Unterstützend wirkt, wenn für einen Spital-Aufenhalt Hilfsmittel
wie die Brille und das Hörgerät sowie persönliche Gegenstände
mitgegeben werden, wie auch, dass nicht zu viel Besuch kommt.
Allgemein hilft Ruhe, langsames Sprechen und eine
Reiz-Reduzierung (Licht, Geräusche). Als Erstes soll jedoch die
Ursache (z.B. eine Lungenentzündung) behandelt werden, nicht das
Delir, sagt Minder.


Die drei D “Demenz, Depression und Delir” haben ähnliche
Symptome, benötigen aber eine andere Behandlung. Die Demenz ist
ein Risikofaktor für ein Delir. Des Weiteren sind es das Alter,
stressige Situationen, zu wenig Flüssigkeit und Medikamente, die
zu dessen plötzlichem Auftreten führen.


Timecode:


[05:55] Interview von Judith Kronbach mit Dr. med. Markus Minder
(15 Minuten)


Links:


Episode 8: Depression und Demenz


Episode 26: Unterschied zwischen Depression und
Demenz


Episode 32: Spital-Aufenthalt


Die Hosts:


Judith Kronbach, Expertin für Demenz, unterrichtet zum Thema
Demenz und arbeitet in der Gerontologischen Beratungsstelle
SiL der Stadt Zürich.


Alex Blunschi ist ehemaliger Leiter von SRF 3 und
heute selbstständiger Moderator und Storyteller. Seine Eltern
haben Alzheimer, resp. vaskuläre Demenz.


Mehr Infos:


Alles zum Podcast «Chopfsach» finden Sie auf:
www.chopfsach-podcast.ch


Anregungen, Bemerkungen, Wünsche gerne an:
chopfsach@podcastschmiede.ch.


Chopfsach ist eine Produktion der Podcastschmiede.
Finanziell unterstützt wird der Podcast von der Stiftung
Plattform Mäander, Alzheimer Schweiz,
Lundbeck und der Paulie und Fridolin Düblin
Stiftung.


Produzentin: Carla Keller


Konzept: Franziska Engelhardt und Judith Kronbach


Musik: Daniel Hobi


Schnitt/Mix/Mastering: Anna Morf

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