1. Korinther 8,1-13 | Wenn Rücksicht wichtiger ist als Recht haben

1. Korinther 8,1-13 | Wenn Rücksicht wichtiger ist als Recht haben

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen

In 1. Korinther 8 greift Paulus die Streitfrage auf, ob Christen
an Tempelmahlzeiten teilnehmen und Götzenopferfleisch essen
dürfen, was für viele Korinther soziale, wirtschaftliche und
religiöse Bedeutung hatte. Zwar ist theologisch richtig, dass es
nur einen Gott gibt und Götzen keine wirkliche Macht haben, doch
Paulus warnt davor, diese Erkenntnis rücksichtslos auszuleben.
Entscheidend ist nicht das Wissen, sondern die Liebe, denn die
Freiheit der „Starken“ darf das Gewissen der „Schwachen“ nicht
verletzen oder sie in alte Bindungen und Sünden zurückziehen.
Jens Kaldewey erklärt: Wer durch sein Verhalten andere im Glauben
gefährdet, versündigt sich nicht nur an ihnen, sondern an
Christus selbst. Deshalb ruft Paulus zu freiwilligem Verzicht
auf, wo er dem geistlichen Wohl der Geschwister dient: Liebe
erbaut, auch wenn sie Freiheit kostet.


 


Bibeltext:


1 Nun zu einem anderen Punkt, den ihr angesprochen habt: Darf man
Fleisch essen, das den Götzen geopfert wurde? »Wir alle wissen
doch in dieser Sache Bescheid«, sagt ihr, und damit habt ihr
sicher Recht. Aber bloßes Wissen macht überheblich. Was uns
wirklich voranbringt, ist die Liebe. 2 Wenn sich jemand etwas auf
sein Wissen einbildet, weiß er noch gar nicht, was es bedeutet,
echtes Wissen zu haben. 3 Echtes Wissen ist nur bei dem zu
finden, der Gott liebt; denn wer Gott liebt, weiß, dass Gott ihn
kennt und liebt. 4 Zurück zur Frage nach dem Essen von
Götzenopferfleisch. Ihr habt Recht: »Die Götzen gibt es in
Wirklichkeit gar nicht; es gibt keinen Gott außer dem einen.« 5
Viele behaupten zwar, dass es Götter gibt – Götter im Himmel und
Götter auf der Erde; und es werden ja auch zahlreiche Götter und
zahlreiche Herren verehrt. 6 Aber für uns ´steht fest`: Es gibt
nur einen Gott – den Vater, von dem alles kommt und für den wir
´geschaffen` sind. Und es gibt nur einen Herrn – Jesus Christus,
durch den alles ´geschaffen` wurde und durch den auch wir ´das
Leben haben`. 7 Doch nicht alle haben schon die volle Konsequenz
aus dieser Erkenntnis gezogen. Manche haben sich bis heute nicht
von ihren alten Vorstellungen über Götzen gelöst. Wenn sie
Opferfleisch essen, meinen sie immer noch, sie würden damit den
Götzen anerkennen, für den das Tier geschlachtet wurde, und das
belastet ihr empfindliches Gewissen. 8 Nun hat zwar das, was wir
essen, keine Auswirkung auf unser Verhältnis zu Gott. Wir sind in
seinen Augen nicht weniger wert, wenn wir kein Opferfleisch
essen, und wir sind in seinen Augen nicht mehr wert, wenn wir
davon essen. 9 Doch ihr müsst darauf achten, dass die Freiheit,
die ihr für euch in Anspruch nehmt, für diejenigen, die ein
empfindliches Gewissen haben, kein Hindernis wird, an dem sie zu
Fall kommen. 10 Stell dir nur einmal vor, du nimmst im Tempel
eines Götzen an einem Opfermahl teil (wozu du dich aufgrund
deiner Erkenntnis berechtigt fühlst), und jemand mit einem
empfindlichen Gewissen sieht dich dort! Wird er da etwa im
Glauben gefestigt? Wird er nicht vielmehr dazu verleitet, gegen
seine Überzeugung zu handeln und ebenfalls Götzenopferfleisch zu
essen? 11 Deine Erkenntnis wird also dem, der ein empfindliches
Gewissen hat, zum Verhängnis, deinem Bruder, für den Christus
gestorben ist! 12 Ja, ihr versündigt euch nicht nur an euren
Geschwistern, wenn ihr so rücksichtslos mit ihrem empfindlichen
Gewissen umgeht; ihr versündigt euch ´letztlich` an Christus
selbst. 13 Um diesen Punkt zusammenzufassen: Mein Bruder und
meine Schwester dürfen wegen dem, was ich esse, nicht in Sünde
geraten. Lieber will ich mein Leben lang auf Fleisch verzichten,
als dass eines von meinen Geschwistern durch mich zu einer Sünde
verführt wird.
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