Zuhören als demokratischer Akt im Mansfelder Land - mit Grit Michelmann

Zuhören als demokratischer Akt im Mansfelder Land - mit Grit Michelmann

vor 3 Tagen
50 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen

In dieser Folge der Ostwärts-Podcast-Tour ist Nine an Station 2
von 5 – im Kunstkonsum Heiligenthal, einem ehemaligen Dorfladen
im Landkreis Mansfeld-Südharz, mit Live-Publikum vor Ort. Zu Gast
ist Grit Michelmann, freiberufliche Moderatorin und
Prozessbegleiterin aus Halle, die in der Region Formate
durchführt, bei denen Menschen vier Minuten ungestört sprechen
und wirklich gehört werden. Das Gespräch berührt die Geschichte
des Landkreises: 850 Jahre Kupferbergbautradition, das Kombinat
Wilhelm Pieck mit einst 45.000 Beschäftigten und das abrupte Ende
in den 90er Jahren, das nicht nur Arbeitsplätze, sondern die
gesamte soziale und kulturelle Infrastruktur der Region auf einen
Schlag vernichtete. Grit erzählt von Erzählcafés, in denen diese
Geschichte wieder auftaucht und von zwei Frauen aus dem
Lackdrahtwerk, deren stärkste Erinnerung an die chemischen
Umweltbelastungen nicht die eigene Gesundheitsschädigung ist,
sondern die Ungerechtigkeit, dass man die durch Säureregen
löchrig gewordenen Nylonstrumpfhosen dort nicht erstattet bekam.


Die Folge behandelt außerdem, was passiert, wenn AfD-Mitglieder
in einem Erzählcafé sitzen, warum Zuhören nicht Zustimmen
bedeutet und weshalb Beteiligungsformate Politikverdrossenheit
erklären können, aber auch abbauen.


Grits aktuelle Arbeit im Mansfelder Land wird finanziert durch
den Flow Fund der Kinnings Foundation, die die gesamte
fünfteilige Podcast-Tour ermöglicht.





00:25 Intro Tour-Station 2 Heiligenthal 


02:20 Grit Vorstellung und Kontext 


05:42 Format Sprechen und Zuhören 


10:15 Wendetrauma und kollektives Vergessen 


12:40 Nylonstrumpfhosen und Umweltschäden 


15:11 Projektschmiede und kollektive Intelligenz 


17:33 Mansfeld-Südharz: Struktur und Geschichte 


22:18 ABM und Kombinat als Sozialstruktur 


26:30 Film Maßnahme und Staatsverlust 


28:20 AfD im Erzählcafé 


30:22 Zuhören als demokratischer Akt 


33:32 Moderation ohne Angst vor Konflikt 


36:02 Zuhören heißt nicht zustimmen 


39:11 Grits politische Biografie 


43:19 Flow Fund und geloste Bürgerbeteiligung 


46:09 Wünsche für Mansfeld-Südharz 


48:16 Abschluss und Ausblick Großhennersdorf





Über Ostwärts


Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt
immer noch eine Rolle?


Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als
Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über
ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen
Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft
nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör
finden.


Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen
zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um
ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und
Respekt zu beleuchten.


Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem
Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt
anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu
adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität,
die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen
Zusammenhalt zu stärken.


https://www.ostwaerts-podcast.com/





Showlinks:


Doku „Die Maßnahme“ (2009) der Filmakademie Baden-Württemberg:
https://www.youtube.com/watch?v=gEtil2WHFDg





Webseite von Grit Michelmann: https://gritmichelmann.de/





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https://www.youtube.com/watch?v=i11T7BQqsxA&list=LL

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