It's not the cow, it's the how: Benedikt Bösel über Gut & Bösel, 55.000 Bäume und Landwirtschaft auf Brandenburgs schwierigsten Böden.
In dieser Folge von Ostwärts ist Nine live vor 300 Kühen zu Gast bei Benedikt Bösel auf Gut & Bösel in Alt Madlitz und damit der vierten Station der Podcast-Tour durch die ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Bösel war Investmentbanker, arbeitete in Immobilien und Venture Capital, bevor er den 3000 Hektar großen Betrieb seiner Familie übernahm, der über die LPG „Hoffnung" und 250 Jahre Familiengeschichte bis in die Zeit vor der Kollektivierung zurückreicht.
Er erzählt, warum er die geplante Smart-Farming-Ausrüstung samt anderthalb Millionen Euro Kredit nicht finanzierte, sondern nach der Dürre 2018 auf regenerative Methoden umstieg. Es geht um Agroforst, um 55.000 gepflanzte Bäume auf über 150 Hektar, um die Fink-Stiftung und ein Reallabor mit Humboldt-Uni, Leibniz-Institut und HNE Eberswalde.
Bösel erklärt, warum die Kuh nicht Klimakillerin, sondern Nährstoffkreisläufer ist und warum das eigentliche Problem ist, dass gesunde Böden vom System nicht bezahlt werden. Nine und Bösel sprechen über die unaufgearbeiteten Wunden der Enteignung, das Zusammenleben im brandenburgischen Dorf und die Frage, ob man auf sandigen, trockenen Böden überhaupt etwas verändern kann. Zum Schluss: warum wir am Ende Tiere sind, was Bösel Menschen rät, die selbst anfangen wollen, und wohin die 5000 Euro aus dem Flow-Fund fließen.
00:00 Live vor 300 auf der Weide
00:50 Vierte Station der Podcast-Tour
03:10 3000 Hektar und ein Ex-Investmentbanker
04:48 Zurück nach Madlitz
05:25 Kollektivierung und unaufgearbeitete Wunden
09:28 Die Konstante Madlitz
13:03 Smart Farming scheitert
16:10 Anderthalb Millionen nicht unterschrieben
18:00 Tausende Mails und Agroforst
20:03 Natur kopieren statt Monokultur
22:46 55.000 Bäume und langer Atem
25:50 Fink-Stiftung und Reallabor
28:40 Leistungen die keiner bezahlt
31:16 Kann man hier überhaupt was verändern
33:56 Menschen für Landwirtschaft begeistern
37:30 Corona und ein 25-köpfiges Team
42:49 It's not the cow, it's the how
46:49 Ankunft und Lehrgeld im Dorf
49:55 Nicht zu ernst nehmen und Dorfleben
55:23 Flow-Fund für den Spielplatz
56:16 Würde er es wieder so machen
58:31 Sandige Böden aus der Eiszeit
01:00:10 Am Ende sind wir Tiere
01:04:04 Wenn du es spürst mach
01:05:49 Schlussimpuls und Verabschiedung
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
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