Podcaster
Episoden
23.07.2026
1 Stunde 8 Minuten
It's not the cow, it's the how: Benedikt Bösel über Gut & Bösel, 55.000 Bäume und Landwirtschaft auf Brandenburgs schwierigsten Böden.
In dieser Folge von Ostwärts ist Nine live vor 300 Kühen zu Gast bei Benedikt Bösel auf Gut & Bösel in Alt Madlitz und damit der vierten Station der Podcast-Tour durch die ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Bösel war Investmentbanker, arbeitete in Immobilien und Venture Capital, bevor er den 3000 Hektar großen Betrieb seiner Familie übernahm, der über die LPG „Hoffnung" und 250 Jahre Familiengeschichte bis in die Zeit vor der Kollektivierung zurückreicht.
Er erzählt, warum er die geplante Smart-Farming-Ausrüstung samt anderthalb Millionen Euro Kredit nicht finanzierte, sondern nach der Dürre 2018 auf regenerative Methoden umstieg. Es geht um Agroforst, um 55.000 gepflanzte Bäume auf über 150 Hektar, um die Fink-Stiftung und ein Reallabor mit Humboldt-Uni, Leibniz-Institut und HNE Eberswalde.
Bösel erklärt, warum die Kuh nicht Klimakillerin, sondern Nährstoffkreisläufer ist und warum das eigentliche Problem ist, dass gesunde Böden vom System nicht bezahlt werden. Nine und Bösel sprechen über die unaufgearbeiteten Wunden der Enteignung, das Zusammenleben im brandenburgischen Dorf und die Frage, ob man auf sandigen, trockenen Böden überhaupt etwas verändern kann. Zum Schluss: warum wir am Ende Tiere sind, was Bösel Menschen rät, die selbst anfangen wollen, und wohin die 5000 Euro aus dem Flow-Fund fließen.
00:00 Live vor 300 auf der Weide
00:50 Vierte Station der Podcast-Tour
03:10 3000 Hektar und ein Ex-Investmentbanker
04:48 Zurück nach Madlitz
05:25 Kollektivierung und unaufgearbeitete Wunden
09:28 Die Konstante Madlitz
13:03 Smart Farming scheitert
16:10 Anderthalb Millionen nicht unterschrieben
18:00 Tausende Mails und Agroforst
20:03 Natur kopieren statt Monokultur
22:46 55.000 Bäume und langer Atem
25:50 Fink-Stiftung und Reallabor
28:40 Leistungen die keiner bezahlt
31:16 Kann man hier überhaupt was verändern
33:56 Menschen für Landwirtschaft begeistern
37:30 Corona und ein 25-köpfiges Team
42:49 It's not the cow, it's the how
46:49 Ankunft und Lehrgeld im Dorf
49:55 Nicht zu ernst nehmen und Dorfleben
55:23 Flow-Fund für den Spielplatz
56:16 Würde er es wieder so machen
58:31 Sandige Böden aus der Eiszeit
01:00:10 Am Ende sind wir Tiere
01:04:04 Wenn du es spürst mach
01:05:49 Schlussimpuls und Verabschiedung
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
In dieser Folge von Ostwärts ist Nine live vor 300 Kühen zu Gast bei Benedikt Bösel auf Gut & Bösel in Alt Madlitz und damit der vierten Station der Podcast-Tour durch die ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Bösel war Investmentbanker, arbeitete in Immobilien und Venture Capital, bevor er den 3000 Hektar großen Betrieb seiner Familie übernahm, der über die LPG „Hoffnung" und 250 Jahre Familiengeschichte bis in die Zeit vor der Kollektivierung zurückreicht.
Er erzählt, warum er die geplante Smart-Farming-Ausrüstung samt anderthalb Millionen Euro Kredit nicht finanzierte, sondern nach der Dürre 2018 auf regenerative Methoden umstieg. Es geht um Agroforst, um 55.000 gepflanzte Bäume auf über 150 Hektar, um die Fink-Stiftung und ein Reallabor mit Humboldt-Uni, Leibniz-Institut und HNE Eberswalde.
Bösel erklärt, warum die Kuh nicht Klimakillerin, sondern Nährstoffkreisläufer ist und warum das eigentliche Problem ist, dass gesunde Böden vom System nicht bezahlt werden. Nine und Bösel sprechen über die unaufgearbeiteten Wunden der Enteignung, das Zusammenleben im brandenburgischen Dorf und die Frage, ob man auf sandigen, trockenen Böden überhaupt etwas verändern kann. Zum Schluss: warum wir am Ende Tiere sind, was Bösel Menschen rät, die selbst anfangen wollen, und wohin die 5000 Euro aus dem Flow-Fund fließen.
00:00 Live vor 300 auf der Weide
00:50 Vierte Station der Podcast-Tour
03:10 3000 Hektar und ein Ex-Investmentbanker
04:48 Zurück nach Madlitz
05:25 Kollektivierung und unaufgearbeitete Wunden
09:28 Die Konstante Madlitz
13:03 Smart Farming scheitert
16:10 Anderthalb Millionen nicht unterschrieben
18:00 Tausende Mails und Agroforst
20:03 Natur kopieren statt Monokultur
22:46 55.000 Bäume und langer Atem
25:50 Fink-Stiftung und Reallabor
28:40 Leistungen die keiner bezahlt
31:16 Kann man hier überhaupt was verändern
33:56 Menschen für Landwirtschaft begeistern
37:30 Corona und ein 25-köpfiges Team
42:49 It's not the cow, it's the how
46:49 Ankunft und Lehrgeld im Dorf
49:55 Nicht zu ernst nehmen und Dorfleben
55:23 Flow-Fund für den Spielplatz
56:16 Würde er es wieder so machen
58:31 Sandige Böden aus der Eiszeit
01:00:10 Am Ende sind wir Tiere
01:04:04 Wenn du es spürst mach
01:05:49 Schlussimpuls und Verabschiedung
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
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14.07.2026
54 Minuten
In dieser Folge von Ostwärts spricht Nine mit Alicja Orlow, stellvertretender Geschäftsführerin der RAA Mecklenburg-Vorpommern und Projektleiterin von Zukunftswege Ost in der Fokusregion Vorpommern. Alicja wuchs auf Usedom auf und entschied sich vor sechs Jahren, nach Stationen in Berlin, Hamburg und Benin in ihre Heimatregion zurückzukehren. Sie berichtet von der niedrigsten Bevölkerungsdichte Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern ist und von langen Fahrtwegen. Nur 7 Prozent der bundesweiten Stiftungen sind in Ostdeutschland ansässig und Zukunftswege Ost setzt mit Mikroförderungen ab 5.000 Euro genau dort an.
Anhand von Beispielen wie einem anfangs skeptischen Bürgermeister, einer möglicherweise rechts orientierten Feuerwehr oder dem umgebauten Eiswagen der Initiative Eisbus Gabi zeigt sie, wie viel leises, oft unsichtbares Engagement in den Dörfern existiert und wie viel Beziehungsarbeit nötig ist, um es sichtbar zu machen. Ein Thema ist auch das Bündnis „Zusammen bewegen“, das mit Haustürgesprächen kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern für eine demokratische Zivilgesellschaft wirbt.
Alicja spricht offen über die Sorge vor Mittelkürzungen nach der Wahl, aber auch über die Hoffnung, die sie im wachsenden Engagement vor Ort sieht. Am Ende lädt sie alle ein, die Region und ihre Projekte selbst kennenzulernen.
00:00 Viel Platz zum Gestalten
00:21 Intro und Vorstellung Alicja
02:07 Usedom, Polen und Rückkehr
05:20 MV jenseits der Klischees
07:16 Bevölkerungsdichte und Ressourcenmangel
10:44 Unsichtbares Engagement im Dorf
13:24 RAA Demokratie und Bildung
14:27 Projekt Zukunftswege Ost
17:18 Beziehungsarbeit mit Bürgermeistern
20:49 Feuerwehr und rechte Tendenzen
23:30 Fehlende Jugendangebote
27:26 Engagement und ostdeutsche Bescheidenheit
31:42 Zusammenbewegen und Eisbus Gabi
38:00 Mikroförderung Zukunftswege Ost
42:10 Ostdeutsche Resilienz und Pragmatismus
45:16 Stimmung vor der Landtagswahl
47:25 Was Zivilgesellschaft wirklich braucht
49:58 Mutrauschen und Abschluss
Weiterführende Links
Zukunftswege Ost: Webseite
Zukunftswege Ost Fokusregion Vorpommern: Webseite GenOst Jugendfonds: Webseite Kontakt von Alicja für „Wie man helfen kann“ + Kontakt RAA MV > hier Bündnis Zusammen bewegen: Webseite
Anhand von Beispielen wie einem anfangs skeptischen Bürgermeister, einer möglicherweise rechts orientierten Feuerwehr oder dem umgebauten Eiswagen der Initiative Eisbus Gabi zeigt sie, wie viel leises, oft unsichtbares Engagement in den Dörfern existiert und wie viel Beziehungsarbeit nötig ist, um es sichtbar zu machen. Ein Thema ist auch das Bündnis „Zusammen bewegen“, das mit Haustürgesprächen kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern für eine demokratische Zivilgesellschaft wirbt.
Alicja spricht offen über die Sorge vor Mittelkürzungen nach der Wahl, aber auch über die Hoffnung, die sie im wachsenden Engagement vor Ort sieht. Am Ende lädt sie alle ein, die Region und ihre Projekte selbst kennenzulernen.
00:00 Viel Platz zum Gestalten
00:21 Intro und Vorstellung Alicja
02:07 Usedom, Polen und Rückkehr
05:20 MV jenseits der Klischees
07:16 Bevölkerungsdichte und Ressourcenmangel
10:44 Unsichtbares Engagement im Dorf
13:24 RAA Demokratie und Bildung
14:27 Projekt Zukunftswege Ost
17:18 Beziehungsarbeit mit Bürgermeistern
20:49 Feuerwehr und rechte Tendenzen
23:30 Fehlende Jugendangebote
27:26 Engagement und ostdeutsche Bescheidenheit
31:42 Zusammenbewegen und Eisbus Gabi
38:00 Mikroförderung Zukunftswege Ost
42:10 Ostdeutsche Resilienz und Pragmatismus
45:16 Stimmung vor der Landtagswahl
47:25 Was Zivilgesellschaft wirklich braucht
49:58 Mutrauschen und Abschluss
Weiterführende Links
Zukunftswege Ost: Webseite
Zukunftswege Ost Fokusregion Vorpommern: Webseite GenOst Jugendfonds: Webseite Kontakt von Alicja für „Wie man helfen kann“ + Kontakt RAA MV > hier Bündnis Zusammen bewegen: Webseite
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25.06.2026
1 Stunde 6 Minuten
23 Jahre, drei Länder, ein Festival: Clemens Mayer und Andreas “Frieder” Friedrich über das Neiße Filmfestival im Dreiländereck
In dieser Folge von Ostwärts ist Nine bei der dritten Station ihrer Tour beim Neiße Filmfestival in Großhennersdorf in derOberlausitz. Sie spricht mit Clemens Mayer und Andreas “Frieder” Friedrich, die das Festival dieses Jahr erstmals gemeinsam als Doppelspitze leiten. Das Festival ist aus dem Katharinenhof entstanden, einer DDR-Einrichtung derDiakonie, in der sich in den 1970er- und 80er-Jahren Nonkonformist:innen sammelten und nach der Wende das Kunstbauer Kino gründeten. Seit 23 Jahren zeigt das Festival deutsche, polnische und tschechische Filme an der Grenzezwischen Deutschland, Polen und Tschechien – dieses Jahr mit einem Rekord von 1200 Filmeinreichungen auf 19 Leinwänden in 17 Spielstätten. Clemens und Frieder erzählen, warum die Lizenzvergabe pro Land unterschiedlich ist, wie dassächsische Kulturraumgesetz die Finanzierung strukturiert und warum sie trotz EU keine polnischen oder tschechischen Fördermittel beantragen können. Dieses Jahr widmet sich das Fokusthema der gesellschaftlichen Transformation imOstblock der 90er-Jahre und zieht Parallelen zum Strukturwandel im Rheinischen Revier. Vor dem Hintergrund der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz und wachsenderrechter Stimmenanteile in Sachsen versteht sich das Festival zunehmend als politisches Statement für Weltoffenheit.
00:00:00 Live beim Neiße Filmfestival
00:01:32 Vorstellung Clemens und Frieder
00:02:10 Trinationales Festival am Dreiländereck
00:02:50 Dorfgeschichte und Katharinenhof Anfänge
00:06:07 DDR-Nest und Diakonie Katharinenhof
00:09:55 19 Leinwände, 17 Spielstätten
00:11:12 Filmverliebt durch Polen und Tschechien
00:13:30 Grenzen als Hürde in Corona-Zeiten
00:15:37 Sprachbarriere und Mitteleuropa-Framing
00:17:32 Internationales Team und Professionalisierung
00:23:48 1200 Filmeinreichungen, neuer Rekord
00:27:49 Lizenzfragen und Rechteinhaber
00:29:26 Fokusthema Transformation
00:33:24 Politisches Festival ohne Angst
00:38:25 Oberbürgermeisterwahl in Görlitz
00:40:26 Sächsisches Kulturraumgesetz erklärt
00:45:38 Flow Fund und Planungssicherheit
00:52:48 Junge Zielgruppen im Blick
00:55:06 Vampirfilme und neues Publikum
00:56:40 Altersdurchschnitt im Publikum
00:58:09 Highlights der fünf Festivaltage
01:02:00 Wie ein Musikfestival
01:03:16 Graswurzelbewegung von unten
01:04:39 Auf die Kacke hauen
01:06:19 Abschluss und Verabschiedung
In dieser Folge von Ostwärts ist Nine bei der dritten Station ihrer Tour beim Neiße Filmfestival in Großhennersdorf in derOberlausitz. Sie spricht mit Clemens Mayer und Andreas “Frieder” Friedrich, die das Festival dieses Jahr erstmals gemeinsam als Doppelspitze leiten. Das Festival ist aus dem Katharinenhof entstanden, einer DDR-Einrichtung derDiakonie, in der sich in den 1970er- und 80er-Jahren Nonkonformist:innen sammelten und nach der Wende das Kunstbauer Kino gründeten. Seit 23 Jahren zeigt das Festival deutsche, polnische und tschechische Filme an der Grenzezwischen Deutschland, Polen und Tschechien – dieses Jahr mit einem Rekord von 1200 Filmeinreichungen auf 19 Leinwänden in 17 Spielstätten. Clemens und Frieder erzählen, warum die Lizenzvergabe pro Land unterschiedlich ist, wie dassächsische Kulturraumgesetz die Finanzierung strukturiert und warum sie trotz EU keine polnischen oder tschechischen Fördermittel beantragen können. Dieses Jahr widmet sich das Fokusthema der gesellschaftlichen Transformation imOstblock der 90er-Jahre und zieht Parallelen zum Strukturwandel im Rheinischen Revier. Vor dem Hintergrund der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz und wachsenderrechter Stimmenanteile in Sachsen versteht sich das Festival zunehmend als politisches Statement für Weltoffenheit.
00:00:00 Live beim Neiße Filmfestival
00:01:32 Vorstellung Clemens und Frieder
00:02:10 Trinationales Festival am Dreiländereck
00:02:50 Dorfgeschichte und Katharinenhof Anfänge
00:06:07 DDR-Nest und Diakonie Katharinenhof
00:09:55 19 Leinwände, 17 Spielstätten
00:11:12 Filmverliebt durch Polen und Tschechien
00:13:30 Grenzen als Hürde in Corona-Zeiten
00:15:37 Sprachbarriere und Mitteleuropa-Framing
00:17:32 Internationales Team und Professionalisierung
00:23:48 1200 Filmeinreichungen, neuer Rekord
00:27:49 Lizenzfragen und Rechteinhaber
00:29:26 Fokusthema Transformation
00:33:24 Politisches Festival ohne Angst
00:38:25 Oberbürgermeisterwahl in Görlitz
00:40:26 Sächsisches Kulturraumgesetz erklärt
00:45:38 Flow Fund und Planungssicherheit
00:52:48 Junge Zielgruppen im Blick
00:55:06 Vampirfilme und neues Publikum
00:56:40 Altersdurchschnitt im Publikum
00:58:09 Highlights der fünf Festivaltage
01:02:00 Wie ein Musikfestival
01:03:16 Graswurzelbewegung von unten
01:04:39 Auf die Kacke hauen
01:06:19 Abschluss und Verabschiedung
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08.06.2026
1 Stunde 16 Minuten
Matze Hilscher über Gröden, die unbetreute Wendegeneration und das Leitmotto, das ihn seit der ersten Bühne begleitet
In dieser Folge von Ostwärts sitzt Nine im Hotelzimmer von Hotel Matze im Prenzlauer Berg und spricht mit einem der bekanntesten deutschen Podcaster über seine Herkunft aus Südbrandenburg, die er selten öffentlich macht. Matze Hielscher ist in Gröden aufgewachsen, einem kleinen Dorf bei Elsterwerda, in einer Familie mit Bäckerei und Kirchenbindung – beides ungewöhnlich für die DDR. Er erzählt von der jungen Gemeinde als erster Gemeinschaft, in der das Alter keine Rolle spielte; von Lehrer:innen nach der Wende, die selbst orientierungslos waren und davon, warum er sich als Teil der „unbetreuten Generation" versteht.
Das Gespräch reicht von den Baseballschlägerjahren und dem Erklärungsversuch für rechte Gewalt über Matzes Haltung zur Ostidentität – weder nostalgisch noch selbstkritisch überdreht – bis hin zu seiner Philosophie als Gastgeber: Zuhören ohne eigene Meinung ist für ihn kein Trick, sondern das Herzstück von Hotel Matze. Und warum er nie Angst vor großen Fischen hat, erklärt er am Schluss.
00:00 Wer weiß, wie das geht mit dem Leben
00:31 Intro und Willkommen
01:00 Gast Matze Hilscher und Hotel Matze
04:20 Gröden – Dorfstraße, Bäckerei, Kindheit
07:00 Leerstand im Osten – Ost-Phänomen oder gesamtdeutsch?
09:00 Christliche Familie in der DDR – Bäckerei ohne Parteibuch
13:00 Schule und Nicht-Funktionieren
16:30 Wende als Überforderung – Lehrer und Schüler gleichzeitig lost
19:30 Die unbetreute Generation und die Baseballschlägerjahre
21:40 Orientierungsfiguren: Campino, Schlingensief, Kurt Cobain
26:00 Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es nie gab
28:00 Dialog mit Rechten – ein Fragezeichen
29:00 Psychologische Betreuung statt Politiker-Besuche
33:00 Beteiligungsformate im Mansfelder Land
34:00 Warten oder selbst machen – Sommerfest im Hof
36:40 Osten als Gestaltungsraum, nicht Problemraum
39:00 Radtour durch Sachsen – Meißen und Elbebootsfahrt
43:00 Ostseele und Vereinsgefühl
47:00 Nicht auf Anerkennung warten – Matzes Eltern als Parallele
50:00 Habeck als Feindbild im Osten – was das auslöst
52:00 Matze als Ostler, Nine als Thüringerin
58:30 Vorbereitung aufs Gespräch – Einsammeln und Meditieren
01:00:00 Warum Matze die besten Interviews ohne eigene Meinung führt
01:03:00 Söder-Interview als Gegenbeispiel
01:06:20 Was zehn Jahre Gespräche mit einem machen
01:09:50 Was nach 1000 Folgen kommt
01:13:50 Leitmotto: Keine Angst vor großen Fischen
01:16:13 Abschluss und Verabschiedung
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein, und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Ostwärts erzählt neue Narrative des Ostens, denn es ist so viel mehr als sächsisch, AfD und Mandys. Es sind Geschichten über die Techno-Wende-Club-Kultur, Potentiale in der Zukunftsregion Ost, junge weibliche Kommunalpolitik und kritische Machtperspektiven.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
https://www.ostwaerts-podcast.com/
In dieser Folge von Ostwärts sitzt Nine im Hotelzimmer von Hotel Matze im Prenzlauer Berg und spricht mit einem der bekanntesten deutschen Podcaster über seine Herkunft aus Südbrandenburg, die er selten öffentlich macht. Matze Hielscher ist in Gröden aufgewachsen, einem kleinen Dorf bei Elsterwerda, in einer Familie mit Bäckerei und Kirchenbindung – beides ungewöhnlich für die DDR. Er erzählt von der jungen Gemeinde als erster Gemeinschaft, in der das Alter keine Rolle spielte; von Lehrer:innen nach der Wende, die selbst orientierungslos waren und davon, warum er sich als Teil der „unbetreuten Generation" versteht.
Das Gespräch reicht von den Baseballschlägerjahren und dem Erklärungsversuch für rechte Gewalt über Matzes Haltung zur Ostidentität – weder nostalgisch noch selbstkritisch überdreht – bis hin zu seiner Philosophie als Gastgeber: Zuhören ohne eigene Meinung ist für ihn kein Trick, sondern das Herzstück von Hotel Matze. Und warum er nie Angst vor großen Fischen hat, erklärt er am Schluss.
00:00 Wer weiß, wie das geht mit dem Leben
00:31 Intro und Willkommen
01:00 Gast Matze Hilscher und Hotel Matze
04:20 Gröden – Dorfstraße, Bäckerei, Kindheit
07:00 Leerstand im Osten – Ost-Phänomen oder gesamtdeutsch?
09:00 Christliche Familie in der DDR – Bäckerei ohne Parteibuch
13:00 Schule und Nicht-Funktionieren
16:30 Wende als Überforderung – Lehrer und Schüler gleichzeitig lost
19:30 Die unbetreute Generation und die Baseballschlägerjahre
21:40 Orientierungsfiguren: Campino, Schlingensief, Kurt Cobain
26:00 Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es nie gab
28:00 Dialog mit Rechten – ein Fragezeichen
29:00 Psychologische Betreuung statt Politiker-Besuche
33:00 Beteiligungsformate im Mansfelder Land
34:00 Warten oder selbst machen – Sommerfest im Hof
36:40 Osten als Gestaltungsraum, nicht Problemraum
39:00 Radtour durch Sachsen – Meißen und Elbebootsfahrt
43:00 Ostseele und Vereinsgefühl
47:00 Nicht auf Anerkennung warten – Matzes Eltern als Parallele
50:00 Habeck als Feindbild im Osten – was das auslöst
52:00 Matze als Ostler, Nine als Thüringerin
58:30 Vorbereitung aufs Gespräch – Einsammeln und Meditieren
01:00:00 Warum Matze die besten Interviews ohne eigene Meinung führt
01:03:00 Söder-Interview als Gegenbeispiel
01:06:20 Was zehn Jahre Gespräche mit einem machen
01:09:50 Was nach 1000 Folgen kommt
01:13:50 Leitmotto: Keine Angst vor großen Fischen
01:16:13 Abschluss und Verabschiedung
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein, und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Ostwärts erzählt neue Narrative des Ostens, denn es ist so viel mehr als sächsisch, AfD und Mandys. Es sind Geschichten über die Techno-Wende-Club-Kultur, Potentiale in der Zukunftsregion Ost, junge weibliche Kommunalpolitik und kritische Machtperspektiven.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
https://www.ostwaerts-podcast.com/
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27.05.2026
50 Minuten
In dieser Folge der Ostwärts-Podcast-Tour ist Nine an Station 2 von 5 – im Kunstkonsum Heiligenthal, einem ehemaligen Dorfladen im Landkreis Mansfeld-Südharz, mit Live-Publikum vor Ort. Zu Gast ist Grit Michelmann, freiberufliche Moderatorin und Prozessbegleiterin aus Halle, die in der Region Formate durchführt, bei denen Menschen vier Minuten ungestört sprechen und wirklich gehört werden. Das Gespräch berührt die Geschichte des Landkreises: 850 Jahre Kupferbergbautradition, das Kombinat Wilhelm Pieck mit einst 45.000 Beschäftigten und das abrupte Ende in den 90er Jahren, das nicht nur Arbeitsplätze, sondern die gesamte soziale und kulturelle Infrastruktur der Region auf einen Schlag vernichtete. Grit erzählt von Erzählcafés, in denen diese Geschichte wieder auftaucht und von zwei Frauen aus dem Lackdrahtwerk, deren stärkste Erinnerung an die chemischen Umweltbelastungen nicht die eigene Gesundheitsschädigung ist, sondern die Ungerechtigkeit, dass man die durch Säureregen löchrig gewordenen Nylonstrumpfhosen dort nicht erstattet bekam.
Die Folge behandelt außerdem, was passiert, wenn AfD-Mitglieder in einem Erzählcafé sitzen, warum Zuhören nicht Zustimmen bedeutet und weshalb Beteiligungsformate Politikverdrossenheit erklären können, aber auch abbauen.
Grits aktuelle Arbeit im Mansfelder Land wird finanziert durch den Flow Fund der Kinnings Foundation, die die gesamte fünfteilige Podcast-Tour ermöglicht.
00:25 Intro Tour-Station 2 Heiligenthal
02:20 Grit Vorstellung und Kontext
05:42 Format Sprechen und Zuhören
10:15 Wendetrauma und kollektives Vergessen
12:40 Nylonstrumpfhosen und Umweltschäden
15:11 Projektschmiede und kollektive Intelligenz
17:33 Mansfeld-Südharz: Struktur und Geschichte
22:18 ABM und Kombinat als Sozialstruktur
26:30 Film Maßnahme und Staatsverlust
28:20 AfD im Erzählcafé
30:22 Zuhören als demokratischer Akt
33:32 Moderation ohne Angst vor Konflikt
36:02 Zuhören heißt nicht zustimmen
39:11 Grits politische Biografie
43:19 Flow Fund und geloste Bürgerbeteiligung
46:09 Wünsche für Mansfeld-Südharz
48:16 Abschluss und Ausblick Großhennersdorf
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
https://www.ostwaerts-podcast.com/
Showlinks:
Doku „Die Maßnahme“ (2009) der Filmakademie Baden-Württemberg: https://www.youtube.com/watch?v=gEtil2WHFDg
Webseite von Grit Michelmann: https://gritmichelmann.de/
Ostwärts-YouTube-Kanal für die folgenden Folgen abonnieren: https://www.youtube.com/watch?v=i11T7BQqsxA&list=LL
Die Folge behandelt außerdem, was passiert, wenn AfD-Mitglieder in einem Erzählcafé sitzen, warum Zuhören nicht Zustimmen bedeutet und weshalb Beteiligungsformate Politikverdrossenheit erklären können, aber auch abbauen.
Grits aktuelle Arbeit im Mansfelder Land wird finanziert durch den Flow Fund der Kinnings Foundation, die die gesamte fünfteilige Podcast-Tour ermöglicht.
00:25 Intro Tour-Station 2 Heiligenthal
02:20 Grit Vorstellung und Kontext
05:42 Format Sprechen und Zuhören
10:15 Wendetrauma und kollektives Vergessen
12:40 Nylonstrumpfhosen und Umweltschäden
15:11 Projektschmiede und kollektive Intelligenz
17:33 Mansfeld-Südharz: Struktur und Geschichte
22:18 ABM und Kombinat als Sozialstruktur
26:30 Film Maßnahme und Staatsverlust
28:20 AfD im Erzählcafé
30:22 Zuhören als demokratischer Akt
33:32 Moderation ohne Angst vor Konflikt
36:02 Zuhören heißt nicht zustimmen
39:11 Grits politische Biografie
43:19 Flow Fund und geloste Bürgerbeteiligung
46:09 Wünsche für Mansfeld-Südharz
48:16 Abschluss und Ausblick Großhennersdorf
Über Ostwärts
Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle?
Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden.
Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten.
Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
https://www.ostwaerts-podcast.com/
Showlinks:
Doku „Die Maßnahme“ (2009) der Filmakademie Baden-Württemberg: https://www.youtube.com/watch?v=gEtil2WHFDg
Webseite von Grit Michelmann: https://gritmichelmann.de/
Ostwärts-YouTube-Kanal für die folgenden Folgen abonnieren: https://www.youtube.com/watch?v=i11T7BQqsxA&list=LL
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Tipp der Redaktion
Ostwärts erzählt persönliche Geschichten über ostdeutsche Herkunft und Identität. Moderatorin Nine-Christine Müller spricht mit Gästen aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft über Erfahrungen, Brüche und Chancen. Der Podcast bietet Perspektiven, die in der gesamtdeutschen Debatte oft fehlen und zeigt, was der Osten zu bieten hat.
Über diesen Podcast
Was heißt es eigentlich ostdeutsch zu sein und spielt das echt
immer noch eine Rolle? Ich, Nine-Christine Müller, spreche hier mit
Menschen, die ihre Herkunft reflektieren und Engagement zeigen.
Gemeinsam erkunden wir, wie Herkunft unsere Identität beeinflusst
und wie Chancengerechtigkeit und Mitbestimmung gefördert werden
können.
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