Das schönste Gestein der Welt verrät, wie die Alpen entstanden
vor 6 Tagen
Tief aus dem Erdinnern bis auf die Gipfel der Alpen: Karl erzählt
die Geschichte des schillernden Allalin-Gabbros. Dieses Gestein
verrät, wie sich die Alpen in geologisch rasantem Tempo zum
prächtigen Hochgebirge abgetürmt haben.
Podcast
Podcaster
Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universum...
Beschreibung
vor 6 Tagen
Die Alpen sind ein Hochgebirge, dessen höchster Gipfel über 4800
Meter misst. Die Berge der Alpen gehören zu den ersten überhaupt,
die Geologen durchstreift haben, die sie vermessen haben und vor
allem: die versucht haben, zu verstehen, wie sie entstanden sind.
Doch dafür brauchten sie lange – erst die Plattentektonik lieferte
den Schlüssel zur Lösung des Rätsels. Diese Theorie selbst wurde
aber nicht in den Bergen entdeckt, sondern in den Ozeanen. Eine
große Frage blieb am Ende immer noch offen: Wie konnten die Alpen
überhaupt ihre majestätischen Höhen erreichen? In dieser Folge
erzählt Karl seine dritte und vorerst letzte Alpengeschichte. Es
ist die Geschichte eines einzelnen Gesteines, das dabei geholfen
hat, die Frage des Höhenwachstums der Alpen zu klären. Dabei
handelt es sich um ein herausragend hübsches Gestein. Es schillert
und schimmert silbrig, es ist mal leuchtend grün, mal strahlend
gelb oder weinrot. Für manche ist es gar das schönste Gestein der
Welt. Für ein Gestein von Rang hat es auch einen klingenden Namen:
Saussurit-Smaragtit-Allalin-Metagabbro, oder kurz: Allalin-Gabbro.
Der Allalin-Gabbro ist ein Gestein der Walliser Alpen in der
Schweiz, wo er fast ausnahmslos auf einem einzigen Berg vorkommt:
dem Allalinhorn. Es ist ein besonderes Gestein, denn es entstand
vor der Hebung der Alpen – als sich das Material, was sich heute so
prächtig in die Höhen reckt, noch tief im Erdinneren steckte. Als
Gabbro entstammt es einer Gesteinsgruppe, die eigentlich in der
Tiefe der ozeanischen Erdkruste aus erstarrtem Magma entsteht. Doch
dieser Gabbro wurde danach in die Gebirgsbildung eingewoben, indem
er mal in die Tiefe gezogen, mal nach oben gerissen wurde. Dabei
stieg zunächst der Druck und die Temperatur, was das Gestein
veränderte: In ihm enthaltene Minerale reagierten zu anderen
Mineralen. In der Geologie werden solche Prozesse als Metamorphose
bezeichnet, wodurch schließlich aus dem grauen, unscheinbaren
Gabbro ein bunter Metagabbro wurde – der von manchen auch als das
schönste Gestein der Welt bezeichnet wird. In dieser Schönheit
steckt - tief verborgen - nicht nur die Information darüber,
welchen Weg der Allalin-Gabbro im Laufe der Jahrmillionen genommen
hat, sondern in welcher Tiefe sich die Alpendecken übereinander
geschoben haben – und wie sie danach in (zumindest für Geologen)
schwindelerregendem Tempo ans Licht gelangten. Episodenbild:
Shutterstock / Teguh Wage P
Meter misst. Die Berge der Alpen gehören zu den ersten überhaupt,
die Geologen durchstreift haben, die sie vermessen haben und vor
allem: die versucht haben, zu verstehen, wie sie entstanden sind.
Doch dafür brauchten sie lange – erst die Plattentektonik lieferte
den Schlüssel zur Lösung des Rätsels. Diese Theorie selbst wurde
aber nicht in den Bergen entdeckt, sondern in den Ozeanen. Eine
große Frage blieb am Ende immer noch offen: Wie konnten die Alpen
überhaupt ihre majestätischen Höhen erreichen? In dieser Folge
erzählt Karl seine dritte und vorerst letzte Alpengeschichte. Es
ist die Geschichte eines einzelnen Gesteines, das dabei geholfen
hat, die Frage des Höhenwachstums der Alpen zu klären. Dabei
handelt es sich um ein herausragend hübsches Gestein. Es schillert
und schimmert silbrig, es ist mal leuchtend grün, mal strahlend
gelb oder weinrot. Für manche ist es gar das schönste Gestein der
Welt. Für ein Gestein von Rang hat es auch einen klingenden Namen:
Saussurit-Smaragtit-Allalin-Metagabbro, oder kurz: Allalin-Gabbro.
Der Allalin-Gabbro ist ein Gestein der Walliser Alpen in der
Schweiz, wo er fast ausnahmslos auf einem einzigen Berg vorkommt:
dem Allalinhorn. Es ist ein besonderes Gestein, denn es entstand
vor der Hebung der Alpen – als sich das Material, was sich heute so
prächtig in die Höhen reckt, noch tief im Erdinneren steckte. Als
Gabbro entstammt es einer Gesteinsgruppe, die eigentlich in der
Tiefe der ozeanischen Erdkruste aus erstarrtem Magma entsteht. Doch
dieser Gabbro wurde danach in die Gebirgsbildung eingewoben, indem
er mal in die Tiefe gezogen, mal nach oben gerissen wurde. Dabei
stieg zunächst der Druck und die Temperatur, was das Gestein
veränderte: In ihm enthaltene Minerale reagierten zu anderen
Mineralen. In der Geologie werden solche Prozesse als Metamorphose
bezeichnet, wodurch schließlich aus dem grauen, unscheinbaren
Gabbro ein bunter Metagabbro wurde – der von manchen auch als das
schönste Gestein der Welt bezeichnet wird. In dieser Schönheit
steckt - tief verborgen - nicht nur die Information darüber,
welchen Weg der Allalin-Gabbro im Laufe der Jahrmillionen genommen
hat, sondern in welcher Tiefe sich die Alpendecken übereinander
geschoben haben – und wie sie danach in (zumindest für Geologen)
schwindelerregendem Tempo ans Licht gelangten. Episodenbild:
Shutterstock / Teguh Wage P
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