Folge 121 – Märchenkunde: Allen Menschen bringt er nur Böses

Folge 121 – Märchenkunde: Allen Menschen bringt er nur Böses

vor 3 Tagen
Neid im Märchen
1 Stunde 21 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen
Es war einmal… dieses Gefühl, das oft mit diesem kurzen Stich
beginnt. Dieses Zusammenziehen in der Brust oder im Bauch, anfangs
oft ganz flüchtig, aber ausreichend, um seinen giftigen Stachel zu
säen. Dann mischt sich Unruhe hinein. Die Gedanken beginnen zu
kreisen: Warum nicht ich? Was fehlt mir? Ich will das auch! Eine
Mischung aus Sehnsucht und Frust, bis eine gewisse Schärfe hinzu
kommt. Missgunst, Eifersucht. Ein innerer Druck, der dir unablässig
zu raunt: “Da draußen ist etwas, das du willst.” Und du willst es
so sehr, dass es bald dein ganzes Denken bestimmt… Dieses Gefühl
kennen viele Märchenfiguren. Es ist Neid. Die böse Stiefmutter
spürt ihn, die Stiefschwester auch. Die Magd, die Hexe,
Prinzessinnen, Königinnen und Nachbarn – sie alle sind neidisch.
Neid funktioniert im Märchen wie ein Motor, der die Handlung
auslöst und antreibt. In dieser Märchenkunde schauen wir uns dieses
ebenso mächtige wie gefährliche Gefühl genauer an: Welche Figuren
im Märchen sind neidisch? Ist Neid im Märchen vor allem ein
weibliches Phänomen? Und, in Bezug auf das japanische Märchen
unserer letzten Märchenstunde: Warum bringt Neid so viel Leid? Was
sagt die Darstellung von Neid im Märchen über uns als Menschen aus?
Wie passt das in unsere heutige Neidgesellschaft? Und vor allem:
Ist Neid das vielleicht böseste aller Gefühle, nicht nur im
Märchen?

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