Episoden

Folge 115 – Märchenkunde: Cat Content
22.02.2026
1 Stunde 37 Minuten
Es war einmal... die Katze. Elegant und tollpatschig. Würdevoll und komplett am Ausrasten. Königlich und gleichzeitig bereit, einen Karton anzubeten. In einem Moment Schmusekätzchen, im nächsten Jägerin. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Aber wenn sie dir ihre Aufmerksamkeit schenkt, fühlst du dich auserwählt. Sie kann 16 Stunden schlafen und trotzdem aussehen, als hätte sie einen anstrengenden Tag gehabt. Sie verhungert mindestens zehn Mal täglich und stimmt auch nachts um vier gerne mal das Lied ihres Volkes an. Und wenn sie dich anschaut, ist da immer dieses Gefühl, als wisse sie mehr als du. Ihre Gesellschaft ist beruhigend, ihr Schnurren heilsam, die Beziehung zu ihr komplex. Denn mit einer Katze zusammenzuleben bedeutet: Grenzen akzeptieren. Nähe verdienen. Geschickte Räuberin, launische Diva, drolliger Kasper, treue Gefährtin, aufmerksame Wächterin, liebevolle Trösterin, kleiner Pausenclown, zärtlicher Schmusetiger und ganz klar die Herrin des Hauses: Kein Tier ist uns so nah und gleichzeitig noch immer ein Rätsel. Spiegelt sich das auch im Märchen wider? Welche Rolle nimmt die Katze da ein? Zeigt sich auch im Märchen ihr ambivalentes Wesen? Und wie steht es um die Beziehung zwischen Mensch und Katze? In dieser Märchenkunde gibt es jede Menge Cat Content. So viel können wir verraten: Die Katze im Märchen ist nicht weniger faszinierend als die Katze in der realen Welt.
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Folge 114 – Märchenstunde: Costantino Fortunato oder Der gestiefelte Kater
08.02.2026
9 Minuten
Es war einmal... in Böhmen eine alte, sehr arme Frau, die drei Söhne hatte, von denen der eine Dusolino, der zweite Thesifone und der dritte Costantino Fortunato hieß. Sie besaß auf der Welt nichts weiter von Wert als drei Dinge: einen Backtrog, in dem die Frauen den Brotteig kneten, einen Brotkorb und eine Katze. Als die Mutter hochbetagt starb, vermachte sie ihrem ältesten Sohn den Backtrog, dem zweiten den Brotkorb und Costantino, dem jüngsten, die Katze. Und auch wenn die Katze für die Brüder das schlechteste Los zu sein scheint: Aus der Grimm-Variante dieses Märchens wisst ihr bestimmt: Ist sie nicht. Diese Version von "Der gestiefelte Kater" stammt von Giovanni Francesco Straparola und damit von einem Autor, der hiermit seine Märchenpott-Premiere feiert. Viel Spaß beim Hören!
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Folge 113 – Märchenkunde: Von einer gar nicht so anderen Welt
25.01.2026
1 Stunde 31 Minuten
Es waren einmal... nebelige Moorlandschaften, halbnackte Krieger mit wallendem Haar und mystischen Zeichen auf der Brust und weißbärtige Naturmagier, die in Eichenhainen Rituale abhalten und in kryptischen Rätseln sprechen. Gepaart mit satten grünen Landschaften und jeder Menge Irland-Romantik sind wir mittendrin in den gängigen Klischees über Kelten. Doch was ist wirklich “typisch keltsich”? Gibt es so ein Label überhaupt? Und finden wir es auch im Märchen? In dieser Folge begeben wir uns auf die Reise in die Anderswelt. Wir machen den Kelten-Klischeecheck, sprechen über die keltische Erzähl- und Märchentradition und schauen uns an, inwiefern Märchen und Mythologie miteinander verwoben sind. Dabei landen wir an magischen Übergangsorten, begegnen frechen Trickstern und der allgegenwärtigen Anderswelt. Vor allem aber stellen wir fest: Es ist gar keine so andere Welt.
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Folge 112 – Märchenstunde: Die drei Gaben
11.01.2026
6 Minuten
Es war einmal… ein kleiner Bursch, der hatte seine Mutter verloren und sein Vater verheiratete sich zum zweiten Mal. Aber seine Stiefmutter taugte nichts. Zu seiner Nahrung gab sie ihm nichts als alte schimmelige Brotkrusten, und wenn er aufs Feld ging, musste er sie in der Quelle aufweichen, bevor er sie aß. Eines Tages, da er sich neben dem Wasser niedergekauert hatte, ging ein armer Mann vorüber – und da wir uns in einem Märchen befinden, wissen wir, das passiert nicht einfach so, sondern hat Folgen. Die titelgebenden drei Gaben, die übrigens nichts mit Bechsteins Märchen "Die drei Gaben zu tun haben, spielen dabei natürlich eine Rolle. Und drei Wünsche, die nicht nur absurd sind, sondern diese Geschichte zu einem Märchen machen, wie ihr es unter dem Label “keltisch” wahrscheinlich nicht erwartet hättet.
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Folge 111 – Märchenkunde: Keiner weint um Hexen
28.12.2025
1 Stunde 26 Minuten
Es war einmal... ein Mädchen namens Dorothy. Das lebte mit seinem Onkel und seiner Tante in einem kleinen Haus in Kansas. Das Leben dort war grau und öde, nicht einmal das Gras war grün. Doch eines Tages geschah etwas Seltsames. Ein Wirbelsturm kam auf, brachte das Haus zum Schwanken und Wackeln, drehte es wirbelnd um sich selbst und hob es hoch in die Luft, trug es höher und höher und Dorothy und ihren treuen Hund Toto meilenweit weg von Kansas, in ein geheimnisvolles, smaragdgrünes Land namens Oz... Ob das fantasievolle Buch von L. Frank Baum, die ikonische Verfilmung von 1939 oder die Bühnenfassung: "Der Zauberer von Oz" gehört auch bei uns zu einer der bekanntesten Kindergeschichten. Was weniger bekannt ist: "Der Zauberer von Oz" ist ein Märchen. Warum das so ist, welche Aussageabsicht der Autor mit seiner Geschichte verfolgte und wie er mit den klassischen Märchenelementen umgeht, schauen wir uns in dieser Folge an. Und wenn wir uns schon auf den Weg über die Yellow Brick Road in die grüne Smaragdstadt begeben, überprüfen wir natürlich auch, wie wundervoll der Zauberer von Oz tatsächlich ist. Falls euch die Hexen aus Oz inzwischen ebenfalls grünifiziert haben, dann ahnt ihr, dass dort nichts so ist, wie es scheint und dass auch die scheinbar so eindeutigen und aus Märchen bestens bekannten Zuschreibungen von "Gut" und "Böse" hier dringend hinterfragt werden sollten. Genau das macht "Wicked". Denn auch “Wicked” hat etwas mit Märchen zu tun. Es liefert nicht nur eine Phrase, die perfekt in jedes Märchen passen könnte: "Keiner weint um Hexen". Wicked dekonstruiert Märchen und zeigt damit auf seine ganz eigene Weise, warum diese Textsorte immer noch so spannend ist und wie sie immer wieder Stoff für neue Geschichten liefert.
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Über diesen Podcast

Es waren einmal der Christian, die Jenny und die Elena. Die drei kennen sich schon sehr lange und sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Begeisterung für Märchen. Diese Begeisterung möchten sie hier mit euch teilen. Doch Märchen einfach nur zu erzählen, reicht ihnen nicht. Sie wollen darüber reden und zeigen, wie vielschichtig, komplex und zeitlos Märchen sind. Dazu unterteilen sie ihre Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde. In der Märchenstunde sprechen sie euch ein Hörspiel ein. In der darauf folgenden Märchenkunde tauschen sie sich dann darüber aus und analysieren und diskutieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema. Dazu betrachten sie Märchenklassiker von ganz neuen Seiten und nehmen euch mit in (un-)bekannte Märchenwelten. Das ist mal lustig, mal nostalgisch, mal blutrünstig und auch mal kitschig – aber niemals altmodisch oder Kinderkram. Vielmehr geht es um Geschichte, Literatur, Popkultur samt Film und Fernsehen sowie die großen Themen der Menschheit – eben um all das, was in der scheinbar so simplen Textsorte Märchen steckt.

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