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Episoden
22.02.2026
1 Stunde 37 Minuten
Es war einmal... die Katze. Elegant und tollpatschig. Würdevoll und
komplett am Ausrasten. Königlich und gleichzeitig bereit, einen
Karton anzubeten. In einem Moment Schmusekätzchen, im nächsten
Jägerin. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Aber wenn sie
dir ihre Aufmerksamkeit schenkt, fühlst du dich auserwählt. Sie
kann 16 Stunden schlafen und trotzdem aussehen, als hätte sie einen
anstrengenden Tag gehabt. Sie verhungert mindestens zehn Mal
täglich und stimmt auch nachts um vier gerne mal das Lied ihres
Volkes an. Und wenn sie dich anschaut, ist da immer dieses Gefühl,
als wisse sie mehr als du. Ihre Gesellschaft ist beruhigend, ihr
Schnurren heilsam, die Beziehung zu ihr komplex. Denn mit einer
Katze zusammenzuleben bedeutet: Grenzen akzeptieren. Nähe
verdienen. Geschickte Räuberin, launische Diva, drolliger Kasper,
treue Gefährtin, aufmerksame Wächterin, liebevolle Trösterin,
kleiner Pausenclown, zärtlicher Schmusetiger und ganz klar die
Herrin des Hauses: Kein Tier ist uns so nah und gleichzeitig noch
immer ein Rätsel. Spiegelt sich das auch im Märchen wider? Welche
Rolle nimmt die Katze da ein? Zeigt sich auch im Märchen ihr
ambivalentes Wesen? Und wie steht es um die Beziehung zwischen
Mensch und Katze? In dieser Märchenkunde gibt es jede Menge Cat
Content. So viel können wir verraten: Die Katze im Märchen ist
nicht weniger faszinierend als die Katze in der realen Welt.
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08.02.2026
9 Minuten
Es war einmal... in Böhmen eine alte, sehr arme Frau, die drei
Söhne hatte, von denen der eine Dusolino, der zweite Thesifone und
der dritte Costantino Fortunato hieß. Sie besaß auf der Welt nichts
weiter von Wert als drei Dinge: einen Backtrog, in dem die Frauen
den Brotteig kneten, einen Brotkorb und eine Katze. Als die Mutter
hochbetagt starb, vermachte sie ihrem ältesten Sohn den Backtrog,
dem zweiten den Brotkorb und Costantino, dem jüngsten, die Katze.
Und auch wenn die Katze für die Brüder das schlechteste Los zu sein
scheint: Aus der Grimm-Variante dieses Märchens wisst ihr bestimmt:
Ist sie nicht. Diese Version von "Der gestiefelte Kater" stammt von
Giovanni Francesco Straparola und damit von einem Autor, der
hiermit seine Märchenpott-Premiere feiert. Viel Spaß beim Hören!
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25.01.2026
1 Stunde 31 Minuten
Es waren einmal... nebelige Moorlandschaften, halbnackte Krieger
mit wallendem Haar und mystischen Zeichen auf der Brust und
weißbärtige Naturmagier, die in Eichenhainen Rituale abhalten und
in kryptischen Rätseln sprechen. Gepaart mit satten grünen
Landschaften und jeder Menge Irland-Romantik sind wir mittendrin in
den gängigen Klischees über Kelten. Doch was ist wirklich “typisch
keltsich”? Gibt es so ein Label überhaupt? Und finden wir es auch
im Märchen? In dieser Folge begeben wir uns auf die Reise in die
Anderswelt. Wir machen den Kelten-Klischeecheck, sprechen über die
keltische Erzähl- und Märchentradition und schauen uns an,
inwiefern Märchen und Mythologie miteinander verwoben sind. Dabei
landen wir an magischen Übergangsorten, begegnen frechen Trickstern
und der allgegenwärtigen Anderswelt. Vor allem aber stellen wir
fest: Es ist gar keine so andere Welt.
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11.01.2026
6 Minuten
Es war einmal… ein kleiner Bursch, der hatte seine Mutter verloren
und sein Vater verheiratete sich zum zweiten Mal. Aber seine
Stiefmutter taugte nichts. Zu seiner Nahrung gab sie ihm nichts als
alte schimmelige Brotkrusten, und wenn er aufs Feld ging, musste er
sie in der Quelle aufweichen, bevor er sie aß. Eines Tages, da er
sich neben dem Wasser niedergekauert hatte, ging ein armer Mann
vorüber – und da wir uns in einem Märchen befinden, wissen wir, das
passiert nicht einfach so, sondern hat Folgen. Die titelgebenden
drei Gaben, die übrigens nichts mit Bechsteins Märchen "Die drei
Gaben zu tun haben, spielen dabei natürlich eine Rolle. Und drei
Wünsche, die nicht nur absurd sind, sondern diese Geschichte zu
einem Märchen machen, wie ihr es unter dem Label “keltisch”
wahrscheinlich nicht erwartet hättet.
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28.12.2025
1 Stunde 26 Minuten
Es war einmal... ein Mädchen namens Dorothy. Das lebte mit seinem
Onkel und seiner Tante in einem kleinen Haus in Kansas. Das Leben
dort war grau und öde, nicht einmal das Gras war grün. Doch eines
Tages geschah etwas Seltsames. Ein Wirbelsturm kam auf, brachte das
Haus zum Schwanken und Wackeln, drehte es wirbelnd um sich selbst
und hob es hoch in die Luft, trug es höher und höher und Dorothy
und ihren treuen Hund Toto meilenweit weg von Kansas, in ein
geheimnisvolles, smaragdgrünes Land namens Oz... Ob das
fantasievolle Buch von L. Frank Baum, die ikonische Verfilmung von
1939 oder die Bühnenfassung: "Der Zauberer von Oz" gehört auch bei
uns zu einer der bekanntesten Kindergeschichten. Was weniger
bekannt ist: "Der Zauberer von Oz" ist ein Märchen. Warum das so
ist, welche Aussageabsicht der Autor mit seiner Geschichte
verfolgte und wie er mit den klassischen Märchenelementen umgeht,
schauen wir uns in dieser Folge an. Und wenn wir uns schon auf den
Weg über die Yellow Brick Road in die grüne Smaragdstadt begeben,
überprüfen wir natürlich auch, wie wundervoll der Zauberer von Oz
tatsächlich ist. Falls euch die Hexen aus Oz inzwischen ebenfalls
grünifiziert haben, dann ahnt ihr, dass dort nichts so ist, wie es
scheint und dass auch die scheinbar so eindeutigen und aus Märchen
bestens bekannten Zuschreibungen von "Gut" und "Böse" hier dringend
hinterfragt werden sollten. Genau das macht "Wicked". Denn auch
“Wicked” hat etwas mit Märchen zu tun. Es liefert nicht nur eine
Phrase, die perfekt in jedes Märchen passen könnte: "Keiner weint
um Hexen". Wicked dekonstruiert Märchen und zeigt damit auf seine
ganz eigene Weise, warum diese Textsorte immer noch so spannend ist
und wie sie immer wieder Stoff für neue Geschichten liefert.
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Über diesen Podcast
Es waren einmal der Christian, die Jenny und die Elena. Die drei
kennen sich schon sehr lange und sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre
Begeisterung für Märchen. Diese Begeisterung möchten sie hier mit
euch teilen. Doch Märchen einfach nur zu erzählen, reicht ihnen
nicht. Sie wollen darüber reden und zeigen, wie vielschichtig,
komplex und zeitlos Märchen sind. Dazu unterteilen sie ihre Folgen
in Märchenstunde und Märchenkunde. In der Märchenstunde sprechen
sie euch ein Hörspiel ein. In der darauf folgenden Märchenkunde
tauschen sie sich dann darüber aus und analysieren und diskutieren
Aspekte zu einem bestimmten Oberthema. Dazu betrachten sie
Märchenklassiker von ganz neuen Seiten und nehmen euch mit in
(un-)bekannte Märchenwelten. Das ist mal lustig, mal nostalgisch,
mal blutrünstig und auch mal kitschig – aber niemals altmodisch
oder Kinderkram. Vielmehr geht es um Geschichte, Literatur,
Popkultur samt Film und Fernsehen sowie die großen Themen der
Menschheit – eben um all das, was in der scheinbar so simplen
Textsorte Märchen steckt.
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