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1 Stunde 34 Minuten
Es war einmal... eine Hexe, die im dunklen Wald ihr Unwesen treibt. Sie lebt in einem Haus, das auf Hühnerbeinen steht und von einem Zaun aus Menschenknochen umgegben ist. Sie fliegt auf einem Mörser durch die Gegend und frisst Menschen, gerne auch kleine Kinder. Ihr Name ist Baba Jaga und sie ist eine der bekanntesten und zugleich faszinierendsten Figuren der slawischen Märchenwelt. Höchste Zeit also ihr eine Folge zu widmen. Auf Basis unserer letzten Märchenstunde mit dem Märchen "Wassilissa die Wunderschöne" schauen wir uns die Rolle der Baba Jaga genauer an, gehen der Frage nach, wer sie eigentlich ist und welche Rolle und Funktion sie allgemein in Märchen erfüllt. Wir betrachten ihre Darstellung im Märchenfilm und zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Grimmschen Märchenhexe. Daraus ergibt sich die Frage: Ist Baba Jaga überhaupt eine Hexe? So viel können wir verraten: Baba Jaga ist ziemlich viel. Und sie bleibt auch nach eineinhalb Stunden Podcast schwer zu greifen.
18 Minuten
Es war einmal… ein Kaufmann, der hatte eine Tochter, Wassilissa die Wunderschöne. Als die Mutter starb, war das Mädchen acht Jahre alt. Sterbend rief die Kaufmannsfrau ihre Tochter zu sich, zog unter ihrer Decke eine Puppe hervor und sagte: „Wassilissuschka, höre auf meine letzten Worte! Ich sterbe und hinterlasse dir mit meinem mütterlichen Segen diese Puppe. Behalte sie stets bei dir und zeige sie niemand; wenn dir ein Unglück zustößt, gib ihr zu essen und frage sie um Rat. Wenn sie gegessen hat, wird sie dir sagen, wie deinem Kummer abzuhelfen ist.“ Dann segnete die Frau ihre Tochter und starb. Und da wir im Märchen sind, könnt ihr euch denken, was das bedeutet: Der Mann heiratete neu und Wassilissa bekam eine Stiefmutter und zwei Stiefschwestern, die ihr alles andere als wohlgesonnen waren. Natürlich dachte sich die Stiefmutter allerlei Schikanen aus, wie sie Wassilissa loswerden kann. Ihr Masterplan: Sie zu Baba Jaga schicken, um Feuer zu holen. Denn von der menschenfressenden Hexe, die tief im Wald lebt in einem Haus mit Hühnerbeinen lebt, ist noch nie jemand zurückgekehrt. Ob der schönen Wassilissa das gelingt und warum Elena glaubt, eine neue Paraderolle gefunden zu haben, hört ihr in dieser Folge. Viel Spaß!
1 Stunde 33 Minuten
Es waren einmal… drei Schwestern, ein verzauberter Schwan, hilfreiche Tiere und ein paar handfeste, aus Neid gesponnene Intrigen. Klingt nach einem klassischen Märchen – und doch steckt dahinter viel mehr: Alexander Sergejewitsch Puschkin, einer der bedeutendsten russischen Dichter des 19. Jahrhunderts. In dieser Folge tauchen wir ein in Puschkins Märchenwelt, die einerseits vertraut wirkt, andererseits aber voll spannender Überraschungen und neuer Entdeckungen steckt. Denn Puschkin geht über das “einfache” Märchenerzählen hinaus. Er macht aus Märchen eine literarische Kunstform. Wie ihm das gelingt, welche russischen Märchenmotive wir in seinen Märchen finden und wie Puschkin selbst gelebt hat, all das schauen wir uns in dieser Folge an. Ausgangspunkt ist dabei das Märchen „Vom Zaren Saltan“: Wir sprechen über Form und Inhalt dieses Märchens und deren Besonderheiten. Auch hier darf natürlich der zeitgeschichtliche Kontext nicht fehlen: Wie prägten das Russland des 19. Jahrhunderts, die gesellschaftliche Ordnung und die Herrschaft von Zar Nikolaus I. Puschkins Märchen? Neben Schwanhilde, Hummelflug und Zarenglanz hat uns hier ein Schriftsteller verzaubert, der Märchen nicht einfach nacherzählt, sondern daraus seine ganz eigene literarische Welt erschafft. Wir sind Fangirls.
38 Minuten
Es war einmal… eine Geschichte, die beginnt, mit einem hohen Herren, der seine Dame find’. Eine von dreien ist sie, die träumen am Spinnerädchen, mehr zu sein als gewöhnliche Mädchen. Und weil wir in Rossija sind, im fernen Land, würden sie Zarin genannt. Doch nur eine von dreien kann’s sein, wenn auch jede ihrer Absichten ist fein. Die Erste denkt an Feiern und Feste, die Zweite würde nähen das Beste, doch nur die Dritte weiß: Viel wicht’ger als Feste und Fleiß, Was das Höchste für Zar und Thron, ist ein rechter Heldensohn. Der Zar ist entzückt und nimmt sie zur Frau, doch was folgen? Neid und Missgunst, genau. Denn während Saltan in den Kriege zieht, seine Frau in den Wehen liegt. Ein Sohn wird geboren, Gwidon genannt, doch fernab vom eigenen Land, Saltan die böse Nachricht erhält, sein Sohn sei ein Ungeheuer und entstellt. Damit ist das Unheil gesät, für Mutter und Sohn ist es zu spät. Beide werden in ein Fass gesteckt und wären bestimmt auf dem Meere verreckt, wenn wir nicht im Märchen wären, in denen sich Probleme klären. Denn das Meer ist nicht nur Gefahr und Tod, es macht eine Tugend aus der Not und führt Gwidon in ein neues Leben, das ihm hat eine Menge zu geben. Auf der Insel Bujan geschehen seltsame Sachen: Ein Eichhörnchen bringt goldne Nüsse zum Knacken. Dreiunddreißig Recken steigen aus den Wogen empor, und die geheimnisvolle Schwanhilde tritt schließlich hervor. Doch während sein Reich prächtiger wird und gedeiht, lauern weiter Missgunst und Neid. Da ist noch ein Zar, der von all dem nichts weiß und ihr ahnt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Vater und Sohn sich wiedersehen. Was bis dahin wird noch alles geschehen, hört euch in Puschkins Märchen an: “Das Märchen vom Zaren Saltan”.
1 Stunde 50 Minuten
Es war einmal... zwei Brüder, die die Idee verfolgten, altes Volksgut zu bewahren. Dazu wollten sie durchs Land ziehen und sich diese Geschichten direkt von den Menschen selbst erzählen lassen. Heute wissen: Dieser Plan der Brüder Grimm hat nicht funktioniert. Und auch sonst sah es erstmal gar nicht danach aus, dass die Kinder- und Hausmärchen ein weltweiter Erfolg werden würden. Ganz im Gegenteil: Die erste Ausgabe des Grimmschen Märchenbuchs war sogar ein ziemlicher Flop. Die Brüder machten sich an die Überarbeitung und passten die Märchen dem Zeitgeist an. Das bedeutete: Sie schnitten die Geschichten auf ein kindlichen Publikum zu und stellten die pädagogische Aussage der Märchen besonders heraus. Und damit trafen sie einen Nerv, denn zur Zeit des Biedermeier entwickelte sich eine Kinder- und Jugendliteratur, die Kinder bilden und erziehen sollte. Obwohl Märchen ursprünglich nicht für Kinder gedacht waren, vollzieht sich hier also die Verknüpfung zwischen Märchen, Kindheit und Erziehung. Bis heute haben Märchen einen Platz in vielen Kinderzimmern, allerdings nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Denn Märchen sind umstritten, vor allem wegen veralteter Geschlechterrollen und ihrer Grausamkeit. Aber haben Märchen deswegen wirklich keinen bildenden Wert mehr? Und ist die Pädagogik, die Märchen wirklich so schwarz, wie oft dargestellt? Diesen Fragen gehen wir in der heutigen Folge nach. Dazu schauen wir uns den zeitgeschichtlichen Kontext genauer an und tauchen ein in die Zeit des Biedermeier, der auch für unser heutiges Verständnis von Kindheit von Bedeutung ist. Außerdem analysieren und interpretieren wir das wohl pädagogischste und zugleich biedermeiserlichste Märchen in der Sammlung der Grimms: "Schneeweißchen und Rosenrot." Zum Vergleich zu der im Märchen dargestellten Tugendhaftigkeit und Harmonie ziehen wir das Paradewerk der Schwarzen Pädagogik heran: "Der Struwwelpeter". Und wir zeigen, wie Märchen in der NS-Zeit missbraucht werden, um Kindern die nationalsozialistische Ideologie einzuimpfen.
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Über diesen Podcast

Es waren einmal der Christian, die Jenny und die Elena. Die drei kennen sich schon sehr lange und sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Begeisterung für Märchen. Diese Begeisterung möchten sie hier mit euch teilen. Doch Märchen einfach nur zu erzählen, reicht ihnen nicht. Sie wollen darüber reden und zeigen, wie vielschichtig, komplex und zeitlos Märchen sind. Dazu unterteilen sie ihre Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde. In der Märchenstunde sprechen sie euch ein Hörspiel ein. In der darauf folgenden Märchenkunde tauschen sie sich dann darüber aus und analysieren und diskutieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema. Dazu betrachten sie Märchenklassiker von ganz neuen Seiten und nehmen euch mit in (un-)bekannte Märchenwelten. Das ist mal lustig, mal nostalgisch, mal blutrünstig und auch mal kitschig – aber niemals altmodisch oder Kinderkram. Vielmehr geht es um Geschichte, Literatur, Popkultur samt Film und Fernsehen sowie die großen Themen der Menschheit – eben um all das, was in der scheinbar so simplen Textsorte Märchen steckt.
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„Märchenpott“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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