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Beschreibung
vor 1 Woche
In dieser Episode vertreten Sylvester Tremmel aus der c't-Redaktion
und der freie Journalist Falk Steiner Joerg Heidrich an der Seite
von Holger Bleich. Zum Auftakt berichtet Steiner aus Berlin von der
Vorstellung des Tätigkeitsberichts der
Bundesdatenschutzbeauftragten – und davon, wie wenige
Journalistinnen und Journalisten überhaupt noch zu diesem Termin
erschienen sind; für ihn ein bedenkliches Signal in Zeiten, in
denen Vorhaben wie Vorratsdatenspeicherung oder Gesichtserkennung
beim BKA auf der politischen Agenda stünden, der Datenschutz aber
kaum noch Beachtung finde. Beim Bußgeld der Woche geht es um eine
spanische Fondsgesellschaft, die einen mit Microsoft Teams
aufgezeichneten internen Call später als offizielles Protokoll an
externe Investoren weitergegeben hatte. Die spanische
Datenschutzbehörde AEPD wertete die pauschale Einwilligung zur
Aufzeichnung der Teilnehmenden als unzureichend und verhängte 3000
Euro Bußgeld. Die Diskutanten loben die Praxis der spanischen
Behörde, auch kleinere Fälle konsequent zu verfolgen und damit
Klarheit über die Auslegung der DSGVO zu schaffen. Breiten Raum
nimmt der sogenannte Signal-"Hack" ein, bei dem hochrangige
Politikerinnen und Politiker, darunter Bundestagspräsidentin Julia
Klöckner, Ziel einer Phishing-Kampagne wurden. Tremmel stellt klar,
dass es sich nicht um einen technischen Angriff auf den Messenger
handelte: Die mutmaßlich aus Russland gesteuerten Angreifer gaben
sich als Signal-Support aus und brachten ihre Opfer dazu, ihre PIN
preiszugeben oder ein fremdes Gerät zu verknüpfen. Steiner
schildert anschaulich, wie schwierig sichere Kommunikation in der
politischen Realität ist, wo eine einzelne Person wie die
Bundestagspräsidentin in zahlreichen Rollen unterwegs ist und über
verschiedenste IT-Umgebungen hinweg kommunizieren muss. Die nun
empfohlene Nutzung der Messenger-Plattform Wire löse das
Grundproblem nicht, solange offene Messenger nötig blieben.
Zuguterletzt stellt Tremmel eine Recherche von Correctiv, Computer
Weekly und Solomon zum sogenannten "Pressure Cooker" bei Europol
vor. In diesem Datensystem soll die EU-Polizeibehörde über Jahre
hinweg mehr als zwei Petabyte an Daten angehäuft haben - ohne
saubere Rechtsgrundlage, ohne funktionierendes Rechtemanagement und
am europäischen Datenschutzbeauftragten vorbei. Steiner ordnet ein,
warum gerade jetzt, da die EU-Kommission Europol mit mehr Personal
und Befugnissen ausstatten will, ein genauer Blick auf diese Praxis
besonders wichtig ist.
und der freie Journalist Falk Steiner Joerg Heidrich an der Seite
von Holger Bleich. Zum Auftakt berichtet Steiner aus Berlin von der
Vorstellung des Tätigkeitsberichts der
Bundesdatenschutzbeauftragten – und davon, wie wenige
Journalistinnen und Journalisten überhaupt noch zu diesem Termin
erschienen sind; für ihn ein bedenkliches Signal in Zeiten, in
denen Vorhaben wie Vorratsdatenspeicherung oder Gesichtserkennung
beim BKA auf der politischen Agenda stünden, der Datenschutz aber
kaum noch Beachtung finde. Beim Bußgeld der Woche geht es um eine
spanische Fondsgesellschaft, die einen mit Microsoft Teams
aufgezeichneten internen Call später als offizielles Protokoll an
externe Investoren weitergegeben hatte. Die spanische
Datenschutzbehörde AEPD wertete die pauschale Einwilligung zur
Aufzeichnung der Teilnehmenden als unzureichend und verhängte 3000
Euro Bußgeld. Die Diskutanten loben die Praxis der spanischen
Behörde, auch kleinere Fälle konsequent zu verfolgen und damit
Klarheit über die Auslegung der DSGVO zu schaffen. Breiten Raum
nimmt der sogenannte Signal-"Hack" ein, bei dem hochrangige
Politikerinnen und Politiker, darunter Bundestagspräsidentin Julia
Klöckner, Ziel einer Phishing-Kampagne wurden. Tremmel stellt klar,
dass es sich nicht um einen technischen Angriff auf den Messenger
handelte: Die mutmaßlich aus Russland gesteuerten Angreifer gaben
sich als Signal-Support aus und brachten ihre Opfer dazu, ihre PIN
preiszugeben oder ein fremdes Gerät zu verknüpfen. Steiner
schildert anschaulich, wie schwierig sichere Kommunikation in der
politischen Realität ist, wo eine einzelne Person wie die
Bundestagspräsidentin in zahlreichen Rollen unterwegs ist und über
verschiedenste IT-Umgebungen hinweg kommunizieren muss. Die nun
empfohlene Nutzung der Messenger-Plattform Wire löse das
Grundproblem nicht, solange offene Messenger nötig blieben.
Zuguterletzt stellt Tremmel eine Recherche von Correctiv, Computer
Weekly und Solomon zum sogenannten "Pressure Cooker" bei Europol
vor. In diesem Datensystem soll die EU-Polizeibehörde über Jahre
hinweg mehr als zwei Petabyte an Daten angehäuft haben - ohne
saubere Rechtsgrundlage, ohne funktionierendes Rechtemanagement und
am europäischen Datenschutzbeauftragten vorbei. Steiner ordnet ein,
warum gerade jetzt, da die EU-Kommission Europol mit mehr Personal
und Befugnissen ausstatten will, ein genauer Blick auf diese Praxis
besonders wichtig ist.
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