Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Woche
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“
sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof.
Marcel Fratzscher über den Zustand des deutschen
Sozialstaats, über Zukunftsangst, Verteilungskämpfe und die
Frage, warum Reformen in Deutschland so schwerfallen.
Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung, DIW Berlin, und Professor für Makroökonomie
an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er mischt sich seit Jahren
pointiert in Debatten über Chancengleichheit,
Vermögensverteilung, Steuern, Bildung, Arbeit und sozialen
Zusammenhalt ein.
Gleich zu Beginn beschreibt Fratzscher, was ihm aktuell am
meisten Sorge macht: weniger ein einzelnes politisches Problem
als eine „mentale Depression“ in Deutschland –
eine gesellschaftliche Lähmung, die Veränderung erschwert.
Deutschland sei stark auf Stabilität, Konsens und den Status quo
ausgerichtet. Das habe über Jahrzehnte gut funktioniert, stoße
aber in Zeiten globaler Umbrüche, technologischen Wandels und
demografischer Alterung an Grenzen.
Fratzscher betont unter anderem, Deutschland habe einen starken
Sozialstaat, aber er müsse dringend reformiert werden. Besonders
die Alterung der Gesellschaft setze Renten-, Pflege- und
Gesundheitssystem unter massiven Druck. Die Zahl der
Beitragszahler im Verhältnis zu Rentnerinnen und Rentnern sinke
deutlich – und damit werde die Frage der Finanzierbarkeit immer
drängender.
Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Ehrlichkeit.
Fratzscher kritisiert, dass Politik den Bürgerinnen und Bürgern
häufig mehr verspreche, als dauerhaft finanzierbar sei. Notwendig
seien offene Debatten über Zumutungen, Verantwortung und faire
Lastenteilung. Reformen könnten nur gelingen, wenn nicht einzelne
Gruppen gegeneinander ausgespielt würden – etwa Jung gegen Alt,
Erwerbstätige gegen Bürgergeldempfänger oder Einheimische gegen
Geflüchtete.
Ein wichtiger Gedanke des Gesprächs: Nicht jede empfundene
Ungerechtigkeit ist automatisch ein systematisches
Gerechtigkeitsproblem.
Als zentrale Reformfelder nennt Fratzscher drei große Bereiche:
eine Sozialstaatsreform, eine Steuerreform und ein stärkeres
Europa. Beim Sozialstaat gehe es darum, Rente, Pflege und
Gesundheit zukunftsfest zu machen. Beim Steuersystem kritisiert
er, dass Arbeit in Deutschland sehr stark belastet werde, während
Vermögen vergleichsweise gering besteuert würden. Und Europa
sieht er als entscheidenden Rahmen, um wirtschaftliche Stärke,
Sicherheit und Handlungsfähigkeit in einer global unruhigen Welt
zu bewahren.
Eine Folge über Reformstau und Verantwortung, über soziale
Marktwirtschaft und Generationengerechtigkeit – und über die
Frage, wie aus Zukunftsangst wieder Zukunftsvertrauen werden
kann.
Und wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts
nachlesen möchten:
Unser neues Buch ist erschienen:
„2 alte wei(s)e Männer: Mutmacher für schwere Zeiten –
was hoffen lässt“
Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen
erhältlich.
Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte
wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den
sozialen Medien:
https://www.instagram.com/2alteweissemaenner?igsh=bjNsOGxtcHFvZ3Vl&ut
https://www.facebook.com/share/16qwKMqsxZ/?mibextid=wwXIfr
Youtube
https://youtube.com/@2alteweissemanner-rw6gw?si=DyDKBPUF3KohcL
Weitere Episoden
vor 4 Wochen
51 Minuten
vor 1 Monat
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.