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Beschreibung
vor 6 Tagen
In dieser Folge von „2 alte wei(s)e Männer“
sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Ann
Cathrin Riedel über ein Thema, das viele nervt – und
zugleich darüber entscheidet, ob ein Staat im Alltag
funktioniert: Digitalisierung und
Entbürokratisierung. Schon zu Beginn wird klar, worum es
eigentlich geht: um Formulare, Zuständigkeiten, Medienbrüche,
lange Wartezeiten – und um die Frage, warum Verwaltung für viele
Menschen eher Hürde als Hilfe ist.
Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT
e.V. und eine der profiliertesten Stimmen für
Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, beschreibt, warum das
Bild vom komplett rückständigen Staat zu pauschal ist. Vieles
funktioniere längst besser, als man gemeinhin glaube – nur eben
sehr unterschiedlich, je nach Kommune, Lebenslage und konkretem
Kontakt mit Behörden. Gleichzeitig zeigt sie schonungslos, wo die
eigentlichen Probleme liegen: in zersplitterten Zuständigkeiten,
fehlenden gemeinsamen Standards, unverständlichen Formularen und
einer Verwaltung, die noch zu oft aus sich selbst heraus denkt
statt vom Nutzer aus.
Im Gespräch geht es auch um die Grundfrage, was
Entbürokratisierung überhaupt heißen soll.
Riedel macht deutlich: Bürokratie ist nicht per se schlecht,
sondern schützt vor Willkür und sorgt für Fairness. Das Problem
beginnt dort, wo Regeln ihre eigene Wirkung nicht mehr überprüfen
lassen, wo Prozesse unnötig kompliziert werden und wo Bürgerinnen
und Bürger an Anträgen scheitern, die selbst für Akademiker kaum
verständlich sind. Gerade bei sensiblen Themen wie Wohngeld,
Elterngeld oder Vorsorge zeigt sich, wie sehr ein Staat Vertrauen
verspielen kann, wenn Hilfe nicht schnell, klar und zugänglich
organisiert ist.
Außerdem sprechen wir darüber, warum Deutschland beim digitalen
Staat trotz vieler guter Einzelbeispiele oft nicht vorankommt: zu
viele Insellösungen, zu wenig Nachnutzung, zu wenig Mut zur
Standardisierung. Riedel erklärt, weshalb der Föderalismus nicht
das Hauptproblem sein muss, warum technische Grundlagen wie
Registermodernisierung so entscheidend sind – und was wir von
Estland, Dänemark oder auch überraschenden Vorreitern wie
Griechenland lernen können. Ihr Mutmacher am Ende: Es gibt längst
funktionierende Lösungen, engagierte Menschen in den Verwaltungen
und viele konkrete Ansätze, an die man anknüpfen kann.
Deutschland muss das Rad nicht neu erfinden – aber endlich
konsequenter rollen lassen.
Eine Folge über einen Staat, der digitaler,
verständlicher und handlungsfähiger werden muss – und
kann.
Und wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts
nachlesen möchten:
Unser neues Buch ist erschienen:
„2 alte wei(s)e Männer: Mutmacher für schwere Zeiten –
was hoffen lässt“
Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen
erhältlich.
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