Englische Originalfolge: Are Our Children Happier Without Social Media, Jonathan Haidt?

Englische Originalfolge: Are Our Children Happier Without Social Media, Jonathan Haidt?

vor 2 Tagen
51 Minuten
2
0 0 0

Beschreibung

vor 2 Tagen

US-Psychologe Jonathan Haidt sieht die Kindheit bedroht:
durch Smartphones, soziale Medien und KI-Teddybären. Auch
Computer im Klassenzimmer seien falsch. Hat er recht?  


Im ZEIT-Podcast Nur eine Frage stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns
umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch schwer zu finden
ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. 


In dieser Folge von Nur eine Frage stellen wir dem
Sozialpsychologen Jonathan Haidt die Frage: »Sind unsere Kinder
glücklicher ohne soziale Medien?« 


Jonathan Haidt, 62, ist ein US-amerikanischer Sozialpsychologe
und Professor an der renommierten NYU Stern School of Business.
Sein 2024 erschienenes Buch Generation Angst über die Schäden,
die Smartphones und soziale Medien bei Kindern anrichten, stand
mehr als 100 Wochen auf der Bestsellerliste der New York
Times. 2026 ist sein Kinderratgeber Generation Glücklich
erschienen, den er gemeinsam mit der US-Autorin Catherine Price
verfasst hat.  


Mehrere Länder haben damit begonnen, Smartphones aus dem
Unterricht zu verbannen und ein Social-Media-Verbot für
Jugendliche zu erlassen. Maßgeblich dafür verantwortlich sein
dürfte Haidt, der seit Jahren vor den Gefahren von Smartphones
und sozialen Medien warnt und zu eben jenen Maßnahmen
rät.  


Im Podcast begründet er, warum er soziale Medien für so
gefährlich für Jugendliche und Kinder hält: Auf Plattformen wie
Snapchat oder Instagram sind Jugendliche Sextortion ausgesetzt,
also sexueller Erpressung. Alleine Snapchat berichte von rund
10.000 Hinweisen auf Sextortion-Vorfälle – pro Monat, sagt Haidt.
Auch Cyberbullying, also die Schikane durch Mitschüler, sei ein
großes Problem für Jugendliche. Anders als früher, als sich
Schikane vorwiegend im lokalen Umfeld bewegte, verstärken soziale
Medien das Problem immens.   


Das zweite Problem, das Haidt sieht: »Der durchschnittliche
US-amerikanische Teenager verbringt fünf Stunden am Tag in
sozialen Medien. In Deutschland ist die Zahl etwas geringer.
Hinzu kommen drei bis fünf Stunden mit anderen
Bildschirmaktivitäten.« Die Folgen: Jugendliche bewegen sich zu
wenig, bekommen nicht mehr genügend Schlaf und knüpfen weniger
echte soziale Kontakte.  


Und letztlich sorgt sich Haidt noch um die indirekten Effekte
sozialer Medien auf Jugendliche: Die Zahl der Angststörungen,
Depressionen und Selbstverletzungen unter Jugendlichen habe seit
dem Jahr 2010 massiv zugenommen. Für Haidt ist der Fall klar: Das
ist genau die Zeit, als Smartphones sich auf der ganzen Welt
ausbreiteten und Social-Media-Plattformen wie Facebook beliebt
wurden.  


Er sieht darin den Hauptgrund für die Zunahme psychischer
Erkrankungen bei Jugendlichen. Andere Forscher kritisieren diese
Schlussfolgerung als vorschnell und verweisen auf mögliche andere
belastende Faktoren wie die Klimakrise, die Finanzkrise und die
Opioidkrise. Tatsächlich ist ein kausaler Zusammenhang zwischen
Social Media und psychischen Erkrankungen nur schwer zu belegen –
einfach, weil Smartphones überall sind und es keine
Vergleichsgruppe gibt, die ohne diese Geräte lebt. Doch selbst
wenn dieser Zusammenhang nur schwer beweisbar ist – »Social Media
ist eine Plage für unsere Kinder«, sagt Haidt im
Podcast.  


Produktion: ifbbw, Pool Artists  Redaktion: Lisa Hegemann,
Jens Lubbadeh  Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier.
Abonnieren Sie auch unseren N1F-Newsletter.  Fragen, Kritik,
Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de. 
15
15
Close