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#789 Nicht mittrotten im Strafverfahren: Don’t Have Deathbed Regrets (Letters to a Young Lawyer 7)

#789 Nicht mittrotten im Strafverfahren: Don’t Have Deathbed Regrets (Letters to a Young Lawyer 7)

Auf dem Weg als Anwält:in vor 4 Monaten
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33:20
Der schlimmste Fehler ist oft nicht, falsch zu entscheiden –
sondern gar nicht zu merken, dass man entscheiden müsste. In dieser
Folge sprechen Duri Bonin und Nina Langner über Alan Dershowitz’
Brief Don’t Have Deathbed Regrets (Keine Reue am Sterbebett) aus
Letters to a Young Lawyer. Der Titel klingt nach Lebensratgeber,
führt aber mitten ins Strafrecht: Wie trifft man gute
Entscheidungen, wenn man nie alle Informationen hat? Und wie
verhindert man, dass man im Strafverfahren – oder im eigenen Leben
– einfach mitläuft? Dershowitz provoziert mit der These, dass man
am Ende nicht nur bereuen kann, zu viel gearbeitet zu haben. Man
kann auch bereuen, sein berufliches Potential nicht ausgeschöpft zu
haben – aus Bequemlichkeit, Angst, Unklarheit oder falschen
Prioritäten. Duri und Nina lesen den Text aber nicht als
Aufforderung zu blindem Ehrgeiz. Es geht nicht darum, einfach mehr
zu arbeiten. Es geht darum, bewusster zu entscheiden. Für Duri
Bonin als Strafverteidiger liegt darin auch der Kern guter
Verteidigung: Nicht die Polizei, nicht die Staatsanwaltschaft und
nicht der Gang des Verfahrens dürfen bestimmen, was geschieht.
Jeder Schritt muss autonom geprüft werden. Soll der Klient
aussagen? Welche Tür bleibt offen, welche wird geschlossen? Was
weiss man wirklich – und was wird nur durch den Druck des
Verfahrens suggeriert? Ein weiteres Thema der Folge ist
Entscheidungserschöpfung. Wer den ganzen Tag in Strafverfahren,
Einvernahmen, Akten, Fristen und Mandantengesprächen entscheidet,
hat am Abend oft wenig Kraft für das eigene Leben. Duri und Nina
sprechen deshalb über Routinen, Tagesplanung und die Frage, wie man
unnötige Entscheidungen reduziert, um für die wichtigen klar zu
bleiben. Auch die vielbeschworene Work-Life-Balance wird
hinterfragt. Nina sagt offen: Strafverteidigung hat oft keine
Balance. Haftfälle, Fristen, Verhaftungen und Hauptverhandlungen
kommen nicht dann, wenn sie in den Kalender passen. Vielleicht ist
Balance darum das falsche Ideal. Wichtiger ist Kurskorrektur:
rechtzeitig merken, wann man in zu viele Mandate, zu wenig Schlaf,
zu viel innere Härte oder zu wenig eigenes Leben hineindriftet.
Dershowitz’ stärkster Gedanke bleibt: Prioritäten sollen nicht
einfach passieren. Sie sollen entschieden werden. Auch wenn
Herkunft, Familiengeschichte, beruflicher Ehrgeiz und äussere
Erwartungen durch uns hindurchwirken. Diese Folge ist ein Gespräch
über Strafverteidigung als Lebensform: über Ehrgeiz, Erschöpfung,
Entscheidungsdruck, Work-Life-Balance, Selbsttäuschung und die
Fähigkeit, rechtzeitig zu korrigieren. Für Anwältinnen und Anwälte,
junge Juristinnen und Juristen – und für alle, die sich fragen, ob
sie ihr Leben wirklich selber führen oder nur im Verfahren des
Alltags mittrotten. Die Podcasts "Auf dem Weg als Anwält:in" sind
unter https://www.duribonin.ch/podcast/ oder auf allen üblichen
Plattformen zu hören . Dort einfach nach 'Duri Bonin' suchen und
abonnieren.
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„#789 Nicht mittrotten im Strafverfahren: Don’t Have Deathbed Regrets (Letters to a Young Lawyer 7)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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