Projektive Identifikation – Wenn du fremde Gefühle trägst

Projektive Identifikation – Wenn du fremde Gefühle trägst

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

Du liegst im dunklen Schlafzimmer und plötzlich überfällt dich
eine schneidende Wut oder eine erdrückende Schuld. Der Moment am
Esstisch oder das kurze Gespräch im Büro hallen nach und dein
Körper reagiert mit einem flauen Gefühl im Magen, obwohl du
eigentlich alles richtig gemacht hast. Du fragst dich in der
Stille der Nacht, warum du dich plötzlich so klein, so unfähig
oder so gereizt fühlst, als hättest du die Kontrolle über deine
eigene Innenwelt verloren.





Du erfährst heute, wie die Psychoanalytikerin Melanie Klein
entdeckte, dass wir unerträgliche Anteile wie heiße Kohlen in
andere Menschen hineinlegen können. Du verstehst den Mechanismus,
durch den dein Gehirn über Spiegelneuronen die psychische Last
deines Gegenübers übernimmt, was Forscher wie Diamond sogar über
Herzrate und Schweißbildung nachweisen konnten. Du lernst das
Tool der Mentalen Garderobe kennen, mit dem du am Bettrand
entscheidest, welche Emotionen wirklich deine sind und welche du
dir nur wie ein fremdes Kleidungsstück hast überstreifen lassen.





Dieses Wissen ist nachts besonders relevant, weil in der Ruhe die
Grenzen zwischen deinem Ich und den Projektionen anderer
verschwimmen. Du erkennst beim Einschlafen, dass der schwere
Stein auf deiner Brust oft gar nicht dir gehört, sondern ein
unbewusstes Wanderpaket ohne Absender ist. Du lässt die fremde
Last nun bewusst los, spürst die Entspannung in deinem Kiefer und
erlaubst dir, wieder leer und leicht in den Schlaf zu sinken.



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