"Achtsam geht die Welt zugrunde": Gespräch mit Kathrin Fischer

"Achtsam geht die Welt zugrunde": Gespräch mit Kathrin Fischer

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen
Seit Jahren boomen ursprünglich fernöstliche Achtsamkeitspraktiken
in westlichen Industrieländern: Yoga, Meditation, Qi Gong… Ratgeber
dazu füllen Regalmeter, allerorten werden kostspielige Coachings,
Seminare, Vorträge angeboten, die Nachfrage ist riesig. Achtsamkeit
ist ein Milliardengeschäft.
Doch nun warnt die Flensburger Podcasterin Kathrin Fischer in ihrem
Buch: „Achtsam geht die Welt zugrunde“! Die Fixierung auf das
eigene Ich verstelle den Blick auf das globale Ganze. „Dein
Verhalten soll sich ändern, aber nicht die Verhältnisse“, beklagt
sie im Gespräch mit Jürgen Deppe. Es ginge um Resilienz, also das
Aushalten von Herausforderungen und Stress, nicht darum, dessen
Ursachen anzugehen. „Resilienz heißt im Kern Anpassungsfähigkeit.
Und wenn die Achtsamkeitspraktiken mit diesem Ideal sich verbinden,
dann geraten strukturelle Veränderungen aus dem Blick und werden
psychologisiert und sollen dort bearbeitet werden.“
Provokante Thesen zu einem Megatrend. „Wenn es Menschen gibt, die
immer reicher werden, und ganz viele, die immer ärmer werden und
deren Lebensbedingungen immer schwieriger werden, dann, glaube ich,
kannst du meditieren bis du schwarz wirst, dir wird es trotzdem
nicht bessergehen.
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