Episode 58 - Project Pidgeon

Episode 58 - Project Pidgeon

vor 2 Tagen
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Kuriose Technikgeschichten

Beschreibung

vor 2 Tagen

Die sogenannte V1 – auch „Vergeltungswaffe 1“ – war eine der
ersten Marschflugkörper der Geschichte und wurde im Zweiten
Weltkrieg von Nazi-Deutschland eingesetzt. 


Angetrieben wurde die V1 von einem sogenannten
Pulsstrahltriebwerk. Dieses einfache, aber laute Triebwerk saugte
Luft an, mischte sie mit Treibstoff und zündete das Gemisch in
schnellen, wiederholten Explosionen. Das charakteristische
Brummen der V1 kam genau von diesen pulsierenden Zündungen. 


Gesteuert wurde die Rakete nicht von einem Piloten, sondern durch
ein relativ simples automatisches System: Ein Kreiselkompass
hielt die Richtung stabil, während ein Höhenmesser und ein
primitiver Autopilot dafür sorgten, dass die V1 auf Kurs und in
der richtigen Höhe blieb. 


Die Reichweite wurde mechanisch kontrolliert – oft durch einen
kleinen Propeller an der Spitze. Dieser drehte sich während des
Flugs und zählte quasi die zurückgelegte Strecke. War die
voreingestellte Distanz erreicht, wurde der Motor abgeschaltet,
und die V1 ging in einen Sturzflug über – mit dem Ziel, beim
Aufprall zu explodieren. 


Trotz ihrer technischen Einfachheit war die V1 schwer abzufangen
und verbreitete große Angst, vor allem in Städten wie London.
Gleichzeitig war sie jedoch ungenau und markiert eher den Anfang
moderner Flugkörpertechnologie als ein wirklich präzises
Waffensystem. 
Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde währenddessen an einer
etwas anderen Art der Steuerung für Raketen gearbeitet. 


Der amerikanische Psychologe B. F. Skinner arbeitete an einem
ungewöhnlichen Militärprojekt: Project Pigeon.
Die Idee war so kurios wie innovativ – Tauben sollten als
Steuerungssystem für Raketen dienen. In der Nase einer Rakete
befand sich ein Bildschirm. Die Tauben wurden darauf trainiert,
mit ihren Schnäbeln auf ein Zielbild – etwa ein feindliches
Schiff – zu picken. Durch dieses Picken wurde die Flugbahn der
Rakete angepasst und stabilisiert. 


Erstaunlicherweise funktionierte das Training sehr zuverlässig:
Die Tauben konnten präzise und schnell reagieren, selbst unter
Stress. Trotzdem wurde das Projekt nie im Einsatz verwendet. Das
Militär hielt die Idee letztlich für zu ungewöhnlich und setzte
stattdessen auf aufkommende elektronische
Steuerungssysteme. 


Heute gilt Project Pigeon als faszinierendes Beispiel für
kreative Problemlösungen und zeigt, wie weit Wissenschaftler in
Extremsituationen zu gehen bereit sind. 


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