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Beschreibung
vor 1 Woche
Wer haftet, wenn eine KI Schaden anrichtet. Und wer bekommt die
Lorbeeren, wenn die Systeme etwas Brillantes produzieren?
In den USA wurden Meta und YouTube im März 2026 erstmals von
einer Jury für das süchtig machende Design ihrer Plattformen
haftbar gemacht. Ihr Schutzschild: der First Amendment und
Section 230. Zumindest rechtlich ist damit ein Meilenstein
gesetzt.
Gleichzeitig hat Character.AI sich mit mehreren Familien
außergerichtlich geeinigt, die dem Unternehmen vorwarfen, seine
Chatbots hätten ihren minderjährigen Kindern schweren psychischen
Schaden zugefügt – in mindestens zwei Fällen mit tödlichem
Ausgang. Der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer III aus Florida,
der nach einer intensiven emotionalen Beziehung zu einem Chatbot
Suizid beging, ging durch die Weltpresse.
Was beide Fälle verbindet, ist eine philosophische Grundfrage:
Wer ist Autor:in? Wer trägt (moralische) Verantwortung, wenn kein
Mensch den konkreten Output intendiert hat? Und infwiefern helfen
bzw. hindern uns KI-Systeme, überlegtere Urteile zu fällen?
Darüber spreche ich mit dem Philosophen Daniel Bracker.
Und darüber, ob KI-Systeme in der Zukunft so etwas wie
Bewusstsein entwickeln können, was sich laut Daniel Bracker zum
jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen lässt. Warum, erklärt er in
der Folge!
Daniel Falk Bracker ist Philosoph und Dozent an
der Vrije Universiteit Amsterdam, wo er in der Theoretical
Philosophy Group an Künstlicher Intelligenz, Epistemischer
Autonomie und Bewusstsein forscht. Vor seiner akademischen
Karriere arbeitete er mit Künstlicher Intelligenz beim
Silicon-Valley-Konzern ORACLE. Er ist Mitglied der Society for
the Philosophy of Artificial Intelligence und Forscher am Hybrid
Intelligence Centre, einem internationalen Konsortium für die
Interaktion von Mensch und KI, sowie Gastdozent an The New
School: A University in New York City. Seine Arbeiten erscheinen
in philosophischen Fachzeitschriften wie etwa Philosophy &
Technology (Springer) sowie bei Routledge; zuletzt „Infringements
of AI on Epistemic Autonomy“ (2026), über den schleichenden
Verlust unserer Urteilskraft im Zeitalter der KI.
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