Podcaster
Episoden
14.04.2026
56 Minuten
Wer haftet, wenn eine KI Schaden anrichtet. Und wer bekommt die Lorbeeren, wenn die Systeme etwas Brillantes produzieren?
In den USA wurden Meta und YouTube im März 2026 erstmals von einer Jury für das süchtig machende Design ihrer Plattformen haftbar gemacht. Ihr Schutzschild: der First Amendment und Section 230. Zumindest rechtlich ist damit ein Meilenstein gesetzt.
Gleichzeitig hat Character.AI sich mit mehreren Familien außergerichtlich geeinigt, die dem Unternehmen vorwarfen, seine Chatbots hätten ihren minderjährigen Kindern schweren psychischen Schaden zugefügt – in mindestens zwei Fällen mit tödlichem Ausgang. Der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer III aus Florida, der nach einer intensiven emotionalen Beziehung zu einem Chatbot Suizid beging, ging durch die Weltpresse.
Was beide Fälle verbindet, ist eine philosophische Grundfrage: Wer ist Autor:in? Wer trägt (moralische) Verantwortung, wenn kein Mensch den konkreten Output intendiert hat? Und infwiefern helfen bzw. hindern uns KI-Systeme, überlegtere Urteile zu fällen? Darüber spreche ich mit dem Philosophen Daniel Bracker.
Und darüber, ob KI-Systeme in der Zukunft so etwas wie Bewusstsein entwickeln können, was sich laut Daniel Bracker zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen lässt. Warum, erklärt er in der Folge!
Daniel Falk Bracker ist Philosoph und Dozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, wo er in der Theoretical Philosophy Group an Künstlicher Intelligenz, Epistemischer Autonomie und Bewusstsein forscht. Vor seiner akademischen Karriere arbeitete er mit Künstlicher Intelligenz beim Silicon-Valley-Konzern ORACLE. Er ist Mitglied der Society for the Philosophy of Artificial Intelligence und Forscher am Hybrid Intelligence Centre, einem internationalen Konsortium für die Interaktion von Mensch und KI, sowie Gastdozent an The New School: A University in New York City. Seine Arbeiten erscheinen in philosophischen Fachzeitschriften wie etwa Philosophy & Technology (Springer) sowie bei Routledge; zuletzt „Infringements of AI on Epistemic Autonomy“ (2026), über den schleichenden Verlust unserer Urteilskraft im Zeitalter der KI.
In den USA wurden Meta und YouTube im März 2026 erstmals von einer Jury für das süchtig machende Design ihrer Plattformen haftbar gemacht. Ihr Schutzschild: der First Amendment und Section 230. Zumindest rechtlich ist damit ein Meilenstein gesetzt.
Gleichzeitig hat Character.AI sich mit mehreren Familien außergerichtlich geeinigt, die dem Unternehmen vorwarfen, seine Chatbots hätten ihren minderjährigen Kindern schweren psychischen Schaden zugefügt – in mindestens zwei Fällen mit tödlichem Ausgang. Der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer III aus Florida, der nach einer intensiven emotionalen Beziehung zu einem Chatbot Suizid beging, ging durch die Weltpresse.
Was beide Fälle verbindet, ist eine philosophische Grundfrage: Wer ist Autor:in? Wer trägt (moralische) Verantwortung, wenn kein Mensch den konkreten Output intendiert hat? Und infwiefern helfen bzw. hindern uns KI-Systeme, überlegtere Urteile zu fällen? Darüber spreche ich mit dem Philosophen Daniel Bracker.
Und darüber, ob KI-Systeme in der Zukunft so etwas wie Bewusstsein entwickeln können, was sich laut Daniel Bracker zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen lässt. Warum, erklärt er in der Folge!
Daniel Falk Bracker ist Philosoph und Dozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, wo er in der Theoretical Philosophy Group an Künstlicher Intelligenz, Epistemischer Autonomie und Bewusstsein forscht. Vor seiner akademischen Karriere arbeitete er mit Künstlicher Intelligenz beim Silicon-Valley-Konzern ORACLE. Er ist Mitglied der Society for the Philosophy of Artificial Intelligence und Forscher am Hybrid Intelligence Centre, einem internationalen Konsortium für die Interaktion von Mensch und KI, sowie Gastdozent an The New School: A University in New York City. Seine Arbeiten erscheinen in philosophischen Fachzeitschriften wie etwa Philosophy & Technology (Springer) sowie bei Routledge; zuletzt „Infringements of AI on Epistemic Autonomy“ (2026), über den schleichenden Verlust unserer Urteilskraft im Zeitalter der KI.
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27.10.2025
52 Minuten
Was passiert, wenn jemand zehn Jahre bei Google arbeitet, dann eine Uni gründet, die ohne Professor:innen auskommt und KI über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinaus denkt. Genau: eine Philosofun-Folge mit Prof. Dr. Max Senges.
Max Senges hat bei Google miterlebt, wie KI-Strategien entstehen. Heute leitet er das Institute of Electronic Business an der UdK Berlin und sagt: Wir brauchen neue Narrative. Nicht nur über KI, sondern über Fortschritt, Verantwortung und das Menschliche überhaupt.
Wir sprechen auch darüber, wie sich Geschichten verändern, wenn Drehbuchautor:innen künftig mit KI schreiben und warum Narrative oft mehr Wahrheit formen als Fakten. Wir sprechen auch darüber, wie sich Arbeitsprozesse verändern werden und warum jeder im Grunde das Bedürfnis nach einem sinnvollen Job hat und Quit Quitting und Home Office Arbeitszeitbetrug nur Hilfrerufe in der Verengung der neoliberalen Erfolgserzählung darstellen.
Hier ist das Paper, auf das wir uns in der Folge beziehen: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5501838
Max Senges hat bei Google miterlebt, wie KI-Strategien entstehen. Heute leitet er das Institute of Electronic Business an der UdK Berlin und sagt: Wir brauchen neue Narrative. Nicht nur über KI, sondern über Fortschritt, Verantwortung und das Menschliche überhaupt.
Wir sprechen auch darüber, wie sich Geschichten verändern, wenn Drehbuchautor:innen künftig mit KI schreiben und warum Narrative oft mehr Wahrheit formen als Fakten. Wir sprechen auch darüber, wie sich Arbeitsprozesse verändern werden und warum jeder im Grunde das Bedürfnis nach einem sinnvollen Job hat und Quit Quitting und Home Office Arbeitszeitbetrug nur Hilfrerufe in der Verengung der neoliberalen Erfolgserzählung darstellen.
Hier ist das Paper, auf das wir uns in der Folge beziehen: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5501838
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07.10.2025
47 Minuten
Unsere Jugend soll ja angeblich alles retten: das Klima, die Demokratie – und am besten gleich noch die Menschheit vor der KI. Aber wer erzieht eigentlich diejenigen, die ständig retten sollen? Und was heißt Erziehung, Bildung und Pädagogik überhaupt, wenn TikTok, ChatGPT, Rechtsruck und Klimakrise längst mit am Küchentisch sitzen?
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Sandra Niebuhr über Verantwortung, Bildung und die Frage, wie Pädagogik Jugendlichen heute Orientierung geben kann.
Wir reden darüber, was es heißt, in einer Welt erwachsen zu werden, die sich schneller verändert, als man sie verstehen kann. Und warum gute Pädagogik nicht darin besteht, Antworten zu liefern, sondern Räume zu öffnen für Nachdenken, Zweifel und Mut zur Verantwortung.
Sandra Niebuhr ist promovierte Sprachheilpädagogin, Autorin und hat eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildung und Erziehung im Kindesalter an der Humanistischen Hochschule Berlin inne, wo sie auch Prorektorin Forschung ist.
Lehrerfahrung sammelte sie an den Universitäten Hannover, HU zu Berlin und Paderborn, praktische Berufserfahrung durch ihre zweijährige Tätigkeit als Sprachheilpädagogin in einer therapeutischen Praxis. Sie war Professorin für Sprachwissenschaft an der Clara Hoffbauer Fachhochschule und leitete den dortigen Studiengang Sprachpädagogik und Erzählende Künste in Sozialer Arbeit. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind der Erwerb des Deutschen als Erst- und Zweitsprache sowie die Diagnostik und Intervention bei unauffälligem als auch gestörtem Verlauf dieser Lernprozesse.
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Sandra Niebuhr über Verantwortung, Bildung und die Frage, wie Pädagogik Jugendlichen heute Orientierung geben kann.
Wir reden darüber, was es heißt, in einer Welt erwachsen zu werden, die sich schneller verändert, als man sie verstehen kann. Und warum gute Pädagogik nicht darin besteht, Antworten zu liefern, sondern Räume zu öffnen für Nachdenken, Zweifel und Mut zur Verantwortung.
Sandra Niebuhr ist promovierte Sprachheilpädagogin, Autorin und hat eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildung und Erziehung im Kindesalter an der Humanistischen Hochschule Berlin inne, wo sie auch Prorektorin Forschung ist.
Lehrerfahrung sammelte sie an den Universitäten Hannover, HU zu Berlin und Paderborn, praktische Berufserfahrung durch ihre zweijährige Tätigkeit als Sprachheilpädagogin in einer therapeutischen Praxis. Sie war Professorin für Sprachwissenschaft an der Clara Hoffbauer Fachhochschule und leitete den dortigen Studiengang Sprachpädagogik und Erzählende Künste in Sozialer Arbeit. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind der Erwerb des Deutschen als Erst- und Zweitsprache sowie die Diagnostik und Intervention bei unauffälligem als auch gestörtem Verlauf dieser Lernprozesse.
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02.09.2025
53 Minuten
Kann KI bald unsere Gedanken lesen und vielleicht sogar beeinflussen?
Wird das, was wir bisher als unser innerstes, privates Selbst verstanden haben, zum nächsten Rohstoff für Tech-Konzerne und Staaten? Und was bedeutet das für Freiheit, Demokratie und unser Verständnis vom Menschsein?
Darüber spreche ich mit Janosch Delcker, Chief Technology Correspondent der Deutschen Welle, früher Politik-Redakteur bei Politico und mehrfach ausgezeichneter Journalist. Er ist einer der ersten Reporter weltweit, der sich systematisch mit KI und Neurotechnologien beschäftigt. Mit seinem neuen Buch Der Gedanken-Code (C.H. Beck, 2024) hat er eine der wichtigsten Reportagen zur Zukunft unserer geistigen Selbstbestimmung geschrieben.
Wir diskutieren, wie Big Data, Gehirn-Decoder, Wearables und Brain-Computer-Interfaces zusammenwachsen. Wir sprechen über TikTok als „Gedankenleser light“, über Neuralinks Experimente im Labor, über militärische Forschung an Brain-to-Brain-Kommunikation – und über die Frage, ob unsere innersten Gedanken überhaupt noch privat bleiben können.
Dabei geht es auch um die Chancen: In klinischen Studien wurden Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression durch implantierte Chips erfolgreich behandelt, deren Hirnaktivität in Echtzeit überwacht und gezielt stimuliert wird (Nature Medicine, 2021). Andere Studien zeigen, wie tiefe Hirnstimulation nicht nur bei Parkinson, sondern auch bei schweren Angststörungen und Zwangserkrankungen helfen kann. Hier zeigt sich, dass Neurotechnologie an der Grenze zwischen Heilung und Manipulation steht.
Gibt es in Zukunft also überhaupt noch eine „innere Freiheit“ – oder nur noch Datenpunkte? Kann KI jemals wirklich denken – oder bleibt Denken untrennbar an menschliches Bewusstsein gebunden? Welche neuen Menschenrechte brauchen wir, um geistige Autonomie zu sichern?
Janosch Delcker wird zudem bald auf der re:publica Hamburg sprechen – ein guter Anlass, schon hier mit ihm über die großen Fragen von KI, Freiheit und Gehirn zu diskutieren!
Wird das, was wir bisher als unser innerstes, privates Selbst verstanden haben, zum nächsten Rohstoff für Tech-Konzerne und Staaten? Und was bedeutet das für Freiheit, Demokratie und unser Verständnis vom Menschsein?
Darüber spreche ich mit Janosch Delcker, Chief Technology Correspondent der Deutschen Welle, früher Politik-Redakteur bei Politico und mehrfach ausgezeichneter Journalist. Er ist einer der ersten Reporter weltweit, der sich systematisch mit KI und Neurotechnologien beschäftigt. Mit seinem neuen Buch Der Gedanken-Code (C.H. Beck, 2024) hat er eine der wichtigsten Reportagen zur Zukunft unserer geistigen Selbstbestimmung geschrieben.
Wir diskutieren, wie Big Data, Gehirn-Decoder, Wearables und Brain-Computer-Interfaces zusammenwachsen. Wir sprechen über TikTok als „Gedankenleser light“, über Neuralinks Experimente im Labor, über militärische Forschung an Brain-to-Brain-Kommunikation – und über die Frage, ob unsere innersten Gedanken überhaupt noch privat bleiben können.
Dabei geht es auch um die Chancen: In klinischen Studien wurden Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression durch implantierte Chips erfolgreich behandelt, deren Hirnaktivität in Echtzeit überwacht und gezielt stimuliert wird (Nature Medicine, 2021). Andere Studien zeigen, wie tiefe Hirnstimulation nicht nur bei Parkinson, sondern auch bei schweren Angststörungen und Zwangserkrankungen helfen kann. Hier zeigt sich, dass Neurotechnologie an der Grenze zwischen Heilung und Manipulation steht.
Gibt es in Zukunft also überhaupt noch eine „innere Freiheit“ – oder nur noch Datenpunkte? Kann KI jemals wirklich denken – oder bleibt Denken untrennbar an menschliches Bewusstsein gebunden? Welche neuen Menschenrechte brauchen wir, um geistige Autonomie zu sichern?
Janosch Delcker wird zudem bald auf der re:publica Hamburg sprechen – ein guter Anlass, schon hier mit ihm über die großen Fragen von KI, Freiheit und Gehirn zu diskutieren!
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05.08.2025
47 Minuten
99 Prozent der Deutschen haben Internetzugang. Ist ja auch logisch, weil ohne Internet geht heutzutage eigentlich gar nichts mehr, wenn man in irgendeiner Form am sozialen, kulturellen, politschen oder kapitalistischem System teilhaben will.
KI hingegen ist zwar noch relativ neu. Zumindest im Vergleich mit dem Internet, aber bereits 66 % der Deutschen nutzen KI privat, beruflich oder im Studium bereits in irgendeiner Form. Viele nutzen KI, doch ein großer Teil von ihnen ohne solides Verständnis oder klare Regeln. Nur etwa ein Drittel fühlt sich überhaupt kompetent genug, KI richtig einzuschätzen.
In dem Zusammenhang spricht man von einer digitalen Kluft. Das heißt: Wer redet mit, wenn es um KI geht und wer bleibt draußen vor der digitalen Tür?
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Alexander Schmölz über die ethischen Bruchlinien und gesellschaftlichen Chancen der KI in der Bildung und der Gesellschaft. Es geht darum, dass bestimmte Personengruppen zum Beispiel ihre Kompetenz in KI selbst stark überschätzen und warum das zum Problem werden kann.
Wir sprechen aber auch über Inklusion: Zum Beispiel darüber, wie Computerspiele als Bildungswerkzeuge genutzt werden können, um Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern mitgestalten zu lassen.
Es geht um Kompetenzen, die mehr sind als technisches Know-how – es geht um Urteilskraft, Teilhabe und das Recht, digitale Zukunft mitzugestalten.
Und es zeigt sich, dass Deutschland ein wenig hinterher hinkt und von seinem deutschsprachigen Nachbarn Österreich einiges lernen kann, wenn es um die ganzheitliche Vermittlung von digitalen Kompetenzmodellen geht.
Unser heutiger Gast, Alexander Schmölz ist Professor für Digitalen Humanismus an der FH des BFI Wien. Er arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Bildung, Ethik und Digitalisierung. Er forscht zu digitalen Kompetenzen, zu Inklusion, zu politischer Bildung und zu der Frage, wie wir digitale Räume gerecht und menschenwürdig gestalten können. Dabei bringt er Theorie und Praxis zusammen: Er hat das österreichische Kompetenzmodell „DigComp 2.3 AT“ mitentwickelt, er leitet Bildungsprojekte für Menschen mit Behinderung, und er denkt die digitale Transformation konsequent aus einer humanistischen Perspektive. Er spricht nicht über Technik um der Technik willen – sondern über digitale Mündigkeit, Teilhabe, Urteilskraft. Kurz: über das, was zählt, wenn der Mensch nicht vom Fortschritt überrollt, sondern ihn selbst gestalten will.
KI hingegen ist zwar noch relativ neu. Zumindest im Vergleich mit dem Internet, aber bereits 66 % der Deutschen nutzen KI privat, beruflich oder im Studium bereits in irgendeiner Form. Viele nutzen KI, doch ein großer Teil von ihnen ohne solides Verständnis oder klare Regeln. Nur etwa ein Drittel fühlt sich überhaupt kompetent genug, KI richtig einzuschätzen.
In dem Zusammenhang spricht man von einer digitalen Kluft. Das heißt: Wer redet mit, wenn es um KI geht und wer bleibt draußen vor der digitalen Tür?
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Alexander Schmölz über die ethischen Bruchlinien und gesellschaftlichen Chancen der KI in der Bildung und der Gesellschaft. Es geht darum, dass bestimmte Personengruppen zum Beispiel ihre Kompetenz in KI selbst stark überschätzen und warum das zum Problem werden kann.
Wir sprechen aber auch über Inklusion: Zum Beispiel darüber, wie Computerspiele als Bildungswerkzeuge genutzt werden können, um Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern mitgestalten zu lassen.
Es geht um Kompetenzen, die mehr sind als technisches Know-how – es geht um Urteilskraft, Teilhabe und das Recht, digitale Zukunft mitzugestalten.
Und es zeigt sich, dass Deutschland ein wenig hinterher hinkt und von seinem deutschsprachigen Nachbarn Österreich einiges lernen kann, wenn es um die ganzheitliche Vermittlung von digitalen Kompetenzmodellen geht.
Unser heutiger Gast, Alexander Schmölz ist Professor für Digitalen Humanismus an der FH des BFI Wien. Er arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Bildung, Ethik und Digitalisierung. Er forscht zu digitalen Kompetenzen, zu Inklusion, zu politischer Bildung und zu der Frage, wie wir digitale Räume gerecht und menschenwürdig gestalten können. Dabei bringt er Theorie und Praxis zusammen: Er hat das österreichische Kompetenzmodell „DigComp 2.3 AT“ mitentwickelt, er leitet Bildungsprojekte für Menschen mit Behinderung, und er denkt die digitale Transformation konsequent aus einer humanistischen Perspektive. Er spricht nicht über Technik um der Technik willen – sondern über digitale Mündigkeit, Teilhabe, Urteilskraft. Kurz: über das, was zählt, wenn der Mensch nicht vom Fortschritt überrollt, sondern ihn selbst gestalten will.
Mehr
Über diesen Podcast
Bei Philosofun geht es um das ganze Spektrum der Philosophie:
Erkenntnis und Wirklichkeit, Moral und Politik, Sprache,
Wissenschaft, Kunst und Technik. Mal fragen wir mit Aristoteles,
was Freundschaft eigentlich ist. Mal sprechen wir über
intersektionalen Feminismus, etwa Patricia Hill Collins’ Idee der
„matrix of domination“. Und mal geht es um Fragen wie: Wie
verändert Desinformation unser Verständnis von Wahrheit? Welche
Verantwortung tragen wir im Anthropozän? Philosophin Dr. Dorothea
Winter lädt sich für jede Episode interessante Expert:innen ein!
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