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Beschreibung
vor 2 Wochen
Podcast Show Notes: ADHS im Kindes- und Jugendalter
(S3-Leitlinie, Teil 1)
In der Auftaktepisode unserer Reihe zur ADHS-Leitlinie widmen wir
uns der Diagnostik und Therapie im Kindes- und Jugendalter. Wir
diskutieren, warum die klinische Diagnose weit mehr ist als eine
Checkliste, wie man die Gratwanderung zwischen Über- und
Unterdiagnostik meistert und warum die medikamentöse Therapie
niemals im luftleeren Raum stehen darf.
00:00 – Intro: Die veraltete, aber gültige
S3-Leitlinie & Fallvignette
02:30 – Phänomenologie: Dimensionalität vs.
Kategorialik
05:45 – Deep Dive Diagnostik: Goldstandard
Multimodalität
12:15 – Differentialdiagnosen: Autismus,
Bindung und Leistung
15:30 – Ätiologie: Genetik und
neurobiologische Korrelate
18:20 – Therapie: Das multimodale Konzept
(Elterntraining bis MPH)
24:45 – Take-Home-Messages für die
Facharztprüfung
ADHS ist und bleibt eine klinische Diagnose. Wir
besprechen, warum apparative Diagnostik (EEG, Bildgebung) in der
Routine nichts verloren hat, aber die Einbeziehung mehrerer
Lebensbereiche (Schule, Familie) unabdingbar ist.
Fokus: Die Bedeutung der
Funktionsbeeinträchtigung – Symptome allein machen noch keine
Störung.
Ein kritischer Dialog über die „Unterdiagnostik bei Mädchen“
(vorrangig unaufmerksamer Typus) im Gegensatz zur
„Überdiagnostik“ bei sehr jungen Einschülern.
Differentialdiagnostik: Abgrenzung zur
Bindungsstörung und zu affektiven Dysregulationen.
Keine Pillen ohne Plan. Wir strukturieren die Behandlung nach der
S3-Leitlinie:
Basis: Psychoedukation für das gesamte
System.
First-Line (leicht/moderat):
Eltern-Kind-Training und Interventionen im Umfeld.
Pharmakotherapie (schwer/persistierend):
Indikationsstellung für Methylphenidat und die Rolle von
Atomoxetin als Second-Line-Option.
Symptom-Trias: Unaufmerksamkeit,
Hyperaktivität, Impulsivität.
Situationsübergreifendes Auftreten: Nachweis
der Symptomatik in mindestens zwei Lebensbereichen.
Heritabilität: Mit ca. 70–80 % eine der
höchsten Erblichkeiten in der Psychiatrie.
Exekutive Funktionen: Die Rolle des
präfrontalen Kortex und des dopaminergen Systems.
Multimodalität ist Pflicht: Die Kombination aus
psychosozialen Interventionen und Pharmakotherapie erzielt die
besten Langzeiteffekte.
Entwicklungsaspekt: Symptome wandeln sich vom
motorischen Drang im Vorschulalter zur kognitiven Desorganisation
im Jugendalter.
Schweregrad bestimmt den Einstieg: Bei schwerer
Symptomatik und massiver Teilhabestörung ist die medikamentöse
Therapie laut Leitlinie frühzeitig indiziert.
Kontext beachten: Ohne die Kooperation mit
Schule und Elternhaus verpuffen die meisten therapeutischen
Bemühungen.
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