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vor 2 Monaten
ADHS im Erwachsenenalter (S3-Leitlinie, Teil 2)
In dieser Episode tauchen wir tief in die Diagnostik und Therapie
der adulten ADHS ein. Weg von der kindlichen Hyperaktivität, hin
zur „leisen“ Desorganisation des Erwachsenen. Unsere beiden
Experten diskutieren kritisch, warum die Diagnose oft erst nach
Jahrzehnten gestellt wird und wie man sie in der Facharztprüfung
souverän begründet.
00:00 – Die klinische Vignette: Der
„chaotische“ Depressive
03:15 – Symptomwandel: Von der Motorik zur
inneren Unruhe
06:40 – Deep Dive Diagnostik: Die Suche nach
der Kindheit
14:20 – Differentialdiagnosen &
Komorbiditäten (Prüfungsfokus!)
19:10 – Multimodale Therapie: Stimulanzien
vs. Psychotherapie
24:30 – Die Versorgungslücke: Transition und
Take-Home-Messages
ADHS verschwindet nicht mit dem 18. Lebensjahr, es maskiert sich
um. Wir besprechen die Verschiebung von der motorischen
Hyperaktivität hin zu:
Innerer Getriebenheit und emotionaler
Dysregulation.
Exekutiven Funktionsstörungen:
Prokrastination, mangelndes Zeitmanagement und „Decision
Fatigue“.
Den fatalen Folgen für Erwerbsbiografien und soziale
Beziehungen.
Die Diagnose bleibt klinisch. Das größte Hindernis: Der
retrospektive Nachweis.
Methodik: Lebenslaufanalyse,
Grundschulzeugnisse („war stets ablenkbar“),
Wender-Reeutemann-Rating-Skala (WURS-k).
Fremdanamnese: Warum der Einbezug der Eltern
oder Partner oft den entscheidenden Ausschlag gibt.
Ein Schwerpunkt für die Facharztprüfung. Wie unterscheide ich
ADHS von:
Borderline-Persönlichkeitsstörung:
Impulsivität vs. Identitätsstörung.
Bipolarer Störung: Chronizität vs.
Episodizität.
Rezidivierender Depression: Antriebsmangel
vs. Unfähigkeit zur Priorisierung.
Pharmakotherapie: Stellenwert von
Methylphenidat und Lisdexamfetamin als First-Line-Optionen.
Diskussion über das (oft überschätzte) Missbrauchsrisiko bei
therapeutischer Dosierung.
Psychotherapie: Warum „klassische“ VT oft
scheitert und warum störungsspezifisches Coaching für die
Alltagsstruktur essenziell ist.
Psychoedukation: Die Diagnose als
biografische Entlastung („Ich bin nicht faul, mein Gehirn
funktioniert anders“).
Bio-psycho-soziale Kontinuität: Ohne Symptome
vor dem 12. Lebensjahr keine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter.
Klinik vor Apparatur: Testpsychologie ist
unterstützend, ersetzt aber niemals das ausführliche klinische
Interview.
Komorbidität ist die Regel: Über 75% der
Betroffenen haben eine zweite Diagnose – oft maskiert das
„lautere“ Problem (Sucht, Depression) das zugrundeliegende ADHS.
Multimodalität: Medikamente schaffen die
neurobiologische Basis, Psychotherapie vermittelt die
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