OMG 08 Wie das albanische Gastrecht jüdische Flüchtlinge rettete

OMG 08 Wie das albanische Gastrecht jüdische Flüchtlinge rettete

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

Am 8. Mai 2025 war der 2. Weltkrieg 80 Jahre vorbei. In Albanien
lebten am 8. Mai 1945 ca. 2000 Juden, in der Mehrzahl Flüchtlinge
noch aus der Zeit der italienischen Besatzung bis 1943. Auf die
Italiener folgten nach deren Kapitulation die Deutschen. Eine
Volkszählung aus den 1930er Jahren hatte 191 Juden ermittelt.
Damit war Albanien das einzige von der deutschen Wehrmacht (bis
1944) besetzte Land, in dem die Zahl der Juden über die NS-Zeit
zu- und nicht durch Verfolgung und Deportation abgenommen
hatte. 


Grund dafür war: Das mehrheitlich muslimische Albanien lieferte
die Juden nicht an die Deutschen (und zuvor die Italiener) aus.
Die albanische Bevölkerung versteckte und beschützte jüdische
Flüchtlinge vielmehr, vor allem auch, weil sie sich dem
albanischen Gewohnheitsrecht, der hohen Stellung des Gastrechts
und insbesondere der Besa verpflichtet, fühlten: dem Ehrenkodex
der Gastfreundschaft und des Schutzes von Hilfsbedürftigen,
unabhängig von Religion oder Herkunft. 75 Albaner sind von Yad
Vashem mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet
worden. 



Diese Geschichte hatte ich für den Deutschlandfunk erzählt. Link
auf den Beitrag im Deutschlandfunk-Archiv:
https://www.deutschlandfunk.de/wie-das-albanische-gastrecht-juedische-fluechtlinge-rettete-100.html
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