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Wer bestimmt, was wir sehen, glauben, teilen? Das Medienmagazin schaut dahin, wo Öffentlichkeit gemacht wird: Plattformen, Redaktionen, KI und Algorithmen – und auf die Lage von Presse- und Meinungsfreiheit weltweit. Was läuft gerade sc...
Beschreibung
vor 2 Wochen
Die Berliner Künstlerin Fee Aviv Dubois kann bereits einige
erfolgreiche Theatermusikproduktionen vorweisen, und ihr Song
"Ladybitch" war 2022 nicht nur Teil des Soundtracks des
gleichnamigen Films, sondern gab diesem sogar seinen Titel. Ihre
neue EP "Decay" vermag aber auch ganz ohne visuelle Unterstützung
zu fesseln, um nicht zu sagen: das vielzitierte Kopfkino in Gang zu
setzen. Und so ganz nebenbei beantwortet sie auch noch eine von
Trent Reznor (Nine Inch Nails) vor vielen Jahren gestellte Frage.
"What have I become?" hieß es 1994 im Song "Hurt", im Original von
Nine Inch Nails und 2002 durch die eindringliche Version von Johnny
Cash quasi in den Heiligenstand erhoben, also etwa: "Was ist nur
aus mir geworden?" Diesen bitteren Moment des Bilanzziehens greift
Fee Aviv nun in ihrem Stück "I Don't Feel" auf, indem sie kontert:
Wieso geworden? "Ich war schon immer so." ("You’re asking what I’ve
become – but I have always been this way."). Interessanterweise ist
dieses Lied das vielleicht "heiterste" auf ihrer neuen EP "Decay",
oder zumindest das gelassenste. Klar, wenn "Verfall" draufsteht,
wäre es etwas naiv, rosarotgefärbte Sorglos-Pop-Songs zu erwarten.
Leichte Kost ist dies also wirklich nicht, dafür umso lohnendere.
Mal mit an Laurie Andersons Großtat "O Superman" erinnernden
Stimmverfremdungen und Elektroklängen, mal mit fragilen Gitarren
unterlegt; hier in Düsternis schwelgend, dort sich zornig
aufbäumend, gelingt der Mittzwanzigerin ihr Vorhaben, "nicht nur
ein Soundbild innerer Zerrissenheit, sondern auch eine
Auseinandersetzung mit weiblichen Selbstbewusstsein" zu schaffen:
"ein Stück zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, das bleibt,
wenn es verhallt."
erfolgreiche Theatermusikproduktionen vorweisen, und ihr Song
"Ladybitch" war 2022 nicht nur Teil des Soundtracks des
gleichnamigen Films, sondern gab diesem sogar seinen Titel. Ihre
neue EP "Decay" vermag aber auch ganz ohne visuelle Unterstützung
zu fesseln, um nicht zu sagen: das vielzitierte Kopfkino in Gang zu
setzen. Und so ganz nebenbei beantwortet sie auch noch eine von
Trent Reznor (Nine Inch Nails) vor vielen Jahren gestellte Frage.
"What have I become?" hieß es 1994 im Song "Hurt", im Original von
Nine Inch Nails und 2002 durch die eindringliche Version von Johnny
Cash quasi in den Heiligenstand erhoben, also etwa: "Was ist nur
aus mir geworden?" Diesen bitteren Moment des Bilanzziehens greift
Fee Aviv nun in ihrem Stück "I Don't Feel" auf, indem sie kontert:
Wieso geworden? "Ich war schon immer so." ("You’re asking what I’ve
become – but I have always been this way."). Interessanterweise ist
dieses Lied das vielleicht "heiterste" auf ihrer neuen EP "Decay",
oder zumindest das gelassenste. Klar, wenn "Verfall" draufsteht,
wäre es etwas naiv, rosarotgefärbte Sorglos-Pop-Songs zu erwarten.
Leichte Kost ist dies also wirklich nicht, dafür umso lohnendere.
Mal mit an Laurie Andersons Großtat "O Superman" erinnernden
Stimmverfremdungen und Elektroklängen, mal mit fragilen Gitarren
unterlegt; hier in Düsternis schwelgend, dort sich zornig
aufbäumend, gelingt der Mittzwanzigerin ihr Vorhaben, "nicht nur
ein Soundbild innerer Zerrissenheit, sondern auch eine
Auseinandersetzung mit weiblichen Selbstbewusstsein" zu schaffen:
"ein Stück zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, das bleibt,
wenn es verhallt."
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